ALONE - 8x19 BUCH: Frank Spotnitz REGIE: Frank Spotnitz DISCLAIMER: The X-Files are legal property of FOX, Ten Thirteen Productions, and Chris Carter. This transcript was made without their permission and is not used for financial gain, but solely for means of entertainment. No infringement intended. SZENE 1 ELLICOT, NEW YORK 11:02 p.m. (Nacht. Ein Haus in einer einsamen ländlichen Gegend. Windig. Sehr spooky. Ein Auto fährt vor und ein Mann steigt aus. Im Innern des Hauses sehen wir ein Gerät, das gleichmäßig piept und rote Zahlen anzeigt: 63, 62. Ein Pulsmeßgerät? Der JUNGE MANN aus dem Auto betritt das Haus.) JUNGER MANN: Es ist eiskalt da draußen. ÄLTERER MANN: Du warst nicht lange weg. (Der JUNGE MANN hängt seinen Mantel auf und geht zum Kaminfeuer.) ÄLTERER MANN: Hast du getan, worum ich dich gebeten habe? JUNGER MANN: Ja. (Wir sehen, dass der ÄLTERE MANN einen Sauerstoffschlauch trägt.) ÄLTERER MANN: Es ist wichtig, Gary. Versprich mir, dass du es getan hast. GARY: Du bist krank, Dad. Du solltest in einem Krankenhaus sein und nicht hier draußen in der Mitte von Nirgendwo. Du schuldest diesem Stites überhaupt nichts. ÄLTERER MANN: (leise) Darum geht es nicht. GARY: Ich friere mir den Hintern ab jede Nacht, wenn ich die Schlösser zweimal checke. Wofür? ÄLTERER MANN: Das brauchst du nicht zu wissen. GARY: Ja, na sicher. Ich mach was zu essen. (GARY verlässt den Raum.) (Die Kamera blickt von oben auf den ÄLTEREN MANN in seinem Rollstuhl hinab. Wir kommen näher. Das Feuer flackert, das Piepen wird schneller. Der ÄLTERE MANN bemerkt, dass ein Fenster offen steht. Das Gerät zeigt jetzt 76, die Zahl steigt schnell. Der ÄLTERE MANN hat jetzt Atemprobleme, das Piepen ist sehr schnell. Ein Anfall?) ÄLTERER MANN: Oh, Gott. Nein, du hast nicht... (Etwas stürzt sich auf den ÄLTEREN MANN.) (SCHNITT ZU: Küche. Die Mikrowelle piept. GARY nimmt eine Packung heraus, dann hört er den langezogenen Ton des Gerätes nebenan.) GARY: Oh, Gott. (Er betritt das Wohnzimmer und sieht den umgedrehten Rollstuhl, deren Räder sich noch drehen.) GARY: Dad? (Er schaltet das Gerät aus und sieht sich um. Er erblickt eine offene Tür, geht langsam auf sie zu. Spooky music. Plötzlich hört er etwas hinter sich und bleibt stehen. Wir sehen den schleimigen dunklen Schwanz eines Wesens und hören ein Zischen. GARY dreht sich langsam um. Plötzlich stürzt sich das Wesen auf ihn. Wir sehen spritzende Flüssigkeit und scharfe Zähne, bevor das Bild in die Opening Credits übergeht.) SZENE 2 (Kellerbüro. SCULLY steht an ihrem Schreibtisch, leert die Schubladen aus und packt Sachen in einen Karton. Sie findet die zwei miteinander verschmolzenen Münzen (aus Dreamland) und sieht sie leicht lächelnd an. Dann entdeckt sie ein Namensschild in Form eines Knochens: "Queequeg". Sie wird ein bißchen traurig.) [Tasha: In dem Schreibtisch würde ich auch gerne mal stöbern.] DOGGETT: (aus dem Off) Agent Scully. (SCULLY lässt sich nichts anmerken und wendet sich mit einem Lächeln zu DOGGETT, der gerade das Büro betritt.) DOGGETT: Kann ich Ihren Mantel aufhängen? [Tasha: *schmacht* Was für ein Gentleman.] SCULLY: Ich bleibe nicht, Agent Doggett. (DOGGETT sieht sie fragend an.) SCULLY: Meine Ärztin sagte mir, ich sollte meinen Mutterschaftsurlaub antreten. Genau genommen bestand sie sogar darauf. DOGGETT: Das ist nicht schlecht, Agent Scully, Sie können ein wenig Zeit für sich gebrauchen. (SCULLY nimmt den Karton und geht auf DOGGETT zu. Sie hält etwas in ihrer rechten Hand.) DOGGETT: Was ist das? SCULLY: Das ist ein Medaillon zum Gedenken an den Raumflug der Apollo 11. Ich würde Ihnen das gerne geben, Agent Doggett. DOGGETT: Danke. (Er guckt sich das Medaillon an. Wir sehen einen Adler, der auf dem Mond landet.) DOGGETT: (unwissend, aber höflich lächelnd) Weil...? SCULLY: Agent Mulder gab mir das vor einigen Jahren. Es symbolisiert Teamwork, Partnerschaft. (DOGGETT dreht das Medaillon auf die Rückseite. Dort stehen die Worte "In Erinnerung an die Apollo 11 und ihre Mission zum Mond. Juli 1969") SCULLY: (fortfahrend) Es bedeutet, dass niemand es allein schafft. Und nach dem vergangenen Jahr und nach allem, was wir gemeinsam durchgestanden haben... dachte ich... (Pause) Ich wäre nicht hier ohne Sie. (SCULLY umarmt DOGGETT und sie halten sich einen Moment fest.) [Tasha: Alle D/S Shipper Out There holen den Sekt raus.] (SCULLY bricht die Umarmung. Sie nickt ein paar Mal und geht dann langsam zur Tür.) DOGGETT: Agent Scully. (SCULLY dreht sich um.) DOGGETT: Dieser Schwangerschaftsurlaub - das ist nur ein Urlaub, nicht wahr? Ich meine, Sie kommen irgendwann wieder. (SCULLY lächelt, ein warmes, etwas wehmütiges Lächeln, und verlässt schweigend das Büro.) (DOGGETT sieht sich unsicher um. Ist das Büro grad ein bißchen kühler geworden? Er dreht sich um und geht ein paar Schritte. Das "I Want To Believe"-Poster ist immer noch da. DOGGETT schüttelt gedankenverloren den Kopf. Plötzlich hört er Schritte und wirbelt zur Tür herum, ein breites Lächeln auf den Lippen.) DOGGETT: Sie sind noch nicht einmal fünf Minuten weg, Agent Scully, und ich beginne schon mich wie ein Fremder in meinem eigenen Bür... (Er verstummt, als er die Person im Türrahmen sieht, eine junge Frau, blond, mit einer Akte unter dem Arm. Agent LEYLA HARRISON. Danke, Frank.) HARRISON: Entschuldigung? DOGGETT: Kann ich Ihnen helfen? HARRISON: Eigentlich soll ich Ihnen helfen. Mein Name ist Leyla Harrison. (Sie geht auf ihn zu und streckt ihm die Hand entgegen. DOGGETT schüttelt sie wortlos.) HARRISO: Ich habe mich darauf gefreut, Sie kennen zu lernen. DOGGETT: Aha...? HARRISON: Ich habe hier einen Fall. Eine X-Akte, glaube ich. Jedenfalls hat die örtliche Polizei keine Erklärung. Ein Mord letzte Nacht im nördlichen New York. Ich habe Flugtickets für uns nach Bufallo, Niagara, gebucht. Hier ist der Verbrechensbericht. (Sie reicht DOGGETT die Akte.) DOGGETT: Verzeihen Sie, Ms. Harrison... wer sind Sie? HARRISON: (lächelnd) Oh, Mann. Sie haben es Ihnen nicht gesagt? (DOGGETT sieht definitiv so aus als hätte ihm niemand was gesagt.) HARRISON: Das ist ja so peinlich. Ich, ähm, bin Ihre neue Partnerin. (DOGGETT sieht sie wortlos an. HARRISON lächelt unsicher zurück.) SZENE 3 ELLICOT, NEW YORK 10:47 a.m. (Von oben blicken wir auf ein ankommendes Auto. DOGGETT steigt aus, nach ihm HARRISON. Sie holt eine Schreibunterlage aus ihrer Umhängetasche und sieht sehr motiviert aus. Eine Leiche wird auf einer Liege abtransportiert - wir erkennen, dass es die Leiche das ÄLTEREN MANNES ist.) HARRISON: (sich neben DOGGETT stellend) Ich habe darum gebeten, dass die Leiche nach D.C. geschickt wird. Sie wurde im Wald gefunden, etwa 45 Meter hinter dem Haus. Vielleicht sollten wir dort beginnen. DOGGETT: Fangen wir im Haus an. HARRISON: Okay. (SCHNITT ZU: Im Haus. Der Rollstuhl steht wieder aufrecht. DOGGETT duckt sich unter einer Absperrung von gelbem Polizeiband hindurch und zieht Gummihandschuhe an. HARRISON folgt ihm und liest aus einer Akte vor.) HARRISON: Der Verstorbene ist Arlen Sacks, Alter 72, Grundstücksverwalter des Grundstücks, auf dem dieses Haus steht. Es gibt keine Anzeichen eines physischen Traumas, aber die örtliche Polizei vermutet Mord aufgrund des Fundortes der Leiche. Mr. Sacks war die letzten paar Monate an einen Rollstuhl gebunden und wurde seitdem von seinem Sohn Gary versorgt, der der Hauptverdächtige ist. DOGGETT: Warum? (Er hat eine Substanz auf dem Boden gefunden und betrachtet sie auf seinem Finger.) HARRISON: Ähm, weil er auch vermisst wird. DOGGETT: (ohne sie anzusehen) Jemand hat diesen Mann getötet, ohne eine Spur zu hinterlassen. Das deutet auf Vorsatz hin und darauf, dass jemand versuchen wollte, den Mord zu vertuschen. Nur passt das nicht zusammen mit dem Abladen der Leiche im Wald und der Flucht vom Tatort, was beides auf Panik, Hast hinweist. (DOGGETT geht zum Fenster, stellt sich auf einen Stuhl, der davor steht, und reicht nach oben.) HARRISON: Das ist toll. Wie was das im letzten Teil noch mal? Das mit dem Vorsatz? (HARRISON schreibt mit. DOGGETT beachtet sie nicht und beguckt etwas auf seinem Handschuh genauer.) HARRISON: Was ist das? Schleim? DOGGETT: Ein schmaler Streifen davon ist auch da drüben auf dem Boden. (DOGGETT steigt vom Stuhl herunter und geht auf sie zu.) HARRISON: Also ist es "etwas", nicht "jemand"? (DOGGETT sieht sie wortlos an.) HARRISON: Oh Gott, das ist wirklich einen X-Akte, oder? DOGGETT: (den Sarkasmus gut verbergend) Glückwunsch. SZENE 4 (Außen. Im Wald vor dem Haus. HARRISON folgt DOGGETT.) HARRISON: Ich habe den Schleim an die Buffalo-Polizei weitergegeben. Ich sagte ihnen, wir wollen die Resultate baldmöglichst sehen. DOGGETT: (geht weiter) Wieviel Erfahrung haben Sie mit solchen Fällen, Agent Harrison? HARRISON: Also, ehrlich gesagt ist dies mein erster Fall. DOGGETT: Lassen Sie mich raten. Deputy Director Kersh hat Sie an diesen Fall gesetzt, als Agent Scullys Vertretung. HARRISON: Ja, ja, das hat er. DOGGETT: Ich weiß nicht recht, wie ich Ihnen das sagen soll, Agent Harrison. Sie werden benutzt. Deputy Director Kersh ist kein Freund der X-Akten. HARRISON: Ich glaube, Sie verstehen etwas nicht, Agent Doggett (DOGGETT bleibt stehen und dreht sich zu Harrison.) HARRISON: Ich bat um diesen Auftrag. DOGGETT: Sie baten um diesen Auftrag. HARRISON: Ich war in der Buchhaltung. Ich habe die Reisespesen von Agents Mulder und Scully bearbeitet. DOGGETT: ("Na spitze.") Dann sind Sie qualifiziert. HARRISON: Vielleicht bin ich das nicht. Aber ich kenne die X-Akten, Agent Doggett. In- und auswendig. Andere Leute wollen nicht einmal zugeben, dass es diese Fragen gibt, aber Sie stellen sich ihnen jeden Tag. Es ist einfach so aufregend für mich, ein Teil davon zu sein. Für Sie denn nicht? (DOGGETT sieht sie an und geht dann wortlos weiter.) (Wir befinden uns jetzt in einem mit Polizeiband abgesperrten Waldabschnitt. Doggett zieht sich einen Gummihandschuh an und kniet neben einigen roten Fähnchen nieder.) HARRISON: Mr. Sacks' Leiche wurde hier gefunden, aber sie haben keine Fußspuren gefunden, die hier her führen. (DOGGETT findet mehr Schleim auf dem Boden.) HARRISON: Oh mein Gott. Da ist noch mehr. DOGGETT: Sieht so aus. HARRISON: Wissen Sie, was das sein könnte? Das könnte Gallenflüssigkeit sein. (DOGGETT blickt zu ihr hoch und steht auf.) DOGGETT: (ungläubig) Gallenflüssigkeit. HARRISON: Von einem leberfressenden Mutanten. Mulder und Scully haben so ein Wesen mal in eine Rolltreppe gejagt. Es starb, aber... aber da war nur... DOGGETT: (lässt sich auf kein einziges Wort ihrer Geschichte ein und blickt suchend nach oben) Das hier ist kein leberfressendes Mutantenwesen, Agent Harrison. HARRISON: Es könnte auch ein Alien sein, das seine Haut wechselt. Laut Agent Mulders Berichten lassen sie eine schleimige Substanz dabei zurück, wenn sie... äh... (Sie stockt, als sie bemerkt, dass DOGGETT sie wortlos ansieht, und lacht nervös.) HARRISON: Sie glauben, das war es auch nicht. Ich werde eine Probe davon zum Vergleich ins Labor schicken. DOGGETT: (ruhig) Das ist eine gute Idee, Agent Harrison. (HARRISON nimmt eine Probe, geht zurück und lässt DOGGETT allein zurück. Er blickt ihr hinterher. Ein Geräusch ist zu hören. DOGGETT blickt in die Richtung. Der Schwanz der Kreatur schleicht sich gerade aus dem Bild. DOGGETT folgt dem Geräusch tiefer in den Wald.) [Tasha: Hat ihm denn niemand auf der FBI Academy gesagt, dass das vielleicht keine gute Idee ist?] SZENE 5 SCULLYs Appartment. (Es klopft an der Tür. SCULLY öffnet. Es ist MULDER.) MULDER: Hi. Fertig? SCULLY: Ja, ich hol nur meine Schlüssel. MULDER: He, vergessen Sie das nicht. (Er nimmt ein Kissen von der Couch und schiebt es sich unter den Pullover.) MULDER: Rücken entspannen, einatmen, ausatmen. (Er imitiert Atemübungen.) SCULLY: Woher wissen Sie das alles, Mulder? MULDER: Hey, ich bin arbeitslos. Ich habe viel Zeit. (Pause.) Oprah. Ich gucke viel Oprah. SCULLY: (etwas gequält) Danke, dass Sie das für mich tun. MULDER: Was ist los? SCULLY: Ich weiß nicht, ich, äh... Vielleicht sind es die Hormone, oder...ich bin einfach... es ist nur... ich fühle mich einfach so komisch bei all dem. MULDER: Bei all dem... all dem Kinderkriegen? SCULLY: Nein, nein. Den Job zu verlassen, glaube ich. Ich meine, ich... als ich heute das Büro verlassen habe, fühlte ich mich wie ein Deserteur. MULDER: Sie haben Ihre Schuldigkeit dort getan, Scully. Mehr als das. (Pause.) Sind Sie besorgt um Agent Doggett? (SCULLY nickt.) SCULLY: Wissen Sie, die gesamte Zeit, als ich dort war, hatte ich jemanden, der mir Rückendeckung gegeben hat. MULDER: Ich wette, Agent Doggett kann selbst auf sich aufpassen. Er ist ein großer Junge. Sie sollten sich jetzt um den kleinen Jungen kümmern. Oder das kleine Mädchen? Junge? Oder Mädchen? (SCULLY lächelt schwach, sagt aber nichts.) SZENE 6 (Im Wald. DOGGETT erreicht ein Rasenstück, das zu einem Haus führt. Er geht darauf zu.) (SCHNITT ZU: Im Haus. DOGGETT öffnet die Tür, tritt ein und schließt sie wieder. Es ist dunkel. DOGGETT geht den Flur entlang. Coole Musik. Das Haus sieht verlassen aus, Möbelstücke und Bilder sind mit Plastik verdeckt. DOGGETT findet einen Schreibtisch, nimmt die Plane ab, stöbert in einem Buch ("The Sixth Extinction" von Richard Leakey, innen eine Widmung: "Für Herman Stites. Mögest du finden, was du suchst") und blättert in einer Akte. Blutproben und ein Monitor sind zu sehen.) (SCHNITT: Im Flur bewegt sich etwas schnell fort und kommt vor der Tür zum Stehen.) (SCHNITT: DOGGETT hat etwas gehört. Er entsichert seine Waffe, geht langsam Richtung Tür. Er rechnet damit, dass im nächsten Moment etwas/jemand um die Ecke kommt. Richtig geraten: HARRISON rennt ihn beinahe um.) HARRISON: Huch! (DOGGETT lässt die Waffe sinken und beugt sich näher zu ihr.) DOGGETT: Agent Harrison, was tun Sie hier? HARRISON: Ich bin Ihnen gefolgt - (DOGGETT bringt sie zum Verstummen, indem er den Zeigefinger auf die Lippen legt.) DOGGETT: (leise) Es ist hier. HARRISON: Es? Welches Es? DOGGETT: (lässt sich nicht beirren) Sie sind bewaffnet, nicht wahr? (HARRISON tastet nach ihrer Waffe.) HARRISON: (sehr unsicher) Was soll ich tun? (Wir sehen, wie sehr ihre Hand mit der Waffe zittert.) DOGGETT: Ich möchte, dass Sie nach draußen gehen und an der Eingangstür warten. Was auch immer es ist, ich werde versuchen, es nach draußen zu scheuchen. (HARRISON dreht sich um.) DOGGETT: Agent HARRISON! (Sie dreht sich wieder zu ihm um.) Entsichern Sie Ihre Waffe. (HARRISON tut wie ihr geheißen und wendet sich zum Gehen. DOGGETT sieht ihr kurz hinterher.) (SCHNITT ZU: HARRISON verlässt das Haus. Sie hört ein Geräusch, sieht sich besorgt um, guckt dann nach oben, wo ihr etwas vom Dach entgegen springt.) (SCHNITT ZU: DOGGETT im Haus. Er geht gerade die Treppe hinauf, da hört er Schüsse.) (SCHNITT ZU: DOGGETT kommt mit erhobener - und entsicherter, nicht wahr - Waffe aus dem Haus. HARRISON ist nirgendwo zu sehen.) DOGGETT: Harrison? Agent Harrison! (Keine HARRISON. DOGGETT sieht Spuren im Gras, die vom Haus in den Wald führen, und folgt ihnen. Später steht er unter ein paar Bäumen, wo der Boden von abgefallenen Blättern bedeckt wird. Er hört ein Geräusch, da öffnet sich der Boden unter ihm und er fällt hinein. Eine Falltür schließt sich hinter ihm.) SZENE 7 (Im Wald. Ein ganzer Haufen Polizisten kämmt das Gelände durch. Wir sehen SKINNER. Sein Handy klingelt.) SKINNER: Skinner. SCULLY: (in ihrem Appartment) Ist es wahr? SKINNER: Agent Scully. SCULLY: Ich kann Agent Doggett nicht erreichen und jemand sagte mir, er wird vermisst. SKINNER: Er hat einen Mordfall untersucht und sich nicht zurückgemeldet. SCULLY: Warum wurde ich nicht verständigt? SKINNER: Agent Scully, machen Sie sich keine Sorgen. SCULLY: Ich mache micht jetzt auf den Weg zum Bureau. SKINNER: Nein, das machen Sie nicht. SCULLY: Sir, weisen Sie mich gerade an, nicht nach Agent Doggett zu suchen? SKINNER: Ich habe jeden verfügbaren Polizeibeamten hier draußen. Sie sind jetzt auf Mutterschaftsurlaub. Vertrauen Sie einfach darauf, dass wir alles tun, was wir können. SCULLY: Ich weiß, dass Sie das tun. Aber was ist, wenn das nicht reicht? (SKINNER hat keine Antwort. Scully legt auf. Wir sehen dabei, dass sie äußerst schwanger ist.) SZENE 8 (DOGGETT liegt bewusstlos auf dem Boden. Es ist beinahe stockfinster. Er kommt zu sich, richtet sich auf. Offenbar hat er ziemliche Kopfschmerzen. Er knipst seine Taschenlampe an, sieht den Schacht hinauf, den er gerade herunter gefallen ist und erkundet die Umgebung. Wir sind in einer Art Höhle mit einigen schwach beleuchteten Ecken. Er nimmt sein Handy heraus - Doggett trägt Nokia - und liest "Kein Netz".) SZENE 9 (Autopsieraum. MULDER betritt den Raum und geht auf SCULLY zu, die mit einer ASSISTENTIN neben einer Leiche steht.) ASSISTENTIN: Ich bringe das ins Labor. SCULLY: Danke. (ASSISTENTIN verlässt den Raum.) MULDER: Wie in alten Zeiten. Sie in Kittel und Handschuhen, am Herumschnippeln. SCULLY: Was tun Sie hier, Mulder? MULDER: Ehrlich gesagt, äh, hab ich meine Besuchergruppe verloren. (Er zeigt auf seinen Besucher-Ausweis.) Die bessere Frage ist, was tun Sie hier? SCULLY: Ich habe etwas gefunden, das dabei helfen könnte, Agent Doggett zu finden. Das hier (deutet auf die Leiche) ist Arlen Sacks, das Mordopfer, das Doggett untersuchte. Dieser alte Mann wurde nicht ermordet, Mulder, er starb an einem Herzversagen, offensichtlich nachdem er mit einer chemischen Substanz erblindet wurde. In den Augenhöhlen fanden sich Spuren einer schleimigen Substanz - (Mit einem Stab wischt sie über ein Auge der Leiche.) SCULLY: (fortfahrend) - die als hydrolytische Enzyme bekannt sind. MULDER: Gift. Produziert von Reptilien. SCULLY: Woher wissen Sie das? MULDER: Bevor Agent Doggett und seine Partnerin verschwanden, schickten sie Proben zum Analysieren ein. Hydrolytische Enzyme. Skinner hat es mir erzählt. SCULLY: Ich, ähm, ich habe auch einige Bakterien in dem Gift gefunden und werde eine Kultur anlegen. MULDER: Lassen Sie das jemand anders machen. (SCULLY sieht ihn an.) MULDER: Es gibt jetzt andere Prioritäten. SCULLY: Ich weiß, aber das ist eine X-Akte, Mulder, und Sie sind nicht mehr beim FBI. Wenn ich jetzt nach Hause gehe, woher soll Skinner jemanden nehmen, der qualifiziert ist, diesen Fall zu untersuchen? MULDER: Ich weiß, wo er so jemanden finden könnte. (SCULLY sieht ihn halb fragend, halb wissend an.) SZENE 10 (Im Tunnel. DOGGETT öffnet ein Gitter und geht den Gang hinunter. Er findet auf dem Boden etwas rötlich Leuchtendes. Es ist ein Hundekopf ohne Haare. Da hört er ein Geräusch und springt auf. Nichts da. Langsam dreht er sich um. Plötzlich springt ihm ein Wesen entgegen und besprüht ihn mit einer Flüssigkeit. Das Wesen klettert an der Wand klettert und verschwindet. DOGGETT feuert fünf Schüsse hinterher. Dann wischt er sich über die Augen. Wir sehen, dass er sein Umfeld nur noch undeutlich erkennt. Hinter ihm quietscht eine Tür. Er dreht sich um. Es ist HARRISON.) HARRISON: Agent Doggett? DOGGETT: Genau hier. (Sie gehen aufeinander zu.) DOGGETT: Sind Sie in Ordnung? HARRISON: Es hat etwas in meine Augen gespritzt. Ich kann nicht klar sehen. DOGGETT: Da sind wir schon zwei. HARRISON: Drei, eigentlich. (Sie führt ihn einen Gang entlang. Jemand sitzt dort, an die Wand gelehnt, bewegungslos, das Gesicht verätzt.) HARRISON: Ich glaube, das ist Gary Sacks, der Sohn des Mordopfers. DOGGETT: (zu HARRISON) Wie sind Sie hier runter gekommen? HARRISON: Ich glaube, es hat mich hierher geschleppt. Ich weiß nicht genau. Was machen wir jetzt? DOGGETT: Ich weiß es nicht. (DOGGETT deckt GARY SACKS mit seinem Mantel zu.) HARRISON: Mulder und Scully haben einmal einen Fall in Florida untersucht, in dem unterirdische Männer Leute in unterirdische Höhlen geschleppt haben. DOGGETT: Nein, das ist kein Mann. Ich bin durch eine Art Falltür gefallen. Ich nehme an, jemand hat sie dort hingebaut, um für lebenden Proviant für dieses Ding zu sorgen. HARRISON: Meinen Sie etwa, das schließt uns mit ein? DOGGETT: Ich habe nicht vor, hier zu warten und das heraus zu finden. (DOGGETT steht auf.) DOGGETT: Diese Tunnel wurden von Alkoholschmugglern während der Prohibition erbaut. Es muss einen Weg zurück zum Haus geben. HARRISON: Da oben ist etwas, glaube ich. Ein Licht. (Sie sehen nach oben. Ein verschwommenes Licht ist über ihnen zu sehen.) DOGGETT: Ich kann nicht abschätzen, wie weit oben das ist. SZENE 11 (Im Wald. Ein blaues Auto fährt vor. MULDER steigt aus. Es sieht aus als würden die Suchmannschaften gerade einpacken. SKINNER sieht ihn und kommt auf ihn zu.) SKINNER: Mulder, Sie sollten gar nicht hier draußen sein. MULDER: Ich bin nicht hier draußen. Was ist mit der Suche? SKINNER: Die Polizei in West Ellicot fand Doggetts Wagen vor einem Supermarkt ungefähr eine halbe Stunde von hier entfernt. MULDER: Wie ist er dort hin gekommen? SKINNER: Das weiß ich nicht, aber wir konzentrieren unsere Suche auf andere Regionen. (MULDER sieht sich um und geht.) SKINNER: Wohin gehen Sie? MULDER: Ich glaube, ich mache einen Waldspaziergang. SKINNER: Wir hatten schon 40 Leute hier, die alles abgesucht haben, Mulder. MULDER: Na, was soll's, ich bin schon gekündigt, stimmt's? (SCHNITT ZU: DOGGETT, der den Schacht hochklettert. Ohne Jackett. HARRISON steht unten und beobachtet ihn.) (SCHNITT ZU: MULDER im Wald, an der Stelle, wo die Leiche gefunden wurde. Er blickt sich um.) (SCHNITT ZU: DOGGETT, der immer noch klettert.) (SCHNITT ZU: MULDER kommt aus dem Wald und bleibt auf dem Rasen vor dem Haus stehen.) (Kurzer SCHNITT ZU: DOGGETT, der sich hoch hangelt.) (SCHNITT zurück:) SZENE 12 (Vor dem Haus. MULDER hat etwas im Gras entdeckt und hebt es auf.) MÄNNLICHE STIMME: Ich dachte, ihr seid alle weg. MULDER: Sie sind...? STITES: Herman Stites. Ich bin der Besitzer dieses Grundstücks. MULDER: Sie sind genau der Mann, mit dem ich reden wollte, Mr. Stites. Haben Sie irgend etwas Ungewöhnliches hier gesehen? STITES: Ungewöhnlich? Inwiefern? MULDER: Gefährliche Tiere. Reptilien. STITES: Ich bin verwirrt. Ich dachte, die Polizei sucht nach einem Mann. Nach Arlens Sohn, Gary. MULDER: Nach ihm suchen sie auch. (SCHNITT ZU: DOGGETT, der nun fast oben angelangt ist. Er blickt zurück zu HARRISON. Er sieht sie sehr undeutlich. Und ziemlich weit unten. Als er weiterklettert, rutscht er plötzlich ab und ein Stück nach unten, fängt sich aber.) HARRISON: Agent Doggett? DOGGETT: Ich bin ok. (Die Kamera wandert langsam nach oben, bis wir uns über der Erde befinden.) [Tasha: Ich liebe die Kameraführung in dieser Ep. Sehr nett.] MULDER: Ich glaube nicht, dass Gary Sacks das Verbrechen begangen hat, Mr Stites. Ich glaube, er ist selbst ein Opfer. STITES: Ich habe Ihren Namen nicht verstanden, Agent. MULDER: Kersh. Alvin Kersh. STITES: Ich bin ein Wissenschaftler, Mr. Kersh. MULDER: (interessiert) Was für ein Wissenschaftler sind Sie? STITES: Biologe. Ich weiß einiges über Tiere. Sie verschleppen Männer normalerweise nicht in den Wald wie den armen Mr. Sacks. MULDER: Ich glaube nicht, dass das ein Tier war. Ich glaube, es war ein Mann, der eine Art Reptiliengift benutzt, um ihn vorher erblinden zu lassen. STITES: Das wäre ein ganz schön ausgefallener Trick. MULDER: Nun, man müsste genau wissen, was man tut. Man müsste, sagen wir, ein Wissenschaftler sein. STITES: Beschuldigen Sie mich gerade, Mr. Kersh? MULDER: Nein, ich denke nur laut, Mr. Stites. (MULDER geht zurück in den Wald. STITES, nicht sehr erfreut, sieht ihm hinterher.) (SCHNITT ZU: DOGGETT, der beinahe den Schachteingang erreicht hat. Er drückt ein rundes Gitter zur Seite und hält sich mit einer Hand am Rand fest. Verschwommen sieht er die Füße einer sich nähernder Person. Wir erkennen STITES. Er sieht immer noch nicht sehr erfreut aus.) DOGGETT: Ich könnte eine helfende Hand gebrauchen. (STITES tritt auf DOGGETTs linke Hand. DOGGETT verzieht schmerzvoll da Gesicht und lässt los. Er fällt den Schacht hinunter und landet hart auf dem Boden. HARRISON kann gerade noch zur Seite springen. Das Bild blendet aus.) SZENE 13 (DOGGETT liegt benommen auf dem Boden.) HARRISON: Agent Doggett, was ist passiert? DOGGETT: Ich bin abgerutscht, dank dem netten Herrn da oben. (Sie hören ein Geräusch von oben und blicken auf. DOGGETT rappelt sich auf. STITES blickt in den Schacht hinunter.) DOGGETT: Hey! Hey!! Hey! Ich bin ein Bundesagent! (STITES, ungerührt, schiebt das Gitter an seinen Platz zurück, steht dann auf und geht.) HARRISON: Ich verstehe das nicht. Warum will er uns hier eingesperrt lassen? DOGGETT: Sie wollten das Unbekannte sehen, Agent Harrison. Sie sehen es gerade. HARRISON: Aber wer ist er? DOGGETT: Eine Art von Wissenschaftler, nehme ich an. Ich habe ein paar Bücher und Aufsätze über Biologie in seinem Arbeitszimmer gesehen. HARRISON: Es... es könnte eine Art symbiotischer Beziehung zwischen diesem Mann und der Kreatur sein. Mulder und Scully - DOGGETT: (unterbricht sie) Mulder und Scully sind nicht hier, Agent Harrison. Wir sind hier. Und wildes Spekulieren wird uns nicht helfen, den Ausgang zu finden. HARRISON: Sie glauben, ich bin ziemlich dumm, nicht wahr? (DOGGETT tritt näher an sie heran.) DOGGETT: (ruhig) Ich schätze Ihren Enthusiasmus, aber Sie ziehen voreilige Schlüsse, ohne die Fakten in Betracht zu ziehen. Ich möchte, dass Sie jetzt hier bei ihm bleiben, während ich einen anderen Ausweg suche. Und falls dieses Ding Ihnen zu nahe kommt - (Er gibt ihr seine Waffe. Sie nimmt sie zögernd.) DOGGETT: - möchte ich, dass Sie schießen. (HARRISON nickt. DOGGETT geht. HARRISON wendet sich Gary Sacks zu.) HARRISON: Agent Doggett! (DOGGETT dreht sich um und kommt zurück.) HARRISON: Er ist weg. DOGGETT: Was meinen Sie damit, er ist weg? (DOGGETT nimmt seinen Mantel, der verlassen auf dem Boden liegt.) HARRISON: Ich weiß nicht. Es muss ihn mitgenommen haben. SZENE 14 (Nacht. Grillen zirpen. Wir sehen etwas auf den betonierten Boden fallen. Die Kamera wandert nach oben. Wir sehen MULDER, der im Wagen sitzt, Sonnenblumenkerne isst und die Schalen aus dem Fenster spuckt. Er beobachtet STITES' Haus. Da klingelt sein Telefon.) MULDER: Mulder. (SCULLY trägt einen weißen Kittel und telefoniert von einem Büro aus.) SCULLY: Mulder, was tun Sie gerade? MULDER: Ich spucke Sonnenblumenkerneschalen auf Herman Stites' Einfahrt. Was tun Sie, Scully? SCULLY: Ich habe gerade mit Skinner telefoniert, er ist stinkwütend. Dieser Stites hat ihn angerufen und gesagt, Sie würden sich für Deputy Director Kersh ausgeben und grundlose Anschuldigungen machen. MULDER: Warum ist er denn wütend? Weil ich mich für Kersh ausgebe oder weil ich Stites belästige? SCULLY: Mulder, das Opfer hatte Reptiliengift in den Augen, und jetzt sagen Sie, das hat ein Mann getan? MULDER: Was würden Sie sagen, was es war, Scully? SCULLY: Ich weiß, das könnte schwer zu glauben sein, da es von mir kommt, aber eine Art Angriff durch ein Reptil ist die einzige Erklärung, die mit den wissenschaftlichen Beweisen vereinbar ist. MULDER: Ich glaube nicht, dass wir es hier mit einem Monster zu tun haben, ich glaube, es ist ein Mann. SCULLY: Warum sagen Sie das? MULDER: Sie haben es weiter verschenkt. SCULLY: Wie bitte? MULDER: Mein Apollo-Medaillon. SCULLY: Sie haben es gefunden? (MULDER hat es in der Hand und dreht es hin und her.) MULDER: Ja. Ich habe es im Gras auf Stites' Grundstück gefunden. Doggett muss hier irgendwo sein. (SCHNITT ZU: Die Tür hinter Scully öffnet sich und die ASSISTENTIN schaut herein.) ASSISTENTIN: Agent Scully? SCULLY: Ich muss auflegen. (Sie legt auf und folgt der ASSISTENTIN nach draußen.) SZENE 15 (Ein Labor. Auf einem Computer-Monitor erkennen wir dunkle Flecken auf einem hellroten Hintergrund. SCULLY und die ASSISTENTIN stehen davor.) SCULLY: Was sehe ich mir hier an? ASSISTENTIN: Auf Ihre Bitte hin haben wir die Bakterien aus den hydrolytischen Enzymen, die alten Mann in die Augen gesprüht wurden, kultiviert. SCULLY: Es sieht aus als würden sie das Gewebe zerstören. ASSISTENTIN: Genau das tun sie. Das Gift lässt sein Opfer erblinden, dann scheiden die Bakterien Protease und Collagenase im gesamten Körper des Opfers aus. SCULLY: Verdauungsenzyme. ASSISTENTIN: Muskeln, Knochen, alles verflüssigt sich langsam, um leicht verdaut werden zu können, während die Haut des Opfers hart und brüchig wird und sich zu einem Beutel oder einer Schale formt, aus der das Reptil trinken kann. SCULLY: Also besprüht das Reptil sein Opfer und muss dann nur noch warten. ASSISTENTIN: (nickt) Es gibt Beispiele für diesen Vorgang in der Natur. SCULLY: Ja, aber es gibt keine Tierart, die all das tun kann. Bis jetzt, heißt das. ASSISTENTIN: (dreht sich zu SCULLY) Was meinen Sie damit? (SCULLY verlässt wortlos den Raum.) SZENE 16 (DOGGETT in einem Tunnel. Er tastet sich vorwärts. Seine Sicht ist sehr verschwommen. HARRISON folgt ihm.) DOGGETT: Wie war das mit dem Blinden, der den Blinden führt? (Wir sehen HARRISON, die sich an ihm festhält.) HARRISON: Ich schulde Ihnen eine Entschuldigung, Agent Doggett. DOGGETT: Sie machen das toll, Agent Harrison, weiter so. HARRISON: Sie haben Recht, ich bin nicht qualifiziert. (DOGGETT entscheidet sich, nicht darauf einzugehen.) DOGGETT: Wir werden einen Weg hier raus finden, Agent Harrison. HARRISON: Ich glaube, ich nicht. (DOGGETT bleibt stehen und dreht sich zu ihr um.) DOGGETT: Warum? Was ist los? HARRISON: Was auch immer mit Sacks passiert ist, ich glaube, es passiert auch mit mir. Ich bin jetzt völlig blind. (DOGGETT sieht sie wortlos an. Ein Geräusch ist zu hören. Das Wesen sitzt ein Stück von ihnen entfernt auf dem Boden, über etwas gebeugt. DOGGETT sieht es und feuert sechsmal. Das Wesen krabbelt an der Wand entlang und verschwindet, DOGGETT rennt ihm nach, biegt um eine Ecke und steht vor einer verschlossenen Tür.) HARRISON: Oh Gott... Agent Doggett! (DOGGETT tastet sich zu Harrison zurück.) HARRISON: Ich glaube, es ist Gary Sacks. (DOGGETT blickt auf einen Mann hinunter, der bewegungslos auf dem Boden liegt. Seine Haut leuchtet rot.) SZENE 17 (MULDER sitzt im Auto. Sein Telefon klingelt.) MULDER: Mulder. SCULLY: Sie hatten Recht mit Herman Stites, Mulder. MULDER: Was haben Sie herausgefunden? SCULLY: Nun, Stites ist ein Kryptobiologe, spezialisiert in Reptilien-Genetik. Hören Sie sich das an: Hier steht, dass er letztes Jahr einen Aufsatz veröffentlicht hat, in dem er behauptet, kurz davor zu sein eine neue Reptilienart zu erschaffen. MULDER: Sie glauben nicht, dass er Erfolg hatte, oder? SCULLY: Ich weiß es nicht. Er hat sich zurückgezogen und danach nie wieder etwas veröffentlicht. Aber, Mulder, die Bakterien in diesem Gift - falls Stites genetisch Reptilienzuchten verändert, könnte das die besonderen Merkmale erklären. (MULDER sieht etwas, das sich im Wald bewegt.) SCULLY: Mulder, hören Sie mir zu? (Etwas huscht durch die Bäume.) SCULLY: (besorgt) Mulder? Mulder? MULDER: Ich glaube, Mr. Stites hat einiges mehr als nur das zu erklären. (Er beendet das Gespräch und steigt aus, dann läuft er dem hinterher, was er gerade gesehen hat.) SCULLY: (in ihr Telefon) Mulder! Mulder! [Tasha: Das war ein MulderDitch, oder?] (MULDER sieht das Wesen, das auf dem Rasen vor dem unbeleuchteten Haus sitzt. Er verfolgt es. Das Wesen klettert die Hauswand hoch und auf das Dach. MULDER guckt ihm hinterher, dann rennt er zur Eingangstür und findet sie verschlossen. Er klopft laut an.) MULDER: Mr. Stites! Mr. Stites, machen Sie auf! SZENE 18 (Im Haus. Das Wesen schleicht auf allen Vieren die Treppe hinunter. Es verwandelt sich in STITES, unbekleidet. MULDER prügelt immer noch gegen die Tür.) MULDER: Mr. Stites! Öffnen Sie die Tür! (SCHNITT ZU: MULDER steht vor der Tür.) MULDER: Mr. Stites! (SCHNITT ZU: STITES guckt zur Tür. Auf seiner rechten Wange befindet sich ein Stück Haut, das noch reptilienhaft aussieht. Er wischt darüber und es verwandelt sich in menschliche Haut.) MULDER: Mr. Stites! (MULDER klopft noch einmal an die Tür. Dann dreht er sich um, nimmt sein Telefon und beginnt zu wählen. Da öffnet sich die Tür. STITES trägt ein Shirt und dunkle Hosen.) STITES: Was wollen Sie? (MULDER schiebt sich an ihm vorbei ins Haus. STITES schließt die Tür.) MULDER: Wo ist es, Mr. Stites? Dieses Wesen, das Sie beschützen, Ihre Kreatur? Ich glaube nicht, dass Sie das wollten, aber letzte Nacht ist es entkommen und griff den Grundstücksverwalter und seinen Sohn an und dann meine Kollegen. (STITES sagt kein Wort.) MULDER: Also, ich könnte in einer Stunde 50 Mann hier haben, die alles durchkämmen. (STITES sagt immer noch kein Wort.) MULDER: (wird langsam sauer) Wo sind sie, Mr. Stites? SZENE 19 (HARRISON sitzt auf dem Boden. DOGGETT kommt zu ihr. Sie erschrickt.) DOGGETT: Alles in Ordnung, ich bin's. Das macht verdammt noch mal keinen Sinn. Es gibt keinen Ausgang bis auf diese Tür. HARRISON: Vielleicht schon. (Jemand schlägt gegen die Tür.) MULDER: (hinter der Tür) Agent Doggett! DOGGETT: Genau hier! (DOGGETT hilft HARRISON auf die Beine. MULDER kommt um die Ecke, gefolgt von STITES.) MULDER: Alles in Ordnung, Agent Doggett. Wir holen Sie hier raus. DOGGETT: Wer ist das da bei Ihnen? MULDER: Das ist der Mann, der hier wohnt. DOGGETT: Er beschützt dieses Ding. Er hat uns hier unten eingesperrt. MULDER: Agent Doggett, ich weiß... HARRISON: Er ist es. Er beschützt es nicht, er IST es! [Tasha fragt sich, woher sie das weiß.] (MULDER und DOGGETT drehen sich um. STITES ist verschwunden. MULDER rennt zur Tür. Sie ist verschlossen.) DOGGETT: Agent Mulder. (MULDER hört etwas. Er geht langsam zu DOGGETT und HARRISON zurück.) MULDER: Agent Doggett, ich habe keine Waffe. Ich komme, um Ihre zu holen. (Ein Geräusch über ihnen.) MULDER: Oder doch nicht. (DOGGETT zieht seine Waffe.) DOGGETT: Mulder, ich kann nichts sehen. Mulder, wo ist es? MULDER: Es ist genau über Ihnen. (Wir sehen das Wesen, das unter der Decke des Tunnels hängt. DOGGETT zielt nach oben.) MULDER: Es kommt hierher. (Das Wesen kommt langsam näher.) DOGGETT: Wo, Mulder? Ich sehe nichts. MULDER: Zielen Sie nach unten. (MULDER sieht, wie das Wesen sich zu ihm wendet und zum Sprung ansetzt.) MULDER: Zielen Sie in Richtung meiner Stimme. (DOGGETT richtet die Waffe in Mulders Richtung.) DOGGETT: Nein! Ich werde Sie treffen! MULDER: Sie werden mich nicht treffen. DOGGETT: (laut) Ich kann nichts sehen! MULDER: (lauter) Zielen Sie in Richtung meiner Stimme! DOGGETT: Wo ist es? MULDER: Zielen Sie auf mich! DOGGETT: Nein! MULDER: Ich sage Ihnen, wann Sie schießen sollen. (Das Wesen springt auf MULDER zu.) MULDER: Schießen Sie! (DOGGETT schießt zweimal. Whooo boy.) DOGGETT: Agent Mulder? Agent Mulder! (MULDER steht plötzlich dicht neben DOGGETT und legt ihm eine Hand auf die Schulter.) MULDER: Ich bin hier. Ich bin hier, Agent Doggett. (Erleichtert lässt DOGGETT die Waffe sinken. MULDER geht zum Wesen, das auf dem Rücken liegt. Es verwandelt sich zu STITES zurück. Wir sehen zwei Einschusslöcher in seiner Brust.) SZENE 20 WASHINGTON MEMORIAL HOSPITAL (DOGGETT kommt aus einem Zimmer. Halb in Gedanken blickt er durch die Glasscheibe in der Tür.) SCULLY: Agent Doggett? (Er dreht sich nach links. MULDER und SCULLY kommen auf ihn zu.) DOGGETT: Ist es soweit? (Er deutet auf SCULLYs Unterleib.) (MULDER und SCULLY sehen sich an und beginnen zu lächeln.) SCULLY: Nein. MULDER: Nein. SCULLY: Nein. MULDER: Wir sind nur vorbei gekommen, um Agent Harrison zu besuchen. SCULLY: Wie geht es ihr? DOGGETT: Sie erhält die gleiche Behandlung gegen das Gift wie ich auch. Ihr Augenlicht ist mehr oder weniger vollständig wieder da. Die Ärzte sagen, körperlich wird sie in Ordnung kommen. SCULLY: Skinner sagte, sie wird nicht zu den X-Akten zurück kehren. DOGGETT: Das war ihre Entscheidung. Ich werd's eine Weile alleine machen. (SCULLYs Gedanken sind deutlich auf ihrem Gesicht lesbar. Sie blickt zu Boden.) MULDER: Ich möchte Ihnen etwas zurück geben. Ich glaube, Sie verdienen, es zu verhalten. (Er reicht DOGGETT etwas. Wir sehen nicht, was es ist.) DOGGETT: Ich schätze die Geste, aber wenn es Ihnen nichts ausmacht - jemand anderes sollte es haben. SZENE 21 (HARRISON in ihrem Krankenhausbett. Sie hält das Apollo-Medaillon mit beiden Händen und lächelt breit.) HARRISON: Ist nicht wahr. (MULDER und SCULLY stehen nebeneinander an ihrem Bett.) HARRISON: Das bedeutet... ich kann Ihnen gar nicht sagen, was das für mich bedeutet. (SCULLY sieht etwas verlegen aus, MULDER lächelt schief.) HARRISON: Kann ich Sie etwas fragen? MULDER: (unsicher) Sicher. HARRISON: Als Sie in der Antarktis waren, um Agent Scully davor zu retten, von diesem Raumschiff entführt zu werden, und als dann Ihr Schneemobil kein Benzin mehr hatte... Wie sind Sie da zurück gekommen? (SCULLY guckt fragend zu MULDER, dessen Unterkiefer eine Etage tiefer gerutscht ist. Was folgt, ist eine Diskussion zwischen den beiden, die so typisch und amüsant ist, dass man sie mehrmals gucken möchte. Beide schlüpfen in ihre typischen Rollen, unterbrechen sich gegenseitig, argumentieren, diskutieren, SCULLY gestikuliert ausgiebig und MULDER setzt sein etwas spöttisches Lächeln auf, während HARRISON wortlos von einem zum anderen guckt.) SCULLY: (wissenschaftlich, skeptisch, ganz Scully) Nun, also, erst einmal wurde nie (räuspert sich) eindeutig bewiesen, dass es ein Raumschiff war... MULDER: (ganz Mulder) Wurde es nicht? (HARRISON ist sprachlos und guckt die beiden mit großen Augen an.) SCULLY: Nun, nein, was geschah, war, dass wir heruntergefallen sind von etwas, das... MULDER: "Etwas"? SCULLY: ... das sich aus dem Eis heraus hob. MULDER: Was war es denn Ihrer Meinung nach? SCULLY: Also, ich weiß nicht, was es war. Aber wir haben es nie... MULDER: Es war kein Raumschiff? SCULLY: ...wir haben eigentlich nie ein Raumschiff gesehen. MULDER: Ich kann nicht glauben, dass Sie sagen, es wäre kein Raumschiff gewesen. Sie haben es doch gesehen. SCULLY: Nun ja, es konnte gar kein Raumschiff sein... MULDER: Natürlich war es ein Raumschiff. SCULLY: Also, wir wissen nicht, ob es ein Raumschiff war. Sie haben kein Foto oder so etwas in der Art. MULDER: Sie wissen, dass es ein Raumschiff war. Sie haben es gesehen. Und in meiner Erinnerung... SCULLY: Nein, nein, nein, nein, denken Sie daran, ich war bewusstlos, und als ich aufwachte, habe ich kein Raumschiff gesehen. MULDER: Ach, nun kommen Sie schon, Scully, es war ein Raumschiff. SCULLY: Mulder, nein, nein, nein! MULDER: ...und Sie waren halb erfroren, und ich habe Sie in meinen Armen gehalten und... SCULLY: Nein, SIE waren halb erfroren, und ich habe Sie gehalten, und dann waren Sie nicht mehr halb erfroren und dann... (Die Diskussion geht weiter. Während die Kamera zur Tür wandert, werden ihre Stimmen undeutlicher. DOGGETT steht vor der Tür und beobachtet die Szene im Zimmer durch das kleine Sichtfenster in der Tür. Mit einem traurig-nachdenklich-müden Gesichtsausdruck nickt er, dann wendet er sich ab und geht den leeren Krankenhausflur hinunter.) ENDE. TRANSCRIPT/ÜBERSETZUNG: Tasha - xfbluemoon@yahoo.com