T H E X - F I L E S _____________________________________________________________________________________________________ DeadAlive [8ABX15] - Transcript - US Airdate: April 1, 2001 German Title: LebendigTod Written by: Chris Carter & Frank Spotnitz Directed by: Tony Wharmby Translater: Therese Daeberitz Original TS: CarriK Disclaimer: The following transcipt has not been approved by Chris Carter, 1013 Production or 20th Century Fox and it reflects the aired episode - not the original script version. The original transcript has been translated into German before aired there so this script does not identical with the screen dialogues. The X-Files and all characters is owned by Chris Carter and 1013 Productions. All rights reserved. TEASER ANSAGER [im U.S.-Original ist das Chris Carter]: In einer früheren Folge von Akte X: (Die folgenden Szenen stammen aus "This Is Not Happening" [8ABX14]): SCULLY und DOGGETT befragen ABSALOM ABSALOM: Ihre [Raum-]Schiffe kommen hier rein und werfen die Entführten raus. Ich gehe los und nehme sie mit, damit ich ihnen helfen kann. Es werden Szenen von Raumschiffen gezeigt, die Entführte zurückbringen, TERESA wird unverzüglich geheilt. REYES [voiceover]: Er is unter dem Namen Absalom bekannt - der namentliche Führer eines Weltuntergangskults welcher glaubt, Außerirdische würden zur Jahrtausendwende die Weltherrschaft übernehmen. Das FBI dringt in einen Gebäudekomplex ein. SCULLY: Wo ist Mulder? ABSALOM: Als sie hier reingekracht kamen, habe ich versucht, auch ihm zu helfen. SCULLY sieht MULDER'S leblosen, vernarbten Körper, andere Agenten stehen um sie herum. SCULLY: Nein... Nein. [schreit] NEIN!!! (ab hier beginnt "DeadAlive"): RALEIGH, NORTH CAROLINA Ein alter, mit Schnee bedeckter Friedhof. Ein GEISTLICHER hält eine Trauerrede an einem geöffneten Grab. Ein geschlossener Sarg außerhalb des Grabes wird sichtbar. Es sind nur wenige Trauergäste anwesend: DIRECTOR KERSH, DOGGETT, THE LONE GUNMEN, zwei oder drei AGENTEN. SCULLY steht an der Kante des Grabes, neben ihr MRS. SCULLY und SKINNER. GEISTLICHER: Asche zu Asche, Staub zu Staub. Wir sind heute hier, um den Körper von Fox Mulder seiner Ruhestätte zu übergeben. Wir beten zu Gott, dass er seine Seele befreit und die tiefen Mysterien auflöst, die Fox Mulder so unermüdlich suchte, um sie aufzudecken. Lasset uns nun für seinen ewigen Frieden beten... Die Kamera zeigt uns Großaufnahmen von SCULLY. Sie ist komplett schwarz gekleidet, hält ein weißes Taschentuch. Ihre Augen sind geschlossen, ihre Hand greift ihren Bauch... GEISTLICHER: 'Ich bin die Auferstehung und das Leben,' sagte der Herr. 'Wer an mich glaubt, wird leben, obwohl er tot ist und wer lebt und an mich glaubt, wird niemals sterben.' SCULLY öffnet ihre Augen und atmet tief ein. Kurze Zeit später schaltet der BESTATTER den Motor ein, der den Sarg in das Grab absenkt. Dann geht er, zusammen mit dem GEISTLICHEN. Alle anderen gehen auch, SCULLY und SKINNER sind die einzigen, die noch am Grab stehen. SCULLY: Er war der letzte. Sein Vater und seine Mutter... seine Schwester. Alle tot. Ich glaube, die wirkliche Tragödie ist die, dass ihm für seinen ganzen Schmerz und für seine Suche... die Wahrheit, die er so angestrengt suchte... niemals wirklich offenbart wurde. SKINNER schaut auf sie herunter und hört zu. SCULLY: [ihre Stimme bricht] Ich kann einfach nicht glauben, dass ich hier wirklich stehe. SKINNER: [sanft] Ich weiß... Und ich kann einfach nicht glauben, dass Mulder der letzte ist. SCULLY'S Gesicht zittert vor Trauer und Emotionen. Sie kniet sich nieder, nimmt eine handvoll Erde und lässt sie auf den Sarg fallen, welcher jetzt auf dem Boden des Grabes steht. Sie richtet sich wieder auf, lehnt ihren Kopf an SKINNER'S Brust und weint leise. Ihre Arme hängen schlaff nach unten. SKINNER legt seine Arme sanft um sie. OPENING CREDITS DREI MONATE SPÄTER Die Tür geht auf und DOGGETT kommt herein. Er setzt sich auf den freien Platz neben WALTER SKINNER, beide richten ihre Blicke auf KERSH und seinen Schreibtisch. KERSH hat ein ziemlich zufriedenes Grinsen in seinem Gesicht, doch SKINNER sieht eher depressiv und frustriert aus. KERSH: Lächeln Sie, John. Sie sehen nervös aus. Ich habe Sie hier her gebeten, um sie weiter zu empfehlen. Er gibt DOGGETT einen Brief. DOGGETT: Was ist das? KERSH: Ein Brief an den Direktor, der Ihre verdienstvollen Anstrengung bei der Bergung von Agent Fox Mulder anführt. Und eine Empfehlung, dass man bei der Beförderung an Sie denkt. DOGGETT scheint sich wegen seiner Ehrung sichtlich unwohl zu fühlen, nervös schaut er zu SKINNER hinüber, dem sogar noch unwohler zu sein scheint. DOGGETT: Sir, der stellvertretende Direktor hier verdient mehr Anerkennung als ich... SKINNER: [vermeidet Augenkontakt] Deputy Director Kersh sprach schon eine Weile mit mir, bevor Sie hier her kamen. Er dankte mir und bat mich, Ihnen ebenfalls einen Brief zu schreiben. [er hält eine Weile inne] Offiziell sind Sie nun von den X-Akten in eine Abteilung versetzt, die Ihren Talenten besser gerecht wird. KERSH lächelt DOGGETT an. KERSH: Ein Mann meiner Worte, John. DOGGETT lächelt ein wenig und erhebt sich. DOGGETT: Danke für Ihre Unterstützung, Sir. Aber wie bei jeder anderen Sache auch, möchte ich, äh... zunächst über eine Versetzung nachdenken. KERSH sieht DOGGETT warnend an. KERSH: Angeln Sie, solange die Fische anbeißen, John. DOGGETT nickt kurz um ihm zu zeigen, dass er seine Warnung akzeptiert. Danach verlässt er den Raum. X-Akten-Büro. SCULLY steht am Aktenschrank und sucht die Ordner durch. Hinter ihrem hochschwangeren Bauch sehen wir das "I WANT TO BELIEVE"-Poster. SCULLY trägt einen schicken, schwarzen Umstands-Hosenanzug. DOGGETT betritt das Büro. DOGGETT: Hey, guten Morgen, Agent Scully. Wie geht es Ihnen heute? SCULLY: Mir geht es gut. Und wie geht es Ihnen? DOGGETT: Mir? Gut. Aber leider habe ich keinen kleinen J. Edgar zum herumschleppen bekommen. Er setzt sich an seinen Schreibtisch und blättert eine Akte durch. SCULLY: Director Skinner rief gerade an. Er hat mir von Ihrem Treffen mit Kersh erzählt. DOGGETT: Naja, was immer er Ihnen erzählt hat, ich werde trotzdem hier sein und Sie mit Fragen und nörgelnden Zweifeln verrückt machen. SCULLY: Sie wären verrückt, wenn Sie bleiben würden, Agent Doggett. Das ist doch ein großer Karrieresprung für Sie. DOGGETT: Es ist nicht meine Karriere, die er im Sinn hat. SCULLY: Was meinen Sie denn? DOGGETT schaut auf SCULLY'S Bauch. DOGGETT: In sechs Wochen werden Sie in den Mutterschaftsurlaub gehen. Kersh versetzt mich, erraten Sie warum? Er will die Tür da drüben für immer abschließen. SCULLY: Sie schulden mir gar nichts, Agent Doggett. DOGGETT: Die haben mich hier runter geschickt, damit ich Mulder finde. Ich habe ihn gefunden. Na und? Die Akte zu diesem Fall ist immer noch geöffnet und ich habe große Fragen. SCULLY lächelt und lacht sanft. DOGGETT: Was? SCULLY: Ich hörte vor sieben Jahren die selben Worte aus meinem Mund kommen. SCULLY setzt sich in MULDER's Sessel. SCULLY: Gehen Sie, solange Sie noch können. Oder Sie können es vielleicht überhaupt nicht mehr. ATLANTISCHER OZEAN, NAHE CAPE FEAR, NORTH CAROLINA Es ist Nacht in mitten des Ozeans. Die Besatzung eines Fischerboots mit Schleppnetz wartet, dass der Sturm aufhört, während sie arbeiten, um den Fang an Bord zu holen. Der ERSTE BOOTSMANN entdeckt etwas im Wasser. ERSTER BOOTSMANN: Alles stop! Alles stop! Rein mit dem Netz! Holt ein Licht! Runter da! Weiter raus! Er schaut nach unten. Es ist eine aufgedunsene Leiche, die im Wasser schwimmt. ERSTER BOOTSMANN: Funkt an die Küstenwache! Sagt denen, die sollen einen Hubschrauber rausschicken! Inzwischen wurde ein Suchlicht organisiert. Im Strahl des Lichtes sehen sie, dass der Körper im Wasser wirklich tot und aufgedunsen ist. ERSTER BOOTSMANN: Sieht so aus, als gäbe es keinen großen Grund zur Eile. LEICHENSCHAUHAUS DES STADTTEILS, WILMINGTON, NORTH CAROLINA Das Licht über der zur Autopsie bereit liegenden Leiche geht an. DR. FRANCIS OROVETZ betritt den Raum und legt seine Latexhandschuhe an. Ein ASSISTENT befindet sich mit ihm im Raum. DR. OROVETZ: So, worum geht es denn hier? ASSISTENT: Die Leiche wurde im Meer gefunden. Das DA will wissen, wie sie da hingelangte. DR. OROVETZ: Um 2 Uhr am Morgen? Ich will mal einen von denen sehen, wie er hier unten im Schlafanzug steht und auf seine Antwort wartet! Der Pathologe untersucht den Körper oberflächlich durch Betrachtung. DR. OROVETZ: Ich sehe einen chirurgischen Schnitt oder eine Narbe auf seinem Brustbein. Ein lineares Muster von Narben auf beiden Wangen. Aber bis auf seine bestimmt beneidentwerte postmortale Aufdunsung ist dieser Mann nichts außergewöhnliches. Wenn diese Leiche sich nicht aufrecht hinsetzt und uns erzählt, was passiert ist, dann haben wir eine lange Nacht vor uns, würde ich sagen. DR. FRANCIS OROVETZ dreht sich weg, um all seine Instrumente zurechtzulegen, die er für seine Untersuchungen benötigt. Der ASSISTENT betrachtet sich die Leiche. Plötzlich bewegen sich die Lippen leicht, der ASSISTENT erschrickt. ASSISTENTIN: Doktor... er hat sich bewegt! Der Pathologe lächelt verständisvoll. DR. OROVETZ: Sie wollen mich auf den Arm nehmen, oder? ASSISTENT: Sein Mund... seine Lippen... Sie haben sich bewegt! DR. OROVETZ: Tja, vielleicht versucht er uns zu erzählen... Er hört auf zu sprechen, als auch er sieht, dass sich die Lippen der "Leiche" bewegen. DOGGETT'S Schlafzimmer. Es ist späte Nacht - und das Telefon klingelt. DOGGETT, der ein graues T-Shirt trägt, wacht auf, macht Licht und geht ans Telefon. DOGGETT: [am Telefon] Ja..? SKINNER: [fährt im Regen, am Telefon] Ich bin's, Skinner. Ich möchte, dass Sie sich mit mir in 20 Minuten im Büro treffen. DOGGETT: [am Telefon] Wieso denn? SKINNER: [am Telefon] Ich habe einen Anruf von der Polizei erhalten. Pathologen aus Wilmington, North Carolina. Fischer haben 50 Meilen von der Küste entfernt eine Leiche aus dem Wasser gezogen, die sie als Billy Miles identifizierten. DOGGETT: [am Telefon] Billy Miles? SKINNER: [am Telefon] Ein Junge aus Oregon. Er wurde letzten Mai entführt. Zur gleichen Zeit wie Mulder. DOGGETT: [am Telefon] Und was soll jetzt die große Eile? SKINNER: [am Telefon] Jetzt lebt er wieder. Wenig später fährt SKINNER in die FBI-Garage und hält neben DOGGETT, der einsteigt. SKINNER fährt wieder an. DOGGETT: Haben Sie Agent Scully irgendetwas von dem erzählt, was Sie mir sagten? SKINNER: Nein. DOGGETT: Mein teurer Rat, Sir: tun Sie es nicht. Diese Sache klappt oder klappt nicht. Sie werden bloß Wunden öffnen, die noch sehr viel Heilung brauchen. Ganz zu schweigen von der Sache, dass sie eine schwierige Schwangerschaft hatte. Sie wissen das so gut wie jeder andere. SKINNER: Ich bewundere Ihre Sorge, Agent Doggett, aber ich hätte es ihr sowieso nicht gesagt. Und schon gar nicht, wohin wir gehen. DOGGETT: Wohin gehen wir denn? SKINNER schaut ihn an, aber gibt keine Antwort. Es ist immer noch Nacht. Die beiden Männer fahren zu einem verschneiten Friedhof und parken da. Sie steigen aus und gehen über den Friedhof. DOGGETT: Ich sage es noch mal. Wir werden hier mehr öffnen als nur ein Grab. SKINNER: Ich respektiere das, Agent Doggett, aber unter diesen Umständen denke ich, es wäre sehr viel mehr bedauerlich, wenn wir es nicht ausgraben, meinen Sie nicht? DOGGETT: Nein, ich denke, das ist wahnsinnig. SKINNER: Tja, ich persönlich könnte nicht mit dem Zweifel leben. DOGGETT: Mit welchem Zweifel? Das wir einen Mann lebendig begraben haben? Wir haben Mulder gefunden. Sie und ich. Wir haben den selben Körper gesehen. Mulder war nicht nur tot, er war tagelang tot. Er lag in einem verschlossenen Sarg. Für lautes Schreien war sein Körper viel zu tot und das war vor drei Monaten! In der Nähe wird gerade ein Grab ausgehoben. SKINNER: Den Jungen, den sie aus dem Wasser geholt haben, Billy Miles... wegen der umfassenden Gewebenekrose, glauben die, dass sein Körper monatelang im Wasser gelegen haben könnte. Der Herzschlag, Stoffelwechselrate... bis zur Unmerklichkeit verlangsamt. Ich meine, der Körper wies Totenstarre auf. Er war in jeder Hinsicht tot. Es ist purer Zufall, dass der Arzt es überhaupt bemerkt hat. DOGGETT: Ich glaube es einfach nicht. Ich glaube noch nicht einmal, dass ich hier stehe. Die beiden Männer sehen, dass es MULDER's Grab ist, das ausgehoben wurde. Wieder zurück im Leichenschauhaus. MULDER's Sarg wird in den Untersuchungsraum geschoben. SKINNER und DOGGETT folgen. Überrascht starrt DOGGETT auf all die Reporter und Kameraleute, die den Raum füllen. (*Bemerkung von Therese: Wie sind die da überhaupt reingekommen??) Der örtliche Coroner - ARTHUR GAFFIN - kommt, um sie zu begrüßen. DOGGETT: Was zum Teufel soll das? ARTHUR GAFFIN: Assistant Director Skinner? SKINNER: Ja. ARTHUR GAFFIN: Arthur Gaffin. Örtlicher Coroner. SKINNER: Ich habe Sie doch gebeten, das hier nicht an die große Glocke zu hängen. ARTHUR GAFFIN: Sowas spricht sich rum. Exhumierungen sind große Neuigkeiten an irgendeinem Tag in der Woche und Sie ließen die Leiche ja sogar zu einem speziellen Pathologen in einen anderen Stadtteil bringen. Tja, und dazu braucht es Leute und Papierkram. SKINNER: Ich will, dass diese Leute hier verschwinden. DOGGETT wendet sich an die Reporter. DOGGETT: In Ordnung, meine Damen und Herren, mal herhören. Solange Sie hier sind um eine Horror-Show zu sehen, werde ich den Sarg nicht öffnen lassen. Bis wir unsere Privatsphäre haben. Es ist eine private Angelegenheit. Die Reporter sind gnädigerweise so freundlich und verlassen das Leichenschauhaus. DOGGETT: Ich danke Ihnen. DR. OROVETZ: Agent Skinner... nur damit sich niemand wundert, aber das hier ist eine ganz andere Sache. Ich bin bloß hier, weil Sie mich darum gebeten haben. Ich erwarte nichts anderes in dieser Kiste zu finden als einen toten Mann. Das hier ist nicht der Fluch der Mumie, okay? Es sind keine Kratzspuren auf dem Sargdeckel zu sehen. DOGGETT: [leise zu SKINNER] Ich sage es noch mal: Wahnsinn. SKINNER sieht nervös aus. Der Sarg wird geöffnet. SKINNER tritt neben ihn um genauer sehen zu können. MULDER wurde in einem seiner Anzüge und einem blauen Oxfort-Hemd beerdigt. Er sieht bleich aus, ist aber gut erhalten. Drei Narben befinden sich auf jeder seiner Wangen. SKINNER betrachtet ihn genau. Überblende ins Schwarze. (im U.S.-Original kommt an dieser Stelle die 1. Werbung) US MARINEKRANKENHAUS ANNAPOLIS, MARYLAND SKINNER und andere stehen im dem Krankenhausflur und unterhalten sich leise. SCULLY kommt ihnen dringlich entgegen. SCULLY: Ist es wahr? SKINNER: Nun mal ganz langsam. SCULLY: Nein. Ich will ihn sehen. SKINNER: Ich weiß, dass Sie... SCULLY: [aufgeregt] Nein, ich muss ihn sehen, verdammt noch mal! SKINNER: Sie werden da nicht reingehen. Er ergreift sie am Arm und hält sie fest. SKINNER: Scully, tun Sie es nicht. SCULLY: [verzweifelt flüsternd] Sagen Sie mir, dass es wahr ist. Sagen Sie es. Im Krankenzimmer beobachtet DOGGETT den ARZT LIM, der MULDER untersucht. MULDER ist nun an verschiedenste Lebenserhaltungsmaschinen angeschlossen. Dennoch sieht er nicht wirklich schlimm aus, auf seinen Wangen sieht man einige Narben. DR. LIM: Es ist so unwahrscheinlich... und ich hätte vor einer Weile noch gesagt unmöglich. Der klinische Fakt, dass er lebt, als dieser Mann... sein Gewebe, und vermutlich auch sein Nerven- und Gefäßsystem befinden sich alle in einer Stufe der Verwesung. DOGGETT: Was bedeutet das? DR. LIM: Das er eigentlich tot ist. DOGGETT seufzt und verlässt den Raum. An der Tür ist die Zimmernummer vermerkt: #115. Draussen warten immer noch SCULLY und SKINNER. SCULLY: Was haben sie gesagt? DOGGETT gibt ihr keine Antwort. SCULLY ist den Tränen nah, sie wirkt sehr klein und verletzlich. SCULLY: Ich muss ihn sehen. DOGGETT: Ich weiß... aber ich wünschte, sie müssten es nicht. SCULLY schaut DOGGETT einige Momente an, beißt sich auf die Unterlippe und betritt dann Raum #115. Sie schließt die Tür und geht zu ihrem Partner. Röhren und Schläuche ragen aus jedem seiner Körperteile heraus. Sanft legt sie ihre Hand auf MULDER's Oberkörper, fühlt seinen Herzschlag. Dann lehnt sie sich hinunter, umarmt ihn und weint leicht in seine Brust hinein. Diese Szenen haben durchaus Ähnlichkeit mit "An der Grenze" und "Redux II", wo MULDER an SCULLY's Bett Nachtwache hielt. FBI ZENTRALE 05:35 UHR KERSH steht an seinem Bürofenster und schaut hinaus in die dunkle Stadt. DOGGETT betritt sein Büro. DOGGETT: Sie wollten mich sehen, Sir? KERSH: [dreht sich noch nicht von seinem Fenster weg] Ja, John. Bitte kommen Sie herein. Nun bin ich schon seit über sechs Monaten in diesem Büro und ich habe bis jetzt noch keinen Sonnenaufgang von hier sehen können. DOGGETT: [schaut auf seine Uhr] Ich glaube, bis zum Sonnenaufgang müssen Sie noch eine Stunde und sechs Minuten warten, Sir. KERSH dreht sich herum und stellt sich vor DOGGETT. KERSH: [leicht drohend] Es dient einem Mann, brauchbare Informationen zu haben, John. Man weiß ja nie, wann er herausfindet, dass er mit seinem Verstand allein überleben muss. DOGGETT: Ja, Sir. KERSH: Ich weiß, dass Sie sich über eine Zukunft beim FBI freuen, John. Sie nehmen Ihren Job ernst. Ich hoffe, Sie haben mein Angebot auch ernst genommen. DOGGETT: Ich sagte, ich denke darüber nach. KERSH: Ich habe einen Anruf erhalten... wegen dieser Mulder-Sache. Ich will, dass Sie sich da raushalten. DOGGETT: Raushalten? KERSH: Sie kennen doch den Spruch: Wenn es schlecht aussieht, ist es auch schlecht für das FBI (*Bemerkung von Therese Daeberitz: Das stammt ursprünglich aus einem Satz in "FTF", den Skinner zu Scully sagte.) Ich werfe Ihnen ein Rettungsseil zu. Gehen Sie jetzt nicht und erhängen sich damit. Später an diesem Morgen, betritt SCULLY im Marinekrankenhaus einen Krankenzimmer, der mit MULDER's Zimmer identisch ist. Die lebenserhaltenden Maschinen piepen. Sie betrachtet den aufgedunsenen und geschwollenen Körper, der auf dem Bett liegt. Dann nimmt sie die Krankenakte vom Bett. 9429776 708/1 010411726 5 23124 01 BILLY MILES 078021 70 LIM/LIM Diagnose: Akute Unterkühlung Plötzlich beginnen die Maschinen schnell und alarmierend zu piepen. BILLY MILES' Körper beginnt zu zucken. SCULLY starrt auf den Kardiographen, der zwei Herzschläge anzeigt. Dann wird plötzlich alles wieder normal. Die Tür geht auf und eine KRANKENSCHWESTER betritt den Raum. KRANKENSCHWESTER: Wer-wer sind Sie und was machen Sie hier? SCULLY: Nichts. Ich habe bloß nach dem Patienten geschaut und dann hat er einen großen Anfall bekommen. Ich, äh,.. Ich-Ich glaube, es geht ihm jetzt wieder gut. Ähm, es ist okay. Ich bin... Entschuldigung... [sie zeigt ihre Dienstmarke] Ich bin Ärztin. Mein Name ist Scully und ich arbeite beim FBI. KRANKENSCHWESTER: Sie sind hier, um ihn zu behandeln? SCULLY: Nein. Nein, ich, äh, ... der Mann ein paar Zimmer weiter war mein... ist mein Partner und wir kannten Billy und ich-ich denke, ich habe einfach gehofft, dass es ein Anzeichen gibt, dass es ihm besser geht... irgendwie. Naja, ähm... Sie wollen bestimmt dem Arzt davon erzählen... und überprüfen Sie diese Monitore genau. Ich denke, ich habe eine Art von Funktionsstörung der Geräteausrüstung gesehen. SCULLY schlüpft aus dem Raum hinaus und lässt die KRANKENSCHWESTER mit der verwirrten Situation zurück. SKINNER verlässt sein Büro. Ohne Vorwarnung stolpert er voller plötzlicher Schmerzen gegen die Wand. Zwei Agenten rennen zu ihm, um ihm zu helfen. AGENTIN: Oh, geht-geht es Ihnen gut, Sir? SKINNER: Mir geht es gut. Mir geht es gut. Okay, vielen Dank. Die Agenten laufen weiter den Gang hinab. SKINNER versucht durchzuatmen und hält sich seine linke Schulter. Der Schmerz kommt plötzlich wieder, lässt wieder ein wenig nach. Seine Hand über sein Herz gelegt, geht er hinüber zum Fahrstuhl. Die Türen gehen auf und zeigen ALEX KRYCEK, der im Fahrstuhl steht. Er hält sein Palm PC aus "S.R. 819" [6ABX10] in einer Hand. SKINNER starrt ihn an. KRYCEK: Alle an Bord. SKINNER: Ich habe keine Ahnung, wie Sie in dieses Gebäude gekommen sind, Krycek, aber was immer Sie auch wollen... fahren Sie zur Hölle. Die Fahrstuhltüren schließen sich wieder. Draussen auf dem Flur, greift SKINNER wieder seinen Arm und sinkt vor Schmerzen auf den Boden. Unterdessen hatte KRYCEK im Fahrstuhl das Level auf seinem Palm PC erhöht. Die Türen des Fahrstuhles öffnen sich wieder. SKINNER atmet schwer, KRYCEK grinst ihn boshaft an. SKINNER: Was wollen Sie von mir? KRYCEK: Lassen Sie uns eine kleine Fahrt machen. Später sind SKINNER und KRYCEK im X-Akten Büro. KRYCEK sitzt an MULDER's Schreibtisch, nimmt sein Namensschild aus der Schublade, schaut es an und wirft es dann achtlos auf den Tisch. KRYCEK: Man erzählt er sei von den Toten zurückgekommen. Er ist ein regelrechter Houdini. SKINNER: Sagen Sie mir, was Sie wollen. KRYCEK: Was ich will, ist Ihnen die Chance zu geben, Mulder's Leben zu retten. SKINNER starrt ihn einfach nur ungläubig an. KRYCEK: Sie glauben mir nicht? SKINNER: Nein, das tue ich nicht. KRYCEK: Ich kann einen kleinen Knopf drücken und tausende von Nanomaschinchen, die in Ihrem Blutkreislauf schlafen, losschicken um Ihr Gehirn zu verbruzeln und alles was ich mit dieser Macht tun will, ist, einem Mann das Leben zu retten. SKINNER: Ich glaube nicht, dass sein Leben gerettet werden kann. KRYCEK: Ich habe ein Fläschchen, das einen Impfstoff enthält. Mulder weiß davon. Sein Vater entwickelte es um das außerirdischen Virus zu bekämpfen. SKINNER: Es gibt keinen Impfstoff, der dem Mann helfen könnte, den ich in diesem Grab fand. KRYCEK: Sie fanden ihn und wissen nicht einmal, was Sie da haben. SKINNER dreht sich um, und will das Büro verlassen, dreht sich dann aber wieder schnell zu MULDER's Schreibtisch um und greift nach dem Palm PC, der auf der Tischplatte liegt. Doch KRYCEK ist schneller. Hämisch lächelt er SKINNER an. KRYCEK: Es ist bloß ein Knopfdruck, Walter. KRYCEK verschwindet und lässt SKINNER allein im Büro zurück. BILLY MILES' Krankenzimmer. Die Maschinen piepen. BILLY MILES öffnet seine Augen. Er entfernt den Beatmungsschlauch aus seinem Mund (*Bemerkung von Therese Daeberitz: Was rein technisch gesehen mit großen Schmerzen verbunden ist, da ein Beatmungsschlauch mit einem kleinen Gummiball, der die Stimmbänder auseinanderdrückt, am Verrutschen gehindert wird. Billy müsste nach dieser Aktion erst einmal minutenlang husten und sich räuspern und sprechen könnte er wahrscheinlich auch nicht.) Das Piepen der Geräte verstärkt sich und wird schneller, als BILLY aufsteht, von seinem Bett weggeht und dabei unter großer Anstrengung alle Schläuche und Kabel von sich entfernt, an die er angeschlossen war. BILLY steht unter der Dusche. Wir sehen ihn aber nur vom Fuß bis zum Knie. Plötzlich beginnt Blut seine Beine hinunter zu fließen, es rötet das Wasser, dann fallen dicke, große, verweste und verfaulte Hautteile hinunter, lösen sich von überall, rutschen in den Abfluss und verschwinden. DOGGETT betritt MULDER's Krankenzimmer. SCULLY schaut auf, es ist nicht sicher, aber wahrscheinlich ist sie aufgewacht. Sie sitzt neben MULDER's Bett. Ihre eine Hand hält MULDER's Hand, die andere hat sie auf ihren Bauch gelegt. DOGGETT schaut sie voller Mitleid an. DOGGETT: Sie können sich das nicht antun. SCULLY: Sie hatten mich gebeten, hier nicht hineinzugehen, Agent Doggett. Ich hoffe, Sie bitten mich nicht, zu gehen. DOGGETT: Die Sorge gilt Ihrem Wohlbefinden, Agent Scully. Das ist alles, was gilt. Ich habe gemerkt, dass es eine schlechte Idee war. Von Anfang an. Ich habe es dem stellvertretenden Direktor so gesagt. Ich machte mir Sorgen um den Effekt, den das hier auf Sie hat. SCULLY: Sie meinen, Mulder lebendig zu finden? DOGGETT: Ich weiß, dass Sie hier mit den Ärzten hineinkamen. Ich bin mir sicher, dass Sie sie fragten, wie seine Chancen stehen. SCULLY lässt MULDER's Hand los und steht auf. Ärgerlich läuft sie auf DOGGETT zu, spricht aber dennoch sanft, vielleicht wegen MULDER. SCULLY: Agent Doggett... Egal wie ich mich Ihnen gegenüber gefühlt habe, als wir uns zum ersten Mal trafen, Sie haben meine Meinung durch die Qualität ihres Charakters und Ihrer Arbeit geändert. Nun, ich bin dankbar Sie zu kennen und ich bin dankbar für Ihre Sorge... aber ganz egal, wie Mulder's Chancen stehen, die Entscheidung das Grab nicht zu öffnen wäre falsch gewesen. Und nicht nur wegen mir persönlich, sondern weil er mein Partner bei den X-Akten ist. Die Wahrheit mag vielleicht wehtun, aber sie ist alles, was zählt. DOGGETT: Welche Wahrheit? SCULLY: Was das verursacht hat. Sie schauen sich eine Weile an. Die Tür geht auf und die KRANKENSCHWESTER betritt den Raum. KRANKENSCHWESTER: Sie müssen ganz schnell mitkommen. Es geht um Billy Miles! SCULLY und DOGGETT folgen der SCHWESTER bis zur Schwesternstation. Dann zeigt dir KRANKENSCHWESTER den Gang hinunter. BILLY läuft langsam den Flur hinauf, nass, nackt und verwirrt. Er dreht sich um und sieht, dass SCULLY und DOGGETT ihn anstarren. Er sieht verloren aus. (Im U.S.-Original kommt an dieser Stelle die 2. Werbung) SCULLY und DOGGETT befinden sich im Untersuchungsraum des Krankenhauses und befragen BILLY MILES, der in eine Decke eingehüllt ist. Er starrt auf den Boden. BILLY MILES: Ich kann mich wirklich nicht mehr an viel erinnern. SCULLY: Haben Sie irgendeine Ahnung, was Sie hier machen, Billy? Haben Sie überhaupt irgendeine bewusste Erinnerung? BILLY MILES: Ich erinnere mich an Wasser. Ich erinnere mich, auf einem Schiff gewesen zu sein. DOGGETT: Sie wurden in der Nähe eines Fischerboots gefunden. SCULLY: Das ist nicht das, was Sie meinen... oder, Billy? Sie meinen... ein Raumschiff. BILLY MILES fixiert SCULLY. BILLY MILES: Dieses Mal nahmen die so viele mit. Aber jetzt verstehe ich es. Sie sind hier um uns zu retten. [er lächelt sanft] DOGGETT: [sarkastisch] Tja, das sind ja tolle Neuigkeiten. Ich werde Sie beide miteinander reden lassen. DOGGETT verlässt den Raum. SCULLY folgt ihm auf den Flur. SCULLY: Agent Doggett... Wo gehen Sie hin? DOGGETT: Zurück in die richtige Welt. Wieso? SCULLY: Sie wollen es einfach nicht glauben, oder? Nicht einmal eine Minute lang. Nicht einmal, wenn es Ihnen genau ins Gesicht starrt. DOGGETT: Ist das denn so wichtig für Sie? Was ich glaube oder was ich nicht glaube? SCULLY seufzt. DOGGETT: Ich bin sowieso nicht für diese Aufgabe geeignet, wie Sie es so schön gesagt haben. Er versucht schon wieder wegzugehen, doch SCULLY's Worte lassen ihn wieder anhalten. SCULLY: Agent Doggett, Sie haben doch mit seinen Ärzten gesprochen. Er lag auf seinem Sterbebett. DOGGETT: Da gebe ich Ihnen Recht, Agent Scully. Es ist mit Sicherheit ein medizinisches Rätsel. Aber bitten Sie mich nicht, eine Ladung Pferdemist auf mich zu nehmen, nur für eine evangelistische Wahrheit. SCULLY: Ich habe Sie unterschätzt, Agent Doggett. Ich dachte, das wäre ganz einfach... Widerstand gegen extreme Möglichkeiten, aber in Wirklichkeit sind Sie nur ganz und gar dickköpfig. DOGGETT: Glauben Sie es denn, Agent Scully? Ich meine, das Zeug was er über Außerirdische sagte, die kommen um die Welt zu retten. SCULLY ist nicht auf eine Antwort vorbereitet. DOGGETT geht. SCULLY befindet sich in einem Bildbetrachtungsraum des Krankenhauses und schaut sich Testergebnisse von BILLY MILES an. SKINNER betritt den Raum. SKINNER: Hallo. SCULLY: Hallo. SKINNER: Niemand hat mich über Billy informiert. SCULLY: Ich weiß. Es tut mir leid. SKINNER: Was, das ist unglaublich. SCULLY: Es ist zu unglaublich. Sir, es gibt keinerlei medizinische Daten über ihn, die nicht zu 100 Prozent normal sind. SKINNER: Warum stellen Sie das in Frage... wenn es heißen könnte, dass sich die Ärzte in Mulder's Fall geirrt haben? SCULLY: Weil es keinen Sinn ergibt. Ich meine, da müsste Blut sein, Flüssigkeiten, Schwankungen der Elektrolytwerte. Verlust der Gehirnfunktion, aber so wie es ist, scheint er einfach seine Haut abgeworfen zu haben und ist buchstäblich ein neuer Mensch geworden. Und ich meine nicht die selbe Person. SKINNER: Wie groß ist die Möglichkeit, dass das aufgrund außerirdischer Einflüsse passiert? Könnte es ein Virus sein? SCULLY: Wieso fragen Sie mich das? Sir, wenn Sie etwas darüber wissen... sehen Sie... das-das ist ein Wettlauf mit der Zeit. Das... das könnte auch mit Mulder geschehen. Und bis wir wissen, worum es sich handelt, müssen wir alles versuchen, um es zu kontrollieren. SKINNER: Es gibt vielleicht einen Impfstoff. SCULLY: Wo? SKINNER: Wir werden ihn nicht umsonst bekommen. SCULLY: Es geht hier um das Leben eines Menschen! SKINNER blickt sie traurig an, wagt nicht auszusprechen, was der Preis sein soll. SKINNER: Ja, das stimmt. BUNDESGEFÄNGNIS PERKEY, WEST VIRGINIA ABSALOM wird in das Verhörzimmer des Gefängnisses geleitet. DOGGETT wartet auf ihn. ABSALOM: Bruder... Sie sind nicht derjenige von dem ich erwarte... dass er mich besucht. DOGGETT: Wir behandelt man Sie hier? ABSALOM: Mich behandeln? Wie einen Propheten. DOGGETT: Das ist es, warum ich hier bin. Ihre Prophezeihungen... Ihre Predigten. ABSALOM: Oh, Sie haben sie falsch gedeutet, ist es das? DOGGETT: Ich möchte etwas über die Männer und Frauen erfahren, von denen Sie sagen, Sie würden sie im Sterben zurückgelassen finden. ABSALOM: Sie haben selber jemanden gefunden. Zurückgelassen zum Sterben, aber nicht tot? DOGGETT: Ja. ABSALOM: Sie sind hier um das Wort zu empfangen... und trotzdem können Sie sich nicht dazu bringen, meinen Namen zu sagen. Sagen Sie ihn! DOGGETT: Absalom. ABSALOM: "Ich bin die Auferstehung und das Leben. Und wer an mich glaubt und dachte, er sei tot, solle weiterleben." Kennen Sie die Worte? DOGGETT: Sie stammen aus der Bibel. ABSALOM: Was ist die Bibel? Predigten... Prophezeihungen... Missdeutungen. DOGGETT: Sehen Sie, ich bin nicht hier um über Theologie zu debattieren. Ich bin hier, weil Sie diese Leute irgendwie geheilt haben und ich wissen möchte, wie Sie das gemacht haben. Ich brauche Ihre Hilfe. ABSALOM: Sie bitten mich um Hilfe... aber weigern sich, mir zu glauben. SKINNER läuft den Krankenhausflur hinunter. Plötzlich sieht er, dass die Tür zu MULDER's Zimmer offensteht. Er betritt Raum #115. MULDER liegt noch immer bewusstlos in seinem Bett. Die Geräte piepen langsam vor sich hin. SKINNER erschrickt, als er ALEX KRYCEK entdeckt, der im Schatten des Raumes steht. KRYCEK: Es ist schwer zu glauben, oder... das Mulder jemals wieder aus diesem Bett aufsteht? SKINNER: Ich brauche den Impfstoff, Alex. KRYCEK: Ja? Die Uhr tickt. SKINNER: Was muss ich denn tun? KRYCEK: Oh, es ist so einfach. Stellen Sie sicher, dass Scully nicht zu ihrem Termin kommt. SKINNER schaut ALEY KRYCEK geschockt in die Augen. SKINNER: Sie sind ja völlig verrückt. KRYCEK: Sie kann dieses Baby nicht haben. Für SKINNER gibt es keine Wahl. SKINNER: Nein. Die Antwort ist nein. KRYCEK: Wir haben alle ein Leben in der Hand. Sie haben Ihres... Sie haben Mulder's... und Scully hat ihr ungeborenes Kind. Es geht nur darum, wer bereit ist, zu opfern. (Im U.S.-Original kommt an dieser Stelle die 3. Werbung) DOGGETT betritt das Krankenhaus. Auf dem Flur begegnet er ALEX KRYCEK, der gerade seinen Palm PC in die Tasche seiner Lederjacke steckt. Er läuft an ihm vorbei. DOGGETT schaut ihm nach, fühlt vielleicht die Bedrohung, die dieser Mann ausstrahlt. Als DOGGETT schließlich zu MULDER's Raum kommt, schaut er hinein und sieht SKINNER neben dem Bett stehen. SCULLY kommt aus dem Raum heraus und läuft in Richtung DOGGETT. Sie hat eine Krankenhaustabelle in der Hand und schaut sie sich genau an. DOGGETT geht zu ihr hinüber. In Raum #115 schaut SKINNER unterdessen auf MULDER hinunter, im Hintergrund hört man das Piepen der Maschinen. DOGGETT stellt sich neben SCULLY. DOGGETT: Wo gehen Sie hin? SCULLY: Sehen Sie, ich kann keine Zeit verschwenden um mich mit Ihnen über unsere Differenzen zu streiten, Agent Doggett. Ich bin fest davon überzeugt, dass Agent Mulder mit einem Virus infiziert ist. DOGGETT: Ein Virus? SCULLY: Ein Virus, welches den Körper gerade noch so viel am Leben lässt, um ihn umzuwandeln... DOGGETT: Lassen Sie mich raten... in einen Außerirdischen. SCULLY: Agenet Doggett, ich habe keine Zeit zum Streiten. DOGGETT: Ich streite nicht, und wofür es wert ist, hat mir der Kerl erzählt, der Mulder als erster fand. Dieser Mann, den wir ins Gefängnis gesteckten... Absalom. SCULLY: Er sagte Ihnen, dass es ein Virus ist? DOGGETT: Nein. Er sagte, dass die Entführten zurückgebracht und zum Sterben zurückgelassen wurden. Dass sie alle als Außeridische auferstanden wären, hätte er sie nicht gefunden und seinen Hokus-Pokus mit Ihnen gemacht. Das war alles Teil einer großen Weltübernahme der Außerirdischen. SCULLY: [ihr wird gerade etwas klar] Das ist es. DOGGETT: Was ist es? SCULLY: Warum Billy Miles so perfekt zurückkam. Ich habe da gestanden und zugesehen, als sein Körper einen Anfall bekam, nur einen Moment bevor es passierte. Auf dem Monitor waren zwei Herzschläge zu sehen und ich habe der Krankenschwester gesagt, es wäre bloß ein maschineller Fehler. DOGGETT: Sie glauben, dieser Junge hat sich gehäutet und kam als Außeridischer zurück? SCULLY: Und es wird auch mit Mulder geschehen, wenn wir es nicht bald aufhalten. Sie will weiter den Flur entlang gehen. DOGGETT hält sie an. DOGGETT: Wo gehen Sie hin? SCULLY: Ich brauche Chirugenkleidung und ein Ärzteteam. Ich muss Mulder's Körperzustand stabil halten, um ihm einen Impfstoff zu verabreichen. DOGGETT: Welchen Impfstoff? SCULLY: Den, den ich Skinner gebeten habe, mir zu beschaffen. SCULLY geht weg. DOGGETT läuft zurück zu MULDER's Raum und sieht, dass die Tür zu ist. Sie ist vor seiner Nase verschlossen worden. Durch das Türfenster sieht der SKINNER im Raum. DOGGETT: Assistant Director? Er klopft laut an die Tür. DOGGETT: Machen Sie auf. Hier ist John Doggett. SKINNER gibt ihm keinerlei Antwort. Das Piepen der Geräte im Raum verstärkt und beschleunigt sich. DOGGETT tritt die Tür auf. Er sieht, dass SKINNER alle Maschinenkabel und Schläuche von MULDER entfernt hat. DOGGETT: Was zum Teufel machen Sie da? SKINNER: Sie verstehen das nicht. DOGGETT packt SKINNER und drückt ihn gewaltsam gegen die Wand. DOGGETT: Sie bringen ihn um! SKINNER: Ich hatte keine Wahl. Er wollte, dass ich Scully's Baby töte. DOGGETT: Wer? SKINNER: [aufgebracht] Alex Krycek. Wegen des Impfstoffs. Das ist die einzige Möglichkeit, dass er es mir gibt... aber ich konnte ihm nicht vertrauen. Ich kann ihr das nicht antun. DOGGETT: Wo ist er? DOGGETT taucht in der Tiefgarage des Krankenhauses auf und beginnt, sich umzuschauen. KRYCEK sitzt in seinem Auto. Er sieht DOGGETT in seinem Rückspiegel, hatte jedoch nicht damit gerechnet, dass ihn jemand suchen könnte. Er startet den Motor und fährt rückwärts. DOGGETT schießt auf das Auto, muss aber ausweichen, als KRYCEK mit einem anderen parkenden Auto zusammenstößt. DOGGETT fällt auf den Asphalt, seine Waffe rutscht auf dem Boden weg. KRYCEK wechselt den Gang und gibt Gas. DOGGETT steht auf und klammert sich an der offenen Autoscheibe fest, aber er kann sich kaum halten. DOGGETT: Halten Sie den Wagen an! DOGGETT boxt KRYCEK, der versucht sich zu verteidigen und gleichzeitig das Auto zu fahren. DOGGETT: Halten Sie den Wagen an! Doch KRYCEK gibt nur noch mehr Gas und jagt das Auto quer durch das Deck. DOGGETT baumelt aus dem Fenster. Er schafft es, KRYCEK noch einmal ziemlich hart zu schlagen. Dann steuert KRYCEK auf eine Reihe parkender Autos zu. Er schlägt DOGGETT ins Gesicht. Der wiederum lässt los und rollt auf den Boden, um nicht zwischen den parkenden Autos und KRYCEK's Wagen eingequetscht zu werden. Er hat Schmerzen. KRYCEK fährt noch ein Stückchen weiter, legt dann den Rückwärtsgang ein, fährt, hält den Wagen ein paar Meter von DOGGETT entfernt an und steigt schließlich aus. Er hält eine kleine, mit Flüssigkeit gefüllte Phiole hoch. KRYCEK: [hochnäsig] Suchen Sie das? Das ist ein Impfstoff für Mulder. DOGGETT starrt KRYCEK an. Der lächelt bloß und lässt das Fläschchen zu Boden fallen. Es zerbricht und die Flüssigkeit spritzt auf den Asphalt. Mit hasserfüllten Augen rennt DOGGETT zu KRYCEK, der sich gemütlich in sein Auto setzt und wegfährt. DOGGETT schaut auf den Boden. Auf die Pfütze mit dem zersplittertem Glas. DOGGETT betritt wieder den Krankenhausflur und trifft auf einen hoffnungsvollen SKINNER. SKINNER: Agent Doggett. Mulder ist im OP-Saal. Haben Sie den Impfstoff? DOGGETT's Blick beantwortet die Frage. SKINNER ist wie am Boden zerstört. DOGGETT: Hören Sie mir zu, Sie lagen nicht falsch. Man konnte ihm nicht vertrauen. Das ist jedoch nur ein schwacher Trost für SKINNER. DOGGETT betritt den OP-Saal. Ein Team von Ärztin - SCULLY natürlich auch - arbeiten an MULDER. SCULLY schaut auf und entdeckt DOGGETT. Sie kommt zu ihm hinüber und nimmt die Operationsmaske vor ihrem Mund ab. Sie sieht müde, aber auch hoffnungsvoll aus. DOGGETT: Er wird es schaffen? SCULLY: Ich weiß es nicht. Ich... ich weiß wirklich nicht, wie wir es hätten wissen können. DOGGETT: Was? SCULLY: Das wir das Virus ausbrüten, indem wir ihn an den Geräten lassen. Damit haben wir es beschleunigt. DOGGETT: Wir haben Sie es herausgefunden? SCULLY: Skinner hat Mulder von den Maschinen entfernt, seine Temperatur sank blitzschnell ab, ohne dass sich dies auf seine Vitalwerte auswirkte. DOGGETT: Sie meinen, Skinner hat ihn gerettet? SCULLY nickt. DOGGETT: Was ist mit dem Impfstoff? SCULLY: Wenn es uns gelingt, ihn und seine Körpertemperatur zu stabilisieren, können wir ihm eine Folge von Antiviralen verabreichen. Ich glaube, das könnte klappen. Plötzlich klingelt DOGGETT's Telefon. Die Mediziner schauen zu ihm hinüber. Er schaut auf das Display und verlässt dann den Raum. DOGGETT betritt das Büro von Deputy Director KERSH. KERSH: John. DOGGETT: Sir. Berufsverkehr. Ich kam so schnell ich konnte. KERSH: Sie haben den Sonnenaufgang verpasst. DOGGETT: Ich war bei Agent Scully. KERSH strahlt eine Art von Boshaftigkeit aus, wie sie nur schwer zu beschreiben ist. Jetzt sieht man auch deutlich die Beulen in DOGGETT's Gesicht, die die kleine Auseinandersetzung mit KRYCEK hinterlassen haben. KERSH: Ich weiß. Das X-Akte-Büro da unten wird schrecklich überfüllt sein. Nun entsteht eine peinliche Pause. KERSH setzt sich an seinen Schreibtisch, setzt seine Brille auf und schaut sich eine Akte an. In Wirklichkeit tut er aber bloß so, als ob er zu arbeiten habe. DOGGETT bewegt sich nicht von der Stelle. KERSH schaut zu ihm hoch. KERSH: Vielleicht haben Sie mich nicht gehört. Ich sagte, Sie sind in der falschen Etage. DOGGETT: [verbittert] Ja, Sir. Er starrt KERSH noch einen Moment lang verbittert und verärgert an. Sein tolles Jobangebot kann er wohl vergessen, aber die Frage, ob er es angenommen hätte, bleibt im Raum stehen. DOGGETT geht. MULDER liegt wieder in seinem Krankenzimmer, jedoch immer noch bewusstlos. Er hat schon wieder etwas Farbe gekommen, doch sein Gesicht - und wahrscheinlich auch der Rest seines Körpers - ist mit Narben übersäht. SCULLY sitzt neben ihm, hält seine Hand, streichelt und massiert seine Finger. Sie sieht jetzt wirklich müde aus. Sie schaut auf, als MULDER's Hand leicht zuckt. Sein Kopf bewegt sich ein wenig. SCULLY: Mulder... MULDER öffnet langsam seine Augen und schaut zu ihr hinüber. SCULLY ist den Tränen nahe, lacht aber zugleich unendlich erleichtert. Ihre Lippen zittern, als sie nach den richtigen Worten sucht. Das einzige was ihr einfällt ist: SCULLY: Hallo. Sie lächelt ihn an. MULDER starrt sie ohne jegliche Wiedererkennung an. Seine Stimme klingt kratzig. MULDER: Wer sind Sie? SCULLY's lächelndes Gesicht fällt in sich zusammen, als der zweite Alptraum Wirklichkeit zu werden scheint. Doch dann lächelt MULDER ein wenig, seine Augen füllen sich mit Wärme, als er sie ansieht. Er will sie nur ärgern. Als SCULLY merkt, was los ist, schluchzt sie vor Erleichterung, Tränen laufen ihr Gesicht hinunter. SCULLY: Oh, mein Gott. Tun Sie mir sowas nicht an. Sie schauen sich an. MULDER lächelt sanft. SCULLY: Wissen Sie...? Haben Sie eine Ahnung, was Sie durchgemacht haben? MULDER: Nur was ich in Ihrem Gesicht sehe. Sie streichelt über sein Haar, legt dann ihr Gesicht auf seine Brust, umarmt ihn. MULDER: Hat mich jemand vermisst? SCULLY lacht trotz ihrer Tränen und küsst seine Schulter. MULDER schaut über ihren Kopf hinweg, sein Blick wendet sich zu SCULLY's Seite. Er kann nicht sehen, dass die Tür aufgeht und DOGGETT leise hereinkommt. Ohne ihren Kopf von MULDER's Brust zu nehmen, schaut SCULLY auf zu DOGGETT. Es gibt nichts zu sagen. DOGGETT betrachtet die beiden einen Moment und verlässt dann den Raum wieder. MULDER schließt seine Augen wieder und legt seinen Kopf neben SCULLY's. Auch SCULLY schließt ihre Augen, ihr Kopf ruht an MULDER's Schulter. --Ende-- STARRING David Duchovny................................Agent Fox Mulder Gillian Anderson..............................Agent Dana Scully Robert Patrick................................Agent John Doggett Mitch Pileggi.................................AD Walter Skinner James Pickens, Jr.............................Deputy Director Alvin Kersh Judson Scott..................................Absalom Zachary Ansley................................Billy Miles Nelson Mashita................................Dr. Lim Richard McGonagle.............................Dr. Francis Orovetz Nicholas Lea..................................Alex Krycek Gibby Brand...................................Arthur Gaffin Larry Rippenkroeger...........................Erster Bootsmann David Doty....................................Geistlicher Mary Wickliffe................................Krankenschwester Larry Dorf....................................Assistent Sheila Larken.................................Mrs. Scully Bruce Harwood.................................Byers Tom Braidwood.................................Frohike Dean Haglund..................................Langly Arlene Pileggi................................Skinner's Assistentin