Redrum (8X03) (Rückwärts) Übersetzung Original Transcript by: Carri Kendl CarriKendl@aol.com Translation by: pp agentpp@gmx.net for The X Net http://www.txf.net/ All rights reserved. Disclaimer: This transcript is meant as a homage, all characters, plots, quotes, etc. used in her are owned by 20th Century Fox, 1013 Productions and The X-FilesTM. Please don't use this for any commercial gain again without permissions. Permissions may be given by the authorities of this web site. Thank you. Enjoy the script and love the show! US Sendedatum: 10.12.2000 DE Sendedatum: 05.11.2001 Autoren: Steve Maeda, Daniel Arkin Regisseur: Peter Markle Disclaimer: Dies soll kein Ersatz für die Folgen von Akte X sein, sondern lediglich eine Möglichkeit sich die Dialoge noch einmal durchlesen zu könne. Dieses Transcript ist weder von Chris Carter, 1013, noch Fox Entertainment genehmigt oder bearbeitet worden. (Großaufnahme eines Spinnennetzes in dessen Mitte eine große Spinne sitzt) RADIOANSAGER: Guten Morgen! Heute ist Freitag, der achte Dezember und Sie hören WXOP, den Nachrichtensender Baltimores, den Sender für ganz Maryland und den Großraum der Chesapeake Region 24-7. Hier sind die Staumeldungen für Freitagmorgen: Ein Zusammenstoß zweier Autos auf der 97 bei... (Die Kamera zeigt das Gesicht unter der Spinne. Das Gesicht gehört zu einem ca. 40 jährigen Afroamerikaner, MARTIN WELLS. Er trägt einen orangefarbenen Gefängnisoverall und liegt auf einer Gefängnisliege. Eine frische Narbe ist auf seiner rechten Wange. Er setzt sich verwirrt auf und berührt die Wunde vorsichtig. Ein Summer ertönt. Die automatische Türe seiner Zelle wird geöffnet und ein großer Gefängnisaufseher tritt herein.) WACHE: Es ist Zeit. (Die Wachen führen MARTIN WELLS den Flur hinunter. SCULLY und DOGGETT warten am Ende des Flures.) MARTIN WELLS: John! DOGGETT: Die Presse wurde informiert, bringen Sie ihn durch den Ausgang an der Graves Street raus. Das ist hier ja wie Woodstock. SCULLY: Ich Schlage vor, Sie verschieben die Verlegung. Wir können ihn nachher rausbringen, wenn sich die Masse verzogen hat. MARTIN WELLS: Mich wohin verlegen? WACHE: Nein, die bleiben ewig da draußen. Wir machen es jetzt gleich. MARTIN WELLS: John. John, was ist hier los? (Die Türe wird geöffnet und die Wachen führen MARTIN WELLS zum Sträflingswagen. Reporter und Nachrichtenteams umrunden sie.) REPORTER: Mr. Wells. Mr. Well, warum haben Sie das getan? DOGGETT: Alles OK. Zurück! Zurück! Machen Sie doch etwas Platz. Kommen Sie, Platz da. Zurück! (MARTIN WELLS erkennt einen älteren Afroamerikaner am Rande der Menge und ruft ihn hoffnungsvoll.) MARTIN WELLS: Al! (Mit Hass erfüllten Augen blick der ältere Mann, AL CAWDRY, zu MARTIN WELLS, zieht seine Pistole und richtet sie auf ihn.) DOGGETT: Runter! Waffe! (Alle gehen zu Boden, doch es ist zu spät für MARTIN WELLS. AL schießt MARTIN WELLS in die Brust. Die WACHEN stoßen AL zu Boden. SCULLY misst seinen Puls.) SCULLY: Rufen Sie einen Arzt! (Klang eines Herzschlages. Alles verlangsamt sich. Er blickt auf SCULLYS Armbanduhr, 8 Uhr 20, 44 Sekunden, der achte und er schließt seine Augen. Die Uhr stoppt. Der Herzschlag stoppt. Die Uhr beginnt rückwärts zu laufen.) INTRO (Schwarzer Bildschirm) Donnerstag, 7. Dezember 8:23 Uhr (MARTIN WELLS wacht auf einer Gefängnisliege auf. Die Wunde auf seiner Wange sieht frischer als im Vorspann aus. In Panik versetzt greift er unter sein T-Shirt und sucht die Wunde einer Pistolenkugel. Nichts. Er blickt hoch und sieht die Spinne, die grade beginnt ihr Netz zuspinnen. Der Summer ertönt und die Türe gleitet auf. SCULLY und DOGGETT treten ein.) MARTIN WELLS: John... (SCULLY und DOGGETT sind dienstlich dort. SCULLY hält einen Beweisstückbeutel mit einer Kreditkarte hoch.) SCULLY: Erkennen Sie sie? Haben Sie sie schon einmal gesehen? (DOGGETT hat keine Geduld für den Mann, der ihn zu kennen scheint. MARTIN WELLS ist sehr verwirrt.) DOGGETT: Denk nicht mal dran Martin. MARTIN WELLS: John, was mache ich hier? Ich bin in dieser Zelle und ich weiß nicht mal wo ich bin oder gar wie ich hier hingekommen bin und alle benehmen sich wie... DOGGETT: Ich schwöre bei Gott, spiele dieses Spielchen nicht mit mir. Ich werde nicht mitmachen bei dem Versuch in letzter Sekunde auf Unzurechnungsfähigkeit zu plädieren. MARTIN WELLS: Was? John... DOGGETT: Es ist Zeit anzufangen mir die Wahrheit zu erzählen! (MARTIN WELLS starrt verwirrt auf DOGGETT. SCULLY ist es nicht behaglich.) SCULLY: Die Karte, Mr. Wells... Sie erkennen sie. Stimmt das? MARTIN WELLS: Ja, es ist eine Karte aus dem Apartmenthaus. So weit ich weiß ist es meine. SCULLY: Es ist Ihre. Sie wurde im Müll hinter dem Strandhotel gefunden. DOGGETT: Du hast sie dort hingeworfen, nicht wahr? Du hattest genug Zeit um nach Baltimore zu fahren und den Mord zu begehen. MARTIN WELLS: Stop! Mord? Welcher Mord? DOGGETT: Dann bist du zurück nach Washington DC gefahren. Hast die Karte weggeschmissen. So konntest du vortäuschen, man hätte sie gestohlen. Damit es so aussieht, als hättest du die ganze Nacht im Hotelzimmer Pay-TV gesehen. Stimmt's? MARTIN WELLS: Bitte... (Er blickt zu Scully) MARTIN WELLS: Welcher Mord? Wovon redet er? DOGGETT: Vielleicht wird das deine Erinnerung auffrischen Freundchen. (DOGGETT hält ein Bild einer jungen afroamerikanischen Frau hoch, die brutal mit einem Messer erstochen wurde. MARTIN WELLS bricht beim Anblick des Fotos in Tränen aus.) MARTIN WELLS: Vicky. Meine Frau. Das ist nicht wahr. Das ist nicht wahr. (DOGGETT tritt zurück, unschlüssig, was er über WELLS denken soll. Eine Wache betritt die Zelle.) GROßE WACHE: Der Wagen wartet. (SZENE ZWEI) BALTIMORE CIRCUIT COURT 10:12 AM (Gefängnisraum. MARTIN WELLS wird in Ketten und orangefarbenen Overall durch den Raum geführt. Er setzt sich zu einer jungen Anwältin, JANET WILSON.) JANET WILSON: Sehr gut. Ihre Würde ist Ihre Trumpfkarte. Spielen Sie die aus. Senken Sie nicht Ihren Blick. Es sieht so aus, als wären Sie schuldig. Und jetzt zu Richter Kinberg. Was für eine Beziehung haben Sie zu ihm? MARTIN WELLS: Benjamin? JANET WILSON: Ein vertrautes Verhältnis, das ist gut. BAILIFF: Alle aufstehen. (Alle stehen. Aus Gewohnheit ist MARTIN WELLS einer der ersten der steht.) BAILIFF: Die Zuschauer werden gebeten, alle Handys und Pager ausmachen. Hört! Hört! Alle, die ein Anliegen haben sollen nähertreten und gehört werden. (MARTIN WELLS sieht den Mann, der ihn im Vorspann erschossen gar hat. AL blickt ihn an, sieht dann aber weg.) MARTIN WELLS: Al? JANET WILSON: Was? MARTIN WELLS: Er hat mich erschossen. JANET WILSON: Wer? Ihr Schwiegervater? Wovon reden Sie überhaupt? BAILIFF: Das Kreisgericht, Abteilung sechs B ist nun eröffnet. Der ehrenwerte Richter Benjamin Kinberg hat den Vorsitz. Heute ist Donnerstag der siebte Dezember. MARTIN WELLS: Donnerstag? Heute ist nicht Donnerstag. JANET WILSON: Pst! MARTIN WELLS: Heute ist Samstag. Gestern war Freitag und... JANET WILSON: Heute ist Donnerstag. An Samstagen tagt das Gericht nicht. Das wissen Sie doch! Fühlen Sie sich nicht gut? RICHTER KINBERG: Fall Nummer: 8ABX03. Die Anklage lautet auf Mord. Die Verteidigung hat Freilassung gegen Kaution beantragt. JANET WILSON: Ja euer Ehren, haben wir. Und ich bin sicher, dass Sie auch der Meinung sind, dass Mr. Wells als Staatsanwalt im Gefängnis eine Zielscheibe ist. STAATSANWALT CARTER: Euer Ehren, ich habe die Bestätigung der Staatsvollzugsbehörde aus Baltimore, dass Mr. Wells Sicherheit während der Gefangenschaft nicht gefährdet ist. JANET WILSON: Außerdem, wenn euer Ehren zustimmen, ist Mr. Wells ein aufrechter Bürger und ein respektierter Jurist. STAATSANWALT CARTER: Euer Ehren, mit eiskalter Berechnung hat Martin Wells seine Frau in der gemeinsamen Wohnung brutal mit einem Messer ermordet. Er stellt eine Bedrohung für die Öffentlichkeit dar und darf auf keinen Fall frei herumlaufen. (Sie hält ein blutiges Beweisstück hoch.) JANET WILSON: Er stellt für niemanden eine Bedrohung dar, euer Ehren, außerdem hat er zwei kleine Kinder zu Hause, die ihn unbedingt brauchen. DISTRICT ATTORNEY CARTER: Und warum? Weil ihre Mutter nicht da ist. JUDGE BENJAMIN KINBERG: Ms. Carter. (er sieht zu MARTIN WELLS) Martin, es tut mir leid, dich auf der Anklagebank sitzen zu sehen. Ich hoffe, du verzeihst mir, wenn ich genau das mache, was du als Staatsanwalt fordern würdest. Kaution abgelehnt. Ich werde jedoch anordnen lassen, dass du dorthin verlegt wirst, wo du sicherer bist. MARTIN WELLS: Verlegt? Nein Ben. Das kannst du nicht tun. Ich darf nicht verlegt werden. (MARTIN WELLS steht auf und geht zum Publikum. Er zeigt zu AL.) MARTIN WELLS: Er wird mich töten. RICHTER BENJAMIN KINBERG: Martin. MARTIN WELLS: Morgen früh-wenn heute wirklich Donnerstag ist-dann ist morgen Freitag und dann wird er es tun. Er wird mich erschießen während ich verlegt werde RICHTER BENJAMIN KINBERG: Wache. (Zwei Beamten nehmen MARTIN WELLS.) MARTIN WELLS: Sie verstehen nicht. Es wird passieren. Es wird passieren. Richter, hören Sie mich an. Ben, es wird passieren! Er wird mich töten! Ben! (Die Beamten führen MARTIN WELLS aus dem Gerichtsraum.) (Verhörungsraum. MARTIN WELLS sitzt in einer Hälfte des Raumes in einem orangefarbenen Gefängnisoverall. SCULLY und DOGGETT betreten den Raum.) SCULLY: Mr. Wells, wir verstehen, dass Sie einen anstrengenden Morgen vor Gericht hatten. Worüber möchten Sie mit uns sprechen? MARTIN WELLS: Sind Sie Johns Partnerin? (DOGGETT ist verwirrt.) DOGGETT: Um Himmels Willen Martin! Das ist Agent Scully. Du hast sie gestern kennen gelernt. MARTIN WELLS: Gestern? DOGGETT: Ja gestern. Mittwoch. MARTIN WELLS: Mittwoch? SCULLY: Heißt dass, Sie können sich an nichts erinnern? Was ist das letzte woran Sie sich erinnern können? MARTIN WELLS: Dass ich von meinem Schwiegervater erschossen wurde. DOGGETT: Du verschwendest unsere Zeit. (DOGGETT dreht sich rum um zu gehen, doch dreht sich wieder herum und hört wieder MARTIN WELLS zu. MARTIN WELLS konzentriert sich hauptsächlich auf SCULLY.) MARTIN WELLS: Hör mal. Ich weiß nicht, was ich erlebte. Aber was, wenn es eine Vorahnung ist? Ein Blick in die Zukunft? Ich meine, man hört ja von solchen Dingen. SCULLY: Ja, das macht man. (SCULLY ist abgeneigt zu glauben, doch für die Möglichkeit offen. Sie setzt sich hin.) SCULLY: Mr. Wells, ist dieser Schuss das einzige, an dass Sie sich erinnern können? MARTIN WELLS: Ähm...ich war in DC...wegen einer Urteilsverkündung. Ich war im Strand Hotel, wie Sie sagten. SCULLY: Das war vor drei Tagen Mr. Wells. Wollen Sie uns sagen, dass Sie sich an nichts anderes erinnern können? Nicht den Mord an Ihrer Frau? MARTIN WELLS: Nein. (DOGGETT glaubt nicht ein einziges Wort.) DOGGETT: Hör zu. Des Mordes verdächtigt. Du wachst eines Morgens auf und kannst dich an gar nichts erinnern. Martin, du lieferst uns nicht ausreichend Beweise, um deine Geschichte zu glauben. Jetzt, als dein Freund, ich höre dir zu, was du auch zu sagen hast, aber ich will nicht belogen werden. MARTIN WELLS: Ich belüge dich nicht. Du sprachst mit mir über Schlüsselkarten. Ich sitze im Gefängnis. Ich verstehe nichts von alledem. Aber ich habe Vicky nicht getötet. SCULLY: Wenn Sie sich wirklich an nichts erinnern...wie können Sie sich dann sicher sein, dass Sie es nicht waren? (MARTIN WELLS denkt über dies in Überraschung und Angst nach.) (Später. MARTIN WELLS sitzt auf seiner Gefängisliege. Er hat Visionen von zerbrochenem Glas, das in den Schatten fliegt, VICKIE, schreiend vor Angst und Schmerzen und ein blutiges Messer. Er blickt wieder in die Gegenwart. Er lehnt sich an die Wand. Er sieht die Spinne über ihr fast vollendetet Netz gehen. In Wut zerstört er das Netzt und schlägt die kleine Spinne tot.) (Später, im Besuchsraum sieht er zwei kleine Mädchen, die durch die Halle des Gefängnisses geführt werden. Eine Frau spanischer Abstammung, TRINA, ihr Kindermädchen begleitet sie. Sie haben alle Besucherausweise. Er lächelt glücklich, kniet sich auf den Boden und öffnet seine Arme.) MARTIN WELLS: Courtney! Haley! He ihr zwei! Oh! Es ist so schön, euch zu sehen. (Die Mädchen, ca. vier und sechs, sehen auf den Boden, doch blicken nicht zu ihm. MARTIN WELLS ist verwirrt und verletzt.) MARTIN WELLS: Hä...?! Kommt schon. Kommt, umarmt euren Vater! TRINA: Umarmt euren Vater, Mädchen. (Gehorsam lassen sie sich umarmen. Er hält sie zärtlich.) MARTIN WELLS: Mmm... (Er sieht zu TRINA hoch.) MARTIN WELLS: Wie verkraften sie es? TRINA: (mit Tränen in der Stimme) Gut. Gut, Mr. Wells. Sie wollen wissen, wann Sie nach Hause kommen. (MARTIN WELLS sieht seine Töchter an.) MARTIN WELLS: Oh, wisst ihr...Daddy muss noch einige Dinge, die er erledigen muss-sehr, sehr wichtige Dinge. Deshalb muss ich hier bleiben, aber wisst ihr, dann komme ich wieder nach Hause. (Das ältere Mädchen, COURTNEY blickt auf den Fußboden.) COURTNEY: Grandpa sagt, sie lassen dich nicht nach Hause kommen. (MARTIN WELLS ist schockiert und traurig über dies. Er umarmt seine Mädchen wieder.) MARTIN WELLS: Oh... (MARTIN WELLS hat eine weitere Vision von zersprungenen Glas, Vicky nach Luft schnappend und einer Reihe Perlen, die herunterfallen. Er ist wieder in der Gegenwart. Er sieht zu TRINA auf.) MARTIN WELLS: Trina, ich möchte, dass Sie etwas aus dem Apartment für mich holen-etwas aus dem Kinderzimmer. (Die Anwältin, JANET WILSON betritt den Verhörungsraum von MARTIN WELLS. Eine Wache lässt sie herein.) JANET WILSON: Danke schön. (Sie reicht ihm einen pastellfarbenen Teddybären und schließt die Rollos. Sie ist unfreundlich.) JANET WILSON: Warum sagten Sie mir dies nicht, bevor dem Kautionstermin? MARTIN WELLS: Ich habe Sie vor dem Kautionstermin nicht einmal gesehen. (Sie starrt ihn verwirrt an. MARTIN WELLS öffnet den Bären und nimmt eine Videokamera heraus.) MARTIN WELLS: Nanny-cam. JANET WILSON: Oh, Martin, Ich wünschte, Sie hätten mir vorher davon erzählt. Ich weiß wirklich nicht, ob das so eine gute Idee ist. MARTIN WELLS: Dieses Band könnte den Mörder zeigen. JANET WILSON: Was immer auf dem Band sein sollte, Sie wissen, verpflichtet bin, dies der Staatsanwaltschaft zu melden. MARTIN WELLS: Glauben Sie, ich bin schuldig? (Sie beginnt zu antworten. Er unterbricht sie ruhig.) MARTIN WELLS: Lassen Sie uns das jetzt klären. Hier. Mein Apartment. (Sie sieht mit ihm gemeinsam auf den kleinen Monitor. Er sieht es im "Schnell-Rückwärts-Modus" an. Polizeibeamte kommen und gehen schnell.) MARTIN WELLS: Das ist das Zimmer der Mädchen und das muss die polizeiliche Ermittlung sein. Wann fand der Mord statt? JANET WILSON: Dem offiziellen Bericht nach kam die Polizei um 6.20 Uhr am Samstag morgen an. Ihre Karte wurde um 4.17 Uhr benutzt. MARTIN WELLS: Was bedeutet, der Mörder kam irgendwann dazwischen. JANET WILSON: Warten Sie. Da ist Ihre Frau. (MARTIN WELLS verliert seine Gefühle, als er VICKIE ihre Hand müde durch ihr Haar fahren sieht, als sie mitten in der Nacht an der Türe des Kinderzimmers lehnt.) MARTIN WELLS: Wir müssen etwas verpasst haben. (Er spult vor bis zur Ankunft der Polizei. Kurz vorher stoppt er und sieht eine bekannte Person in der Türe stehen.) JANET WILSON: Martin, das sind Sie. (JANET WILSON geht weg. MARTIN WELLS starrt für einen Augenblick auf sein Bild und senkt dann die Kamera.) (Morgen. Die Geräusche des Gefängnisses lassen MARTIN WELLS erwachen. Er hebt seinen Kopf und steht auf. Er sieht auf die Liege über ihm. Da ist keine Schnitt in seinem Gesicht. Die Spinne krabbelt herum, um den besten Ort für ihr Netz zu suchen. Die Tür wird geöffnet. Die GROßE WACHE betritt die Zelle.) MARTIN WELLS: Ich werde nicht gehen. TALL GUARD: Was ist los? MARTIN WELLS: Ich sagte es Ihnen. Dies ist der Tag. Wenn ich gehe, werde ich erschossen. Sie können mich nicht verlegen. TALL GUARD: Das hatte ich auch nicht vor. Ihre Anwälte wollen Sie sehen. (MARTIN WELLS wird zum Verhörungsraum geführt, wo sein Anwalt, BRENT TUFELD, auf ihn wartet. Er spricht leise mit JANET WILSON.) BRENT TUFELD: Da ist ja mein Lieblingsklient. Martin, alles in Ordnung? (Sie schütteln sich die Hände.) MARTIN WELLS: Brent...es ging mir schon besser. BRENT TUFELD: Wir gewinnen den Fall schon. Bestimmt. Martin, ich habe hier einen der besten Anwältinnen des Landes. Ich möchte dich mit... (MARTIN WELLS dreht sich zu JANET WILSON um.) MARTIN WELLS: Wir kennen uns bereits. Ich habe die ganze Nacht über das Videoband nachgedacht und denke nicht, dass Sie es dem Staatsanwalt übergeben müssen. JANET WILSON: Bitte was? MARTIN WELLS: Ich habe Ihnen doch offensichtlich das Band gegeben, um meine Unschuld zu beweisen. JANET WILSON: Also, Mr. Wells, ich bin Janet Wilson. Ich denke nicht, dass wir uns bereits begegnet sind. (MARTIN WELLS starrt JANET WILSON an.) BRENT TUFELD: Martin, was für ein Videoband? MARTIN WELLS: Das von der Überwachungskamera. (JANET WILSON sieht zu TUFELD.) MARTIN WELLS: (zu TUFELD) Deshalb sind Sie hier, nicht? BRENT TUFELD: Ich bin hier, um Sie mit Ihrer neuen Anwältin bekannt zumachen. MARTIN WELLS: (zu JANET WILSON) Wir haben uns gestern bei der Anhörung getroffen. Wissen Sie das nicht mehr? BRENT TUFELD: Martin, die Anhörung findet morgen statt. MARTIN WELLS: Welchen Tag haben wir heute? Welchen Wochentag haben wir heute? BRENT TUFELD: Mittwoch. Mittwoch den sechsten. MARTIN WELLS: Gestern sagte man mir es sei Donnerstag. Der Tag davor war Freitag. Es läuft rückwärts. Alles passiert rückwärts. (Die Anwälte sind verwirrt.) BRENT TUFELD: Martin, ich denke, du solltest mit jemanden sprechen. Du hast hier unendlich viel Stress. Hier eingesperrt zu sein hilft nicht. JANET WILSON: Wir können Sie morgen Nachtmittag hier raus haben. Die Staatsanwaltschaft hat sehr wenig in der Hand. Die haben keinen wirklichen Beweis Sie als Täter zu verurteilen. BRENT TUFELD: Und die haben nicht die Schlüsselkarte, die für Ihr Apartment benötigt wird. MARTIN WELLS: Die Schlüsselkarte... JANET WILSON: Ohne die Karte haben die nichts in der Hand. (Gefängnishof. Einige Gefangene spielen Basketball im Gefängnishof. Ein großer afroamerikanischer Sträfling sieht MARTIN WELLS und geht durch den Hof. Er bückt sich zu einem gefährlich aussehenden Mann spanischer Abstammung, der Gewichte stemmt und flüstert etwas zu ihm. Ein JUNGER SCHWARZER MANN, SHORTY bemerkt dies und geht zu MARTIN WELLS.) SHORTY: Oh ja, da mag dich jemand. SHORTY: Komm schon. Ich spaße doch nur. Hast du keinen Sinn für Humor? MARTIN WELLS: Kenne ich Sie? SHORTY: Nein, du kennst mich nicht. Trotzdem bin ich deinetwegen hier drin. (MARTIN WELLS erkennt ihn.) MARTIN WELLS: Drogenbesitz. Dealerei. Versteckte Waffe. SHORTY: Die versteckte Waffe war aber eine Rohrzange. Ich war auf dem Weg zur Mutter meiner Freundin. Weil ich ihren versteckten Abfluss reparieren wollte. Das habe ich dir alles erzählt. Das Ding mit der Waffe hat mir noch sechs Monate mehr eingebracht. Weißt du meinen Namen noch? MARTIN WELLS: Nein, ich kann mich nicht an Ihren Namen erinnern. Alles, was ich über Sie wissen musste war, dass Sie gegen das Gesetz verstoßen haben SHORTY: Ich habe gegen das Gesetz verstoßen. Ich denke, dies macht dich zum Ehefrauenmörder. (MARTIN WELLS blickt ihn wütend an. SHORTY lacht. MARTIN WELLS geht durch den Hof weg. Er kommt an einem Tisch vorbei, an dem Sträflinge Domino spielen. Einige fallen herunter. Einer der Spieler starrt ihn erzürnt an.) DOMINOSPIELENDER STRÄFLING: He, heb die gefälligst auf! ANDERER SPIELER: Komm schon. (MARTIN WELLS kniet sich und hebt die Dominosteine auf. Er dreht sich um, um den Mann spanischer Abstammung sehen zu können. Er hat ein Spinnennetz auf seiner Hand tätowiert. MARTIN WELLS schreit und stürzt zu Boden, als der "Spinnenmann" ihm durch das Gesicht schneidet. Die anderen Sträflinge gehen in Stille um ihn herum.) (Vernehmungsraum. MARTIN WELLS-frische Wunde auf seiner Wange-begrüßt DOGGETT und SCULLY, als diese den Raum betreten. DOGGETT bemerkt die Verletzung.) DOGGETT: Ah, Martin. Dein Gesicht. MARTIN WELLS: Ist halb so schlimm. Danke, dass ihr gekommen seid. Agent Scully, besonders mit Ihnen möchte ich sprechen. (SCULLY schüttelt seine Hand.) SCULLY: Schön Sie kennen zulernen. Ich bedauere, dass dies nicht unter besseren Umständen stattfinden konnte. MARTIN WELLS: An dem Tag, an dem wir uns kennen lernten geschah etwas mit mir. Ich muss etwas sagen, euch beiden. Ich erlebe alles rückwärts. Jeden morgen, wenn ich aufwache ist der vorherige Tag. Für mich war gestern Donnerstag, der Tag davor war Freitag, alles ist neu für mich. Jeden morgen wenn ich wach werde kann ich mich nur an den nächsten Tag erinnern. (SCULLY denkt darüber nach.) DOGGETT: Agent Scully, vielleicht sollten Sie sich diese Wunde genauer ansehen, vielleicht hat er ja was am Kopf. MARTIN WELLS: Ich weiß, dass es verrückt klingt. Aber ich erzähle die Wahrheit. Diese Wunde zum Beispiel. Sie war gestern auf meiner Wange, als ich aufwachte. Heute morgen war sie nicht da. Doch heute Nachmittag wurde ich verletzt. Gestern habe ich eine Spinne zerschlagen. Heute Morgen war sie wieder da. Weil es am Tag vorher geschah. Ich habe sie noch nicht getötet. SCULLY: Mr. Wells, heißt dass Sie können sich nicht an den Tag erinnern, an dem Ihre Frau ermordet wurde? Ich spreche von Montag. MARTIN WELLS: Nein, ich erinnere mich nicht. Für mich ist es noch nicht passiert. SCULLY: Begreifen Sie, dass Sie keinerlei Beweise haben. Ich meine, wenn morgen wirklich gestern ist, dann hatten wir nie dieses Gespräch. DOGGETT: Das darf doch alles nicht war sein. SCULLY: Das bedeutet, Sie müssen uns alles wieder erzählen. DOGGETT: Also wenn das stimmt, muss ich zu diesem Termin nicht mitkommen. (DOGGETT verlässt die Zelle.) SCULLY: Mr. Wells, nehmen wir mal an, das würde alles wahr sein. Was glauben Sie, warum es geschieht? MARTIN WELLS: Ich weiß es nicht. Es muss einen Grund geben. SCULLY: Was für einen Grund? MARTIN WELLS: Irgendetwas...soll ich etwas verstehen? Obwohl ich nicht weiß, was es sein könnte. SCULLY: Vielleicht kennen Sie die Antwort doch wissen es nicht. (SCULLY verlässt den Raum und schließt die Türe MARTIN WELLS denkt nach.) (JANET WILSON steht vor der Zelle von MARTIN WELLS, als er beginnt einen großen Ordner zu öffnen, den sie ihm mitgebracht hat. Sie sorgt sich um ihn.) JANET WILSON: Ich würde gerne bei Ihnen bleiben, während Sie dies tun, Martin. Ich kann Ihnen die Beweiskette darlegen. MARTIN WELLS: Ich denke, ich habe so etwas schon einmal gemacht. Dankeschön Mrs. Wilson. (Widerwillig geht sie. MARTIN WELLS öffnet die Mordakte seiner Frau. SHORTY geht mit einem Besen in der Hand an seiner Zelle vorbei.) SHORTY: Mhm, du suchst nach einem Schlupfloch, häh? Ja, ja, willst dich hier rausbekommen. Die beten doch, dass sie etwas finden um dich gehen lassen können. MARTIN WELLS: Ich suche keine Schlupflöcher. SHORTY: Also, wonach suchst du dann Bruder? MARTIN WELLS: Wahrheit. SHORTY: Wahrheit? Such lieber nach Schlupflöchern. Die Wahrheit sorgt dafür, dass du hier drin bleibst, sie macht dich zum Sündenbock für einen Schweinehund, das macht die Wahrheit. Also hau rein, Bruder, sonst pfeifst du bald aus dem letzten Loch wie `ne alte Dampflok. (Er lacht und macht Geräusche eines Zuges während er geht.) SHORTY: Die Wahrheit! (Schweratmend sieht sich MARTIN WELLS die Fotos des Mordes an. Er schluchzt, als er Bilder seiner toten Frau sieht.) (Rückblende auf zersplitterndes Glas, Blut, dass aus seiner toten Frau fließt, das blutige Messer und ein Mann mit einem Spinnennetztatoo auf seiner Hand.) MARTIN WELLS: Ich weiß wer es war. (Schwarzer Bildschirm) Dienstag, der fünfte Dezember 8:42 Uhr (MARTIN WELLS erwacht verwundert auf der Couch in einen ziemlich bescheidenen Haus auf. Er eine Decke und ein Kissen. Er sieht, dass der Fernseher an, doch sein Ton aus ist. Er nimmt die Fernbedienung und stellt den Ton an. Ein Nachrichtenbericht zeigt die Verhaftung von MARTIN WELLS.) TV REPORTER: ...behauptet, er wäre grade von einer Dienstreise und hätte die Leiche seiner Frau im Wohnzimmer entdeckt. So wie es aussieht hält sich Wells irgendwo im Haus eines Freundes auf. Die Polizei von Baltimore gab keine Hinweise darauf, ob er als Mordverdächtiger in Frage kommt, oder ob es überhaupt schon Verdächtige gibt. Wie wir erfahren konnten, konzentrieren sich die polizeilichen Ermittlungen auf den Verbleib einer elektronischen Schlüsselkarte, so ähnlich wie diese hier. Die fragliche Karte gehört Martin Wells. Sie wurde von Mörder benutzt, um das Apartmenthaus durch die Garage zu betreten. Wells behauptet, er wüsste nicht, wo sich die Karte befindet... (DOGGETT betritt die Tür mit zwei Plastikbechern voll Kaffee in der Hand. Er ist so ein männlicher Mann, dass er nicht einmal Kaffee selbst machen würde. Er reicht einen zu MARTIN WELLS) DOGGETT: Damit möchte man nicht unbedingt aufwachen. TV REPORTER: ...und vermutet, sie sei gestohlen worden. (MARTIN WELLS macht den Ton wieder aus.) DOGGETT: Wie fühlst du dich? MARTIN WELLS: Von der Realität abgeschnitten, aber ich sollte mich wohl dran gewöhnen. Oh, ich danke dir. Ich, denke, du hast mich hier schlafen lassen, richtig? Ich danke dir. DOGGETT: Wie ich schon sagte, kein Problem. (MARTIN WELLS beginnt seine Schuhe anzuziehen.) MARTIN WELLS: Demnach ist heute also Dienstag. Der Tag nach dem Mord. John... Ich weiß, wer es war. (DOGGETT setzt sich und starrt ihn an, überrascht, wie ruhig und gelassen MARTIN WELLS ist.) DOGGETT: Du weißt wer Vicky getötet hat? MARTIN WELLS: Mmm. Latino, ca. 40, 1,80 m, 185 Pfund. Er hat ein tätowiertes Spinnennetz auf seiner linken Hand. DOGGETT: Martin, letzte Nacht hast du mir gesagt, du hättest keine Ahnung wer der Mörder sein könnte. MARTIN WELLS: Ja, aber jetzt weiß ich es. Glaube mir. Ich kenne zwar seinen Namen nicht, aber du kannst ihn im Knast von Baltimore finden. Ruf sie an. Die könne ihn anhand meiner Beschreibung identifizieren. (DOGGETT geht zum Telefon und ruft an. MARTIN WELLS macht den Ton wieder an. AL CRAWDY, sein Schwiegervater wird interviewt.) AL CAWDRY: Ich will nur sagen, dass meine Tochter ein außergewöhnlicher Mensch war...jemand, der von allen, die sie kannten geliebt wurde. TV REPORTER: Sir, hat die Polizei bereits Verdächtige im Mordfall Ihrer Tochter benannt? AL CAWDRY: Die erzählen uns nicht viel. TV REPORTER: Was ist an den Gerüchten dran Ihr Schwiegersohn wäre der Hauptverdächtige? Können Sie uns dazu was sagen? (AL CAWDRY beginnt zu weinen und kann nicht antworten.) TV REPORTER: Das war ein Lifebericht von Brian Blakeley vom Calvert-Apartmenthaus. Zurück ins Studio. (MARTIN WELLS senkt seine Augen vor Schmerz und macht den Ton wieder aus, als DOGGETT aufhängt und zurück ins Wohnzimmer geht.) DOGGETT: Kein Sträfling, der auf deine Beschreibung passt ist in den letzten 36 Stunden eingeliefert worden. MARTIN WELLS: Er ist da drin. Er muss da sein. DOGGETT: Tut mir leid Martin, ist er nicht. MARTIN WELLS: Es muss noch zu früh sein. Er wird erst später verhaftet werden. Heute ist Dienstag, also konnte er gestern mit mir im Gefängnis sein-am Mittwoch. DOGGETT: Martin, jetzt versteh ich wirklich kein Wort mehr. Wenn du mir gegenüber ein Geständnis ablegen möchtest, dann möchte ich, dass du endlich mal Klartext redest. MARTIN WELLS: Das alles geschieht aus irgendeinem Grund. Vielleicht kenne ich die Antwort schon. DOGGETT: Und die wäre? MARTIN WELLS: Es gibt etwas in meiner Wohnung, das du dir ansehen solltest John. (DOGGETT ist skeptisch.) (Schwarzer Bildschirm.) CALVERT APARTMENTHAUS BALTIMORE, MARYLAND 11:18 Uhr (Ein sehr schönes Apartment. DOGGETT und MARTIN WELLS treten ein.) DOGGETT: Wo ist es? MARTIN WELLS: Im Zimmer der Mädchen, gleich hier. (Während DOGGETT in die linke Hälfte des Zimmers geht geht MARTIN WELLS langsam ins Wohnzimmer. Die Beamten der Spurensicherung haben überall Markierungen hinterlassen. MARTIN WELLS blickt auf den zerbrochenen Glastisch. Er sieht den Mord rückwärts. Er wird ruckartig in die Gegenwart versetzt, als DOGGETT mit dem Bären, der die Überwachungskamera enthält den Raum betritt.) DOGGETT: Ist er das? (Später sehen sich DOGGETT und MARTIN WELLS das Band auf dem kleinen Bildschirm an.) MARTIN WELLS: Meine Töchter waren bei ihren Großeltern...Gott sei Dank. Ihre Zimmertür war offen und der vordere Flur ist klar zu sehen. Die Überwachungskamera ist Bewegungssensor gesteuert, also müsste sie jeden aufgenommen haben, der die Wohnung betreten oder verlassen hat. MARTIN WELLS: Das bin ich. Niemand sonst ist auf dem Band zwischen meiner Frau und der Polizei. Das verstehe ich nicht. DOGGETT: Ich würde sagen, hiermit siehst du mehr unschuldig als schuldig aus. Siehst du da im Spiegel... (DOGGETT zeigt auf eine helle Reflektion im Spiegel.) DOGGETT: ...die Sonne. Deine Frau ist nach Hause gekommen, bevor der Mörder um 4.17 Uhr ins Haus gekommen ist. Ihr Tod ist weit danach festgelegt, weit vor Sonnenaufgang. Du bist viel später nach Hause gekommen, als die Sonne schon aufgegangen war. MARTIN WELLS: Der Mörder hat das Band abgeschaltet. DOGGETT: Die Frage ist nur wie? MARTIN WELLS: Die Fernbedienung dafür liegt in einer Schublade. Aber niemand außer Vicky und mir weiß davon. DOGGETT: Wirklich niemand? (MARTIN WELLS denkt nach.) HAUS VON TRINA GALVEZ BALTIMORE, MARYLAND 12:36 Uhr DOGGETT: FBI! Ihr Vorhang hat sich bewegt! Ich weiß, dass Sie da sind. (TRINA, das Kindermädchen von MARTIN WELLS' Töchtern öffnet nervös die Türe, die Sicherheitskette ist noch an ihrem Platz.) TRINA: M-Mr. Wells, Ich... MARTIN WELLS: Trina, Sie wussten von der Überwachungskamera, nicht wahr? Sie haben es dem Mörder erzählt. Sie haben ihm meine Schlüsselkarte gegeben. TRINA: Mr. Wells, ich war letzte Nacht nicht mal da. (DOGGETT hat seine Hand über den Spion gelegt. Er greift nach seiner Waffe.) DOGGETT: Das erste, was Sie hätten sagen sollen ist: Welche Kamera? (DOGGETT tritt die Tür auf. TRINA schreit und fällt zu Boden. Der "Spinnenman spanischer Abstammung" stand mit einem Messer in der Hand hinter der Türe. Er fällt zu Boden und DOGGETT hält ihn zurück und zeigt MARTIN WELLS SEINE HAND.) DOGGETT: Ist er das? (MARTIN WELLS nickt.) TRINA: Es tut mir so leid, Mr. Wells. Er sagte, er würde meiner Familie etwas antun. Er hat mich gezwungen ihm Ihre Schlüsselkarte zu geben. (MARTIN WELLS sieht sie nicht an. TRINA schluzt. MARTIN WELLS starrt den Mann auf dem Boden an.) (Polizeirevier. MARTIN WELLS sieht zu, als DOGGETT den "Spinnennetzmann" verhört. DOGGETT verlässt den Raum.) DOGGETT: Sein Name ist Cesar Ocampo. Er hat reichlich Vorstrafen wegen Drogen und Körperverletzung. er kennt sich aus und hält die Klappe. MARTIN WELLS: Wir haben Trinas Aussage gegen ihn. DOGGETT: Vielleicht haben wir die auch nicht. Sie hat solche Angst vor ihm, dass wir nicht auf sie zählen können. MARTIN WELLS: John, lass mich reingehen und mit ihm reden. Bitte. (DOGGETT starrt zu MARTIN WELLS.) DOGGETT: Er sagt, dass er nur mit dir reden möchte. (MARTIN WELLS betritt den Vernehmungsraum.) MARTIN WELLS: Warum? CESAR OCAMPO: Sie wissen es nicht? Sie haben meinen Namen, meine Akte und Sie können es nicht verstehen? MARTIN WELLS: Cesar Ocampo-Ich kenne Sie nicht. Ich habe Sie nie verurteilt. CESAR OCAMPO: Hector Ocampo, mein Bruder. MARTIN WELLS: Weswegen war er angeklagt? CESAR OCAMPO: Drogenbesitz, Dealerei. Crack im Wert von 50$. Es war seine letzte Chance, wissen Sie noch? MARTIN WELLS: Ja, ich weiß es noch. Ich habe nur meinen Job gemacht. CESAR OCAMPO: Sie haben lebenslänglich verlangt! MARTIN WELLS: Das gehört zu meinem Job. Ich tu das zehn Mal die Woche, das ganze Jahr über. Und deswegen wird meine Frau ermordet? Sie nehmen mir meine Würde und meinen guten Ruf und nur weil Ihr Dreckssack von Bruder da ist, wo Abschaum hingehört? CESAR OCAMPO: Brady gegen Maryland. Hey, Sie wissen, wovon ich spreche. Brady gegen den Staat Maryland. Die Staatsanwaltschaft soll entlastende Beweise veröffentlichen. Drei Zeugen haben die gleiche Aussage gemacht. Es war nicht Hectors Crack. Es war in einer Jacke, die ihm nicht mal gehört hat. Es war in einer Jacke, die im Klub neben ihm lag. Sie wussten das. SIE wussten das. Und Sie haben den Beweis unterschlagen. MARTIN WELLS: Soll das heißen, ihr Bruder ist gar kein Drogendealer? CESAR OCAMPO: Mein Bruder war Hilfskellner, als Sie ihn verknackt haben. Er hatte schon zwei Chancen versiebt. Er hat nicht mehr gedealt. Sie haben ihn für das verknackt, was er mal war...und es war so leicht für Sie. Sie haben gegen das Gesetz verstoßen. MARTIN WELLS: Ich mache Ihnen einen Vorschlag: Sie werden wegen Mordes an meiner Frau verurteilt, da führt kein Weg dran vorbei. Bekennen Sie sich jetzt schuldig, sehe ich mir den Fall Ihres Bruders noch einmal an. Vielleicht kann ich eine verkürzte Zeit empfehlen, die mit der bereits verbüßten abgegolten ist. Sie wollen Gerechtigkeit? Die will ich auch. CESAR OCAMPO: Mein Bruder ist tot. Er hat sich vor ein paar Wochen in seiner Zelle erhängt. (DOGGET öffnet die Türe und betritt den Raum.) DOGGETT: Martin... Können wir? (MARTIN WELLS sieht zurück auf CESAR OCAMPO und begleitet DOGGETT zurück in den Flur. Zwei Ermittler warten.) DOGGETT: Es tut mir leid Martin. Ich wollte sie davon abbringen, aber sie halten dich für den Schuldigen. ERMITTLER: Sir, drehen Sie sich bitte um. (Die ERMITTLER verhaften MARTIN WELLS und führen ihn weg.) HOMICIDE DETECTIVE: Martin Wells, Sie sind verhaftet wegen Mordes an Vicky Wells. Sie haben das Recht zu schweigen. Alles, was Sie von nun an sagen kann und wird vor Gericht gegen Sie verwendet werden. Sie haben das Recht auf einen Anwalt.) (DOGGETT sieht wie sie gehen.) MONTAG DER VIERTE DEZEMBER STRAND HOTEL WASHINGTON, DC 2:07 UHR (Dunkles Hotelzimmer. MARTIN WELLS wird wach. Er reibt sich durch das Gesicht. Es ist 2.08 Uhr MARTIN WELLS hebt den Hörer ab und wählt eine Nummer.) MARTIN WELLS: Komm Schatz, nimm ab. (Er lässt weiter klingeln. MARTIN WELLS wird immer nervöser.) MARTIN WELLS: Nimm ab! VICKY WELLS: (am Telefon) Hallo. (Als er ihre Stimme hört seufzt er erleichtert auf.) MARTIN WELLS: (am Telefon) Vicky... (Er wird wieder angespannter, als er merkt, dass es der Anrufbeantworter ist.) VICKY WELLS: (am Telefon) Das ist der Anschluss von Martin, Vicky, Courtney und Haley Wells. Wir sind leider nicht zu Hause. Bitte hinterlassen Sie eine Nachricht. MARTIN WELLS: (am Telefon) Schatz, ich bin's Martin. Nimm den Hörer an. Vicky, geh ran. Geh ran! (Er legt den Hörer auf seinen Schoß.) MARTIN WELLS: Es ist noch nicht vier Uhr. (Er hält den Hörer wieder an seinen Mund.) MARTIN WELLS: Vicky, wenn du dies hörst, verlasse sofort die Wohnung, fahr' zu deinen Eltern und warte auf meinen Anruf. Ich bin auf dem Weg in die Stadt. (Er hängt auf und verlässt das Hotel.) (Später. MARTIN WELLS trommelt an DOGGETTs Haustüre. DOGGETT ist davon wachgeworden, macht eine Lampe an und öffnet die Tür. Er trägt ein dunkles T-Shirt. Ein Hund bellt aus einem Nachbargarten.) MARTIN WELLS: John, ich brauche deine Hilfe. DOGGETT: Martin? (Er lässt MARTIN WELLS rein und schließt die Türe.) MARTIN WELLS: Vicky wird in zwei Stunden ermordet werden. DOGGETT: Vicky? Deine Frau? MARTIN WELLS: Ich habe die Polizei von Baltimore informiert, aber die halten mich für einen Spinner. Ich muss sie anrufen. Ich kann jetzt den Verdächtigen beschreiben, ich weiß seinen Namen...alles. DOGGETT: Woher weißt du das denn alles? MARTIN WELLS: Ich habe keine Zeit zum Erklären. Du würdest es eh nicht glauben. DOGGETT: Martin, siehst du, das ist ein schlechtes Zeichen, es ist zwei Uhr nachts. Ich habe dich seit drei Jahren nicht gesehen. Du musst mir schon mehr sagen um mich zu überzeugen. MARTIN WELLS: Das geschieht alles aus einem bestimmten Grund. Man hat mir eine zweite Chance gegeben. DOGGETT: Eine zweite Chance um was zu machen? MARTIN WELLS: Ich verurteilte einen Mann namens Hector Ocampo. Ich habe Beweise unterschlagen. Er wurde unschuldig verhaftet. DOGGETT: Martin, alles was du mir sagst... MARTIN WELLS: ...ich weiß. Ich habe ihn ins Gefängnis gebracht. Dort starb er und sein Bruder will sich rächen. DOGGETT: Du kannst wegen dem, was du mir hier sagst vom Dienst suspendiert werden. Du kannst in den Knast kommen, alles verlieren; verstehst du das? MARTIN WELLS: Ich denke, dass ich Vicky retten kann. DOGGETT: Warte einen Moment. (DOGGETT nimmt den Hörer ab und wählt eine Nummer. Er sieht wie MARTIN WELLS aus der Türe rennt.) (MARTIN WELLS steigt in sein Auto ein und fährt schnell durch die dunklen Straßen der Stadt. Er kommt bei seinem Apartmenthaus in Baltimore an. Einige Streifenwagen stehen vor dem Gebäude. In Angst rennt MARTIN WELLS hoch in seine Wohnung. Er seufzst erleichtert auf. Alles ist in Ordnung. Zwei Polizeibeamte sind im Wohnzimmer.) MARTIN WELLS: Sie kamen pünktlich an. LEAD COP: Sind Sie Martin Wells? MARTIN WELLS: Ja. (MARTIN WELLS sieht sich im der Wohnung um.) MARTIN WELLS: Vicky? Vicky? LEAD COP: Hier ist niemand. Das haben wir überprüft. Wonach genau suchen wir? MARTIN WELLS: Meine Frau wird hier getötet. Heute Nacht. Um... die Schlüsselkarte wird um 4.17 Uhr benutzt. LEAD COP: Jetzt ist es 4.20. MARTIN WELLS: Ich verstehe das nicht. Wo ist sie? LEAD COP: Ich sage Ihnen was. Wir halten die Nachbarschaft im Auge. Wir sind sofort hier, wenn Sie und brauchen. (Die beiden Polizisten verlassen die Wohnung. MARTIN WELLS lässt eine der eingespeicherten Nummern vom Telefon wählen.) MARTIN WELLS: Komm. Komm schon! AL CAWDRY: (am Telefon) Hallo? MARTIN WELLS: (am Telefon) Al, ich bin's, Martin. AL CAWDRY: (am Telefon) Martin? Wie spät ist es? MARTIN WELLS: (am Telefon) Al... ist Vicky bei dir? AL CAWDRY: (am Telefon) Nein, die Kinder sind hier. Vicky ist schon vor Stunden gegangen. (MARTIN WELLS sieht verängstlicht zur Türe, die ein Geräusch verursacht. AL CAWDRY: (am Telefon) Ist sie noch nicht zu Hause? (Der Türknauf wird bewegt.) AL CAWDRY: (am Telefon) Martin? (MARTIN WELLS legt den Hörer auf. Er holt ein Messer aus der Küche und stellt sich hinter die Türe. Sie wird geöffnet und er reiß das Messer in die Höhe. VICKIE schreit. Er senkt das Messer. Sie schnappt nach Luft.) VICKY WELLS: Martin, du hast mich zu Tode erschreckt!! VICKY WELLS: Schatz, warum bist du nicht in DC. Warum... MARTIN WELLS: Wo warst du? VICKY WELLS: Ich hatte einen Platten auf dem Weg von...Liebling, du machst mir Angst. Was ist hier los? MARTIN WELLS: Wir sind in Schwierigkeiten. Wir müssen hier raus. VICKY WELLS: Was?! (MARTIN WELLS will sie aus der Wohnung führen, doch stoppt, als er sieht, dass sich der Türknauf bewegt.) MARTIN WELLS: Vicky! Geh ins Schlafzimmer. Schließ die Tür. Ruf die Polizei und komm nicht raus bevor ich es dir sage. (Sie versteht nicht, doch lässt sich ins Schlafzimmer bringen. Er löscht das Licht und schließt die Tür hinter sich.) (MARTIN WELLS geht vorsichtig wieder zur Eingangstüre. Sie ist halb geöffnet. Keine Spur, wer hereingekommen ist. Er geht langsam ins Kinderzimmer. Es ist leer. Er geht ins Wohnzimmer. CESAR OCAMPO greift ihn von hinten an und MARTIN WELLS lässt das Messer fallen. Die beiden Männer kämpfen. VICKY WELLS kommt aus dem Schlafzimmer. Sie schreit.) VICKY WELLS: Oh mein Gott, Martin! (CESAR OCAMPO nimmt das Messer und läuft auf VICKY zu.) VICKY WELLS: Martin! Nein!!! (CESAR OCAMPO reißt VICKY an sich, ihre Kette zerreiß. Die Perlen fallen zu Boden, als er sie zu Boden stößt. Sie schreit. MARTIN WELLS ist stark verletzt. Er kann nur zusehen, als CESAR OCAMPO das Messer aufhebt und VICKYS Kehler durchschneiden will.) MARTIN WELLS: Nein! (VICKY sieht erschrocken zu MARTIN WELLS.) VICKY WELLS: Martin! (MARTIN WELLS kann nichts machen.) VICKY WELLS: Martin! MARTIN WELLS: Nein! (Das Geräusch von zwei Schüssen. CESAR OCAMPO fällt zu Boden. DOGGETT steht im Eingang. SCULLY betritt den Raum hinter ihm. VICKY schnappt nach Luft. MARTIN WELLS nimmt ihre Hand und sieht sie an.) (SCULLY kniet sich runter zu CESAR OCAMPO. Es sieht nicht gut für ihn aus.) DOGGETT: Du sagtest etwas von einer zweiten Chance. War sie das? (MARTIN WELLS nickt. VICKY schluchzt. MARTIN WELLS sieht auf SCULLYs Omega Uhr. Sie stoppte um 4:39:52. Am vierten Juli. Als er sie ansieht, beginnt sie wieder vorwärts zu ticken.) MARYLAND STAATSGEFÄNGNIS DREI MONATE SPÄTER (Die Uhr zeigt 12.16 Uhr an. MARTIN WELLS sitzt in seiner Zelle und starrt die Wand an.) MARTIN WELLS: (voiceover) Der Lauf der Zeit im Gefängnis ist nicht in einer Zelle aus Ziegelsteinen und Mörtel aber in zerschlagenen Hoffnungen und nicht verhinderten Tragödien. Wie wertvoll ist es dann die Chance zu haben zurückzugehen zu können, nur um herauszufinden, dass das verlassene Gefängnis der Zeit einen nicht aus dem Gefängnis des eigenen Charakters befreit...eins aus dem man nicht entkommen kann. Darsteller: David Duchovny as Agent Fox Mulder, Gillian Anderson as Agent Dana Scully, Robert Patrick as Agent John Doggett, Mitch Pileggi as Assistant Director Walter Skinner Gast Darsteller: Joe Morton as Martin Wells Roger Hewlett as Tall Guard Lee Duncan as Al Cawdry Bellamy Young as Janet Wilson Derick Alexander as Bailiff Jack Shearer as Judge Kinberg Cynthia Martells as District Attorney Joanna Sanchez as Trina Kayla Henry as Hayley J. Patrick McCormack as Brent Tufeld Guy Torry as Shorty Danny Trejo as Spider-Man/Cesar Ocampo Brien Blakely as Reporter Anne-Marie Johnson as Vicky Wells Shane Sinutko as Lead Cop James Howell as Homicide Detective Luis Rodriguez as Gangbanger Teleplay by Steven Maeda Story by Steven Maeda & Daniel Arkin Directed by Peter Markle