Je Souhaite (7X21) Übersetzung Original Transcript by: Carri Kendl CarriKendl@aol.com Translation by: Uma Gulis@gmx.de for The X Net http://www.txf.net/ All rights reserved. Disclaimer: This transcript is meant as a homage, all characters, plots, quotes, etc. used in her are owned by 20th Century Fox, 1013 Productions and The X-FilesTM. Please don't use this for any commercial gain again without permissions. Permissions may be given by the authorities of this web site. Thank you. Enjoy the script and love the show! 7x21 Je Souhaite (7xAB21) US Sendedatum: May 14, 2000 Autor: Vince Gilligan Direktor: Vince Gilligan Ich hätte präziser sein müssen. CREVE COEUR, MISSOURI (Lagerraum-Vermietung. JAY GILMORE, ein großer, beinahe kahlköpfiger Mann um die 40, fährt in einem überdachten Golfwägelchen über das Gelände. Vermutlich macht er das den ganzen Tag lang. Er scheint durchdrungen von seiner Macht als Eigentümer dieses so unerhört wichtigen Geschäfts. Laut und unablässig spricht er in ein Funkgerät. JAY GILMORE: Anson? Anson, wo bist du, Anson? Anson, antworte mir, Anson. Anson. Ich rufe Anson. Wo bist du, Anson? Anson! Anson, ich rufe Anson. Wo bist du, Anson? Anson! Wo bist du, Anson? (ANSON STOKES, ein Mitzwanziger, sitzt im Schatten einer leeren Lagereinheit und blättert durch einen Katalog mit Luxus-Jachten. Er ignoriert das quakende Funkgeräte neben ihm. Der Golfwagen fährt vorbei, dreht und stoppt bei ihm. JAY GILMORE: Anson! Komm hier raus. (ANSON STOKES geht widerstrebend zu dem Golfwagen.) JAY GILMORE: Ich habe dich für deine Arbeitseinstellung bereits verwarnt. Hast Du 407 ausgeräumt? Nein... natürlich hast du 407 noch nicht ausgeräumt. Du hattest dafür ja auch nur den ganzen Morgen Zeit. Glaubst du, du wirst auf diese Art und Weise jemals eines von diesen Booten in dem Katalog da besitzen? Glaubst du auf diese Art und Weise bringst du es überhaupt zu was? Du kann ja nicht mal die einfachste Arbeit zu Ende bringen. ANSON STOKES: Eine Affe kann diese Arbeit machen, stimmt's, Jay? JAY GILMORE: Nun, du kannst es nicht. Und was sagt uns das über dich? ANSON STOKES: (nuschelt vor sich hin) Oh, halt 's Maul. JAY GILMORE: Wie bitte? Wie war das? Du räumst 407 auf. du schaffst diesen uralten Krempel da raus und zwar sofort. Und wenn ich in einer Stunde zurückkomme, sollte das besser erledigt sein. (JAY GILMORE fährt fort. ANSON STOKES blickt ihm wütend hinterher. Er durchschneidet das Vorhängeschloß der Lagereinheit 407 mit einer großen Zange und schiebt das Rolltor nach oben. Der Lagerraum ist vollgestopft mit Möbeln, die mit Plastikplanen abgedeckt sind. Von der Decken hängen Spinnweben. Widerwillig macht er sich daran einen Teppich aus dem Weg zu räumen. Plötzlich bewegt der sich und aus dem Inneren ist ein Geräusch zu hören. Überrascht und erschreckt greift Anson zur Sicherheit nach seiner Kneifzange, während er sich daran macht den Teppich ganz vorsichtig aufzurollen. Eine Dunkelhaarige Frau, um die Dreißig und ganz in Schwarz gekleidet, liegt mitten auf dem Teppich. Sie hat einen kleinen Glitzerstein im äußeren Winkel ihres rechten Auges. Sie rührt sich nicht. Als Anson sich bewegt, schlägt sie plötzlich die Augen auf. (Später. JAY GILMORE hält vor der Lagereinheit 407. Das Radio von ANSON STOKES liegt auf dem Boden.) JAY GILMORE: Anson... Anson? Du verdammter Hur..... Anson. Anson! (Das Lager ist immer noch voll mit Möbeln.) JAY GILMORE: (schreit) Oh, jetzt langt' s, Anson. Hörst du mich, Anson? (JAY GILMORE steht im Eingang des Lagerraumes, mit dem Rücken zur Kamera. Mitten im Satz bricht er ab und greift sich mit der Hand ins Gesicht. Mit entsetztem Gesichtsausdruck dreht er sich um. Wo vorher noch sein Mund war, befindet sich nur noch zarte, undurchbrochen Haut. Er wimmert erbärmlich.) FBI HAUPTQUARTIER 9:22 (Büro der X-Akten: MULDER sitzt an seinem Schreibtisch und blättert durch eine Akte. Ihm gegenüber sitzt JAY GILMORE, mit dem Rücken zur Kamera.) MULDER: Kann ich Ihnen Kaffee holen? Wasser oder etwas anderes? (JAY GILMORE schüttelt den Kopf. Scully betritt das Büro.) SCULLY: Morgen. (MULDER nickt ihr mit einem unauffälligen Seitenblick auf Gilmore zu.) MULDER: Morgen. (Tonlos fragt Scully "Wer ist das?" und deutet mit dem Kopf zu Gilmore, während sie zum Schreibtisch kommt.) MULDER: Special Agent Dana Scully, das ist, uh, das ist Jay Gilmore. (SCULLY entschlüpft ein kleiner Aufschrei als sie Gilmore's Gesicht sieht. Sie hat sich aber gleich wieder unter Kontrolle. Sein "Mund" besteht nur aus aufgeworfenem Fleisch, zusammengehalten von einigen Nähten. Scully zwingt sich zu einem höflichen Lächeln.) SCULLY: Nett Sie kennenzulernen. JAY GILMORE: Freut mich .. (Er schafft es nicht die restliche Worte zu formen.) JAY GILMORE: ...so ähnlich.. (SCULLY kommt um den Schreibtisch herum und stellt sich neben Mulder.) MULDER: Mr. Gilmore hat sich den langen Weg aus dem wundervollen Missouri gemacht. JAY GILMORE: Man sagte mir, sie beide könnten am besten verstehen, in welcher Sit... (Auch das Wort "Situation" kommt nicht über seine "Lippen", weil er kein "u" sprechen kann.) MULDER: Schon klar. Ähm, das ist Mr. Gilmore's Situation. Dieser Zustand traf ihn vor etwas einem Monat völlig überraschend. (MULDER zeigt SCULLY sie Unterlagen mit Bilder von JAY GILMORE'S "mundlosem" Gesicht.) JAY GILMORE: Anson Stokes hat mir das angetan. Ich weiß nicht wie. Ich weiß nur...er war's. MULDER: Anson Stokes ist ein ehemaliger Angestellter der, ähm, Lagerraum-Vermietung, die Mr. Gilmore besitzt. Äh, sieht so aus, als hätte es da Meinungsverschiedenheiten zwischen ihnen beiden gegeben. JAY GILMORE: Er sagte, ich solle den Mund halten (Gilmore deutet auf seine "Lippen".) Na..?! MULDER: Ja. Und dann war Mr. Gilmore in diesem, ähm... Zustand ... (JAY GILMORE nickt bestätigend.) MULDER: ...diesem Zustand, und Anson Stokes war unauffindbar. Er tauchte einige Tage später wieder auf und die Polizei wollte ihm einige Fragen stellen. Das hat er aber verweigert. JAY GILMORE: Wissen sie was er sagte? Sie hätten nichts gegen ihn in der Hand. MULDER: Nun, um aufrichtig zu sein, Sir, das war auch so - ist noch so. JAY GILMORE: Die mußten mir einen ganz neuen Mund machen. Glauben Sie etwas die Krankenkasse zahlt so was? Eh Ehh. (In seiner Aufregung strapaziert er seine neuen Lippen mehr als gut für ihn ist.) JAY GILMORE: Ich verlange Gerechtigkeit!! (Vor Schmerz stöhnend preßt er ein Taschentuch gegen seinen sabbernden Mund.) "MARK TWAIN" WOHNWAGEN PARK; OLIVETTE, MISSOURI (MULDER und SCULLY parken ihren beigefarbenen Wagen vor dem Wohnwagen Park. Während sie aussteigen, ist eine "Diskussion" in vollem Gange.) SCULLY: Sehen Sie, Mulder, ich sage doch nur..... MULDER: Ich weiß...das ist womöglich gar kein Verbrechen und dieser Kerl Stokes weiß vielleicht nichts darüber. SCULLY: Aber es gibt eine Zustand den man "Microstomia" nennt-- "kleiner Mund" - und das ist, ähm, der wird hervorgerufen durch eine Krankheit, genannt Sclerodermatitis und das ist eine Collagen-Überproduktion und kann in der Tat den Mund eines Menschen auf eine klitzekleine Öffnung reduzieren. (Sie ahmt "klitzekleine Öffnung" mit ihrer Hand nach.) MULDER: Ja, aber das entwickelt sich über Monate, richtig? Es passiert nicht von einer Sekunde auf die andere. (er legt ihr die Hand auf die Schulter und steuert sie Richtung Gehweg.) Gilmore's behandelnde Ärzte sind verblüfft. Sie wollen das sogar in einer medizinischen Fachzeitschrift veröffentlichen. SCULLY: (lächelt dünn) Nun, dann gibt es immer noch die Aplasie - zum Beispiel das völlige Fehlen der Nase. MULDER: Nase ist Nase, Scully. Wir reden hier von einem Mund. SCULLY: Ja, aber wovon wir reden, Mulder, ist medizinisch-- physiologisch - nicht kriminell. Nicht soweit ich das sehe. MULDER: Nun ja, vielleicht. Ich will aber trotzdem wissen, warum Anson Stokes nicht mit der Polizei reden wollte. SCULLY: Mulder... (Sie bleiben abrupt stehen und starren auf eine sehr große Jacht, die direkt neben einem der Wohnwagen steht. Die Fahne flattert im Wind.) SCULLY: Das ist ein wenig.........deplaziert, meinen sie nicht auch? MULDER: Ein wenig. (Im Wohnwagen lugt Anson Stokes aus dem Fenster. Er sieht Mulder und Scully näherkommen.) ANSON STOKES: (flüsternd) Oh, verdammt! Leslie! (LESLIE STOKES ist Anson's Bruder. Er hat ein rundes freundliches Gesicht und fährt in einem motorisierten Rollstuhl umher an dessen Rücklehne eine lange Stange mit einem roten Fähnchen steckt.) LESLIE STOKES: Was? Was ist los? ANSON STOKES: Das sind Steuerfahnder. Sind sie sicher. Schau', daß Du die irgendwie los wirst, klar? (Scully klopft an die Wohnwagentür. Die Jacht ist im Hintergrund zu sehen. Die Tür öffnet sich, es ist aber niemand zu sehen. Da dreht sich Leslie Stokes zu Eingang um.) SCULLY: Hi. Wir möchten gerne zu Mr. Anson Stokes. LESLIE STOKES: Er ist nicht hier. SCULLY: Nun, Sie wissen nicht zufällig wann er zurückkommt? (Leslie schüttelt den Kopf. Scully holt ihren FBI-Ausweis heraus.) SCULLY: Wir, ähm, sind die Agents Mulder und Scully vom FBI. LESLIE STOKES: (nervös) Oh, das Boot....das Boot gehört nicht uns. Das Boot...ich....wir passen nur für jemand darauf auf, und, wissen Sie... die zahlen ihre Steuern dafür. SCULLY: (in "ja, ja, schon klar, Kumpel"-Ton) Okay... LESLIE STOKES: Anson ist nicht da. (Er macht Anstalten die Türe zu schließen, aber Mulder hält sie auf.) MULDER: Whoa, whoa, whoa, whoa. Wie ist Ihr Name? LESLIE STOKES: Leslie Stokes. MULDER: Oh, dann sind Sie Anson's Bruder? (MULDER wirft einen Blick ins Haus. Die dunkelhaarige Frau aus dem Teppich steht in der Nähe der Küche. In der Hand hält sie eine Konservendose, mit der sie sichtbar gelangweilt herumspielt. Ihre Augen sind hinter einer Sonnenbrille verborgen.) MULDER: (in den Raum) Tag auch. (SCULLY lehnt sich ganz nah zu MULDER, um die Frau zu sehen. Richtig süß.) MULDER: Wir sind nicht hier um über das Boot zu reden, Leslie. Wir wollen mit Ihrem Bruder über seinen früheren Arbeitgeber sprechen.. Mr. Gilmore? SCULLY: Und den, ähm...bedauerlichen Zustand, in dem er sich befindet.. Sie wissen nicht zufällig etwas über die Sache? LESLIE STOKES: Was, das mit seinem Mund? Ja, nun, das... wissen Sie, das ist -- das ist nur, ähm, das sind wahrscheinlich...Chemikalien. SCULLY: Chemikalien? LESLIE STOKES: Ja also, wissen sie, wahrscheinlich weil-- Leute so merkwürdige Chemikalien lagern, wahrscheinlich...mein Bruder hat einmal diesen komischen Geruch gerochen. Wissen Sie, das ist so ein Typ mit einem Drogen-Labor, wahrscheinlich in einem der Lagerräume, also wissen Sie, das ist wirklich ein Problem das Ihr Jungs Euch mal anschauen solltet - schaut Euch das mal an-- sie wissen schon. Ich werde dann mal wieder gehen, ich gehe dann mal, okay? (Schnell schließt LESLIE STOKES den beiden die Tür vor der Nase und MULDER und SCULLY wenden sich zum Gehen. Mulder nickt gedankenschwer vor sich hin.) SCULLY: Okay. MULDER: So langsam versteh' ich was hier vorgeht. (SCULLY starrt ihn verständnislos an, aber er lächelt nur und schüttelt langsam den Kopf. Sie lacht kurz auf.) (MULDER und SCULLY öffnen den Lagerraum Nummer 407 und bleiben im Eingang stehen.) SCULLY: Also, nach Gilmore's Aussage, stand er genau hier, als es passierte. MULDER: Also, Ich kann hier keine sonderbaren Chemikalien riechen. (Er wirft eine Blick auf Scully's Mund.) Sie haben noch beide Lippen. SCULLY: Anscheinend wurde hier nichts verändert. (Sie holen ihre Taschenlampen heraus und sehen sich um.) MULDER: Hey... 1978. (er halt einen alten Kalender hoch.) Es ist lange her, daß das Zeug das Tageslicht gesehen hat. SCULLY: Das ist wirklich zu schade, Mulder. Unter all diesem Staub sind diese Möbel wirklich wundervoll. . MULDER: Oh, na dann, wollen Sie einen Garagen-Verkauf anleiern, während wie hier sind? SCULLY: Mulder, diese Möbel sind wertvoll, sehr wertvoll. MULDER: Worauf wollen Sie hinaus? SCULLY: Woraus ich hinaus will, ist...ähm...hier steht eine ganze Menge Geld herum und vielleicht fehlt ja was. MULDER: Zum Beispiel? SCULLY: Ich weiß nicht...Schmuck?. Ich meine, Anson Stokes öffnet dieses Lager und dann verschwindet er urplötzlich. MULDER: Und taucht mit dieser Titanic in der Auffahrt wieder auf? SCULLY: Mm-hmm. Da haben Sie Ihr Verbrechen. Diebstahl. MULDER: Das erklärt immer noch nicht was mit Gilmore passiert ist. SCULLY: Nun...... MULDER: Hey, Scully, schau'n Sie sich das an. (Er zeigt ihr das Bild eine übergewichtigen Siebziger-Jahre-Playboys mit schütterem Haar und einem leicht bekleidetem Mädchen in jedem Arm.) SCULLY: Wow. (Die dunkelhaarige Frau ist auch auf dem Bild. Sie blickt gelangweilt.) MULDER: Kommt Ihnen diese Frau nicht bekannt vor? SCULLY: Das ist die Frau aus dem Wohnwagen.. MULDER: Das ist die - junge -- Frau aus dem Wohnwagen. Seit wie vielen Jahrhunderten ist Disco nun schon out? (Im Wohnwagen der Stokes. LESLIE STOKES beobachtet seinen Bruder nervös auf und ab gehen. Die dunkelhaarige Frau nimmt ihre Sonnenbrille ab und zappt sich durch das Fernsehprogramm. Leichte Abscheu spiegelt sich auf ihrem Gesicht angesichts der Fernbedienung. Einer billigen Plastikkopie eines üppigen Frauenkörpers ohne Kopf und Beine. Die Knöpfe für "Programm rauf" und "Programm runter" befinden sich auf den Brustwarzen. (Welcher Knallkopf hat das Ding erfunden? CarriK 's Ehemann hätte auch gern so eine. CarriK sagt nein.)) ANSON STOKES: Zwei weg. Zwei weg. Zwei weg und ich hab' nichts dafür vorzuweisen. LESLIE STOKES: Du hast das Boot. ANSON STOKES: Und was zum Teufel hab' ich davon? Hä? Das Ding ist wie ein großes...Du weiß schon, großer ... DUNKELHAARIGE FRAU: ...weißer Elefant? ANSON STOKES: Was? Wie bitte?. Was soll das heißen? DUNKELHAARIGE FRAU: (geduldig) Es ist ein großer, teuerer Gegenstand, der keinen Nutzen hat und letztendlich mehr Ärger verursacht als er wert ist. ANSON STOKES: Und warum zum Teufel haben sie es mir dann gegeben.? DUNKELHAARIGE FRAU: Weil sie darum gebeten haben. ANSON STOKES: Na toll. Wissen sie was? Ich weiß das zu schätzen. Das ist....aber könnten sie nicht vielleicht auch noch irgendwo das verdammte Wasser auftreiben, um es hineinzusetzen? DUNKELHAARIGE FRAU: Von Wasser haben Sie nichts gesagt. ANSON STOKES: Muß ich Ihnen etwas sagen, daß ein Boot ins verdammte Wasser gehört? Das versteht sich doch von selbst. Scheiß weißer Elefant. Ich kann nicht mal die Steuern dafür zahlen. LESLIE STOKES: Warum nimmst du nicht, ähm, deinen letzten Wunsch um es los zu werden? ANSON STOKES: Soll ich dich in ein Heim oder so was stecken, am besten jetzt sofort? Weil ich dir nämlich gerade gesagt habe, Leslie, daß ich schon zwei Wünsche verschwendet habe, klar? Und ich werde nicht....hörst du... ich werde nicht auch noch den dritten verschwenden. Kapiert? Also wirklich. Also wirklich. (Er drückt den Schalter, der Fernseher ist aus.) Wir müssen uns hier konzentrieren. So, laß' mich mal sehen. Laß' mich mal sehen. Der dritte Wunsch, der dritte Wunsch, der dritte Wunsch. Der letzte Wunsch. Hey, ich denke hier nur laut, alles klar? Wenn ich jetzt aus Versehen "Ich wünsche" sage, zählt das nicht bis ich nicht absolut fertig bin, okay? DUNKELHAARIGE FRAU: Sie können diesem Typen jederzeit seinen Mund wieder geben. ANSON STOKES: Hey, ich sagte nur, Jay soll verdammt noch mal die Klappe halten. Wenn sie jetzt das Gewissen plagt, bringen sie das selbst in Ordnung, klar? DUNKELHAARIGE FRAU: (seufzt) So läuft das nicht. ANSON STOKES: Wie auch immer. Leslie, kannst du mir nicht mal helfen? LESLIE STOKES: (mit einem Geistesblitz) Ähm...Geld. Wünsch' dir Geld. ANSON STOKES: Ja, okay, das ist gut. Das ist gut, das ist gut, aber meinst du nicht wie sollten uns etwas ausdenken, womit man Geld machen kann, statt einfach nur Geld an sich? DUNKELHAARIGE FRAU: Hirn? Talent? Harte Arbeit? (ANSON STOKES wirft ihr einen verächtlichen Blick zu.) LESLIE STOKES: Ah... Eine Geldmaschine. Was? ANSON STOKES: Das nicht... sondern was noch besseres. Was noch besseres. Okay, ... LESLIE STOKES: Eine unbegrenzte Anzahl Wünsche? ANSON STOKES: (sieht hoffnungsvoll zu der dunkelhaarigen Frau.) Okay! DUNKELHAARIGE FRAU: Nur drei, Jungs. Kommt wieder runter. ANSON STOKES: Verdammt ist das schwer. DUNKELHAARIGE FRAU: Wißt Ihr, ich hab' eine Idee. Ohne Frage, es ist ziemlich offensichtlich. (Mit einer dramatischen Geste weist sie auf LESLIE STOKES in seinem Rollstuhl.) ANSON STOKES: Was? Was, was, was? (Sie weist zeigt auf LESLIE STOKES' Beine.) ANSON STOKES: Was? LESLIE STOKES: Was? (Sie weist noch mal auf LESLIE STOKES' Beine.) ANSON STOKES: Im Ernst, was? (Angenervt gibt die DUNKELHAARIGE FRAU auf.) DUNKELHAARIGE FRAU: Oh, vergeßt es. (ANSON STOKES hat eine Eingebung.) ANSON STOKES: Ich hab's! LESLIE STOKES: Ja? ANSON STOKES: Ich hab's. Ich hab's, Ich hab's, Ich hab's. Okay. Okay. Seid Ihr soweit? Ich bin's nämlich. Ich bin absolut so weit. Okay, hier kommt's. Ich wünsche mir unsichtbar zu werden.... wenn ich es will. DUNKELHAARIGE FRAU: (trocken) Sie machen Witze. ANSON STOKES: Nein, nein. Das ist perfekt. Ja, ich habe damit Möglichkeiten, die sonst niemand auf der Welt hat. Ich kann, ähm, ihr wißt schon, spionieren, geheime Informationen kriegen und Börsentips aufschnappen. DUNKELHAARIGE FRAU: Oder in die Frauen-Umkleidekabine schleichen. ANSON STOKES: Doch nicht so was, okay? Ich rede von diesen James Bond Kram. Kapier'n Sie? (Er hält seine Hand wie eine Pistole und kichert aufgeregt. DUNKELHAARIGE FRAU: Ihr Wunsch ist atemberaubend, so unoriginell ist er. ANSON STOKES: Sie müssen ihn ja nicht mögen, oder? Sie müssen es einfach nur tun, richtig? (Pause.) DUNKELHAARIGE FRAU: Erledigt. ANSON STOKES: Meine Kleidung wird auch unsichtbar, stimmt's? DUNKELHAARIGE FRAU: Von Kleidung haben Sie nichts gesagt.. ANSON STOKES: Ich weiß, aber..... scheiß drauf. (Aufgeregt beginnt er sich die Kleider auszuziehen. Anson und sein Bruder lachen. Als er sich daran macht auch die Unterhose abzulegen, wendet die DUNKELHAARIGE FRAU ihren Kopf ab.) DUNKELHAARIGE FRAU: Oh, Gott. Nun werden sie schon unsichtbar. (ANSON STOKES wird unsichtbar und beginnt anscheinend durch den Wohnwagen zu laufen. LESLIE STOKES ist begeistert über die Fähigkeit seines Bruder.) ANSON STOKES: (Stimme) Ja! Oh, Mann, das ist irre! Hey. Hey, Bruder. Hey, Leslie? Ich bin hier drüben. Uuup, ich bin hier. Kannst du mich sehen? (Begeistert schreiend rennt er aus der Eingangstüre und die Rampe für den Rollstuhl hinunter. Dann kracht er in die Mülltonen.) ANSON STOKES: (Stimme) Uff, Au! Verdammt. (LESLIE STOKES rollt hinaus zur Rampe uns sieht die umgeworfenen Mülltonnen.) LESLIE STOKES: Anson, bis du in Ordnung? ANSON STOKES: Ja, bin ich. Ich kann meine verdammten Füße nicht sehen. Achtung Welt! Ich komme. Wuuu-huuu! (In einer der Mülltonnen ist eine Beule - von ANSON, der sich wieder aufrappelt und den Gehweg hinunter rennt. Dabei hüpft er über die Tonnen.) ANSON STOKES: (Stimme) Ich bin unsichtbar! Unsichtbar!, Baby. Wuuu! LESLIE STOKES: Wuu--uu! (Im Wohnwagen setzt sich die DUNKELHAARIGE FRAU ihre Sonnenbrille auf.) ANSON STOKES: (Stimme) Ja! Du kannst mich nicht sehen, oder? LESLIE STOKES: Ich... (LESLIE STOKES lacht und bejubelt seinen Bruder von der Rampe aus. Dann rollt er zurück in den Wohnwagen. Die DUNKELHAARIGE FRAU ist verschwunden.) LESLIE STOKES: Hey, äh...? (Jetzt ist die Umgebung aus Anson's Perspektive zusehen, wie er glücklich durch die Nachbarschaft läuft. [CarriK: Erinnert mich an eine großartige Werbung vor einigen Jahren über die Perspektive eines Hundes, der mit seinem Herrchen läuft - vorbei an Feuerhydranten, über Zäune, sehr lustig.] Er tritt in einige Blumentöpfe auf ein Auto und über eine Mauer rüber, springt über ein Fahrrad und landet in einer Pfütze. Ein paar Tauben picken am Boden und fliegen auf als Anson durch sie durch rennt.) ANSON STOKES: (Stimme) Hey, aus dem Weg Vögel. (Auf der anderen Seite einer viel befahrenen Straße sieht er zwei attraktive junge Frauen, die dabei sind eine kaputte Fahrradkette zu reparieren.) ANSON STOKES: (Stimme) Hallo, die Damen. (Er kichert vor sich hin und drückt auf die Ampel des Fußgängerüberweges.) ANSON STOKES: (lüsterne Stimme) Yeah, hier kommt Anson. So ist es. Mach' schon, mach' schon, mach' schon. Spring' um.... (Die Ampel spring auf Grün um und Anson Stokes beginnt die Straße zu überqueren. Eines der Mädchen steht auf. Sie trägt ein sehr enges T-Shirt.) ANSON STOKES: (Stimme) Alles klar, los geht's. Ihr braucht wohl ein wenig Pannenhilfe, was? (er gluckst vor sich hin) Keine Sorge. Hier kommt Anson. (Das Geräusch eines sehr schweren Motors ist zu hören. Anson's Blick wendet sich nach rechts. Gerade rechtzeitig um einen großen LKW heranbrausen zu sehen, der die rote Ampel ignoriert, weil offensichtlich niemand auf der Straße ist. Anson Stokes schreit kurz auf, dann wird er von dem Truck überrollt.) 4:36 PM (Später auf der selben Straße. Ein Jugendlicher fährt auf seinem Fahrrad auf dem unbefestigten Straßenrand. Plötzlich stößt er gegen einen unsichtbaren Widerstand, überschlägt sich und ist aus dem Bild.) KID: Wooooaaa!!! (SCULLY steht wartend in einem Raum einer Pathologie und hat einen reichlich gequälten Gesichtsausdruck. Zwei Assistenten schieben eine stählerne Bahre herein, auf der aber keine Leiche zu sehen ist. Die beiden fühlen sich offensichtlich nicht wohl in ihrer Haut.) PATHOLOGIE ASSISTENT: Können wir jetzt gehen? SCULLY: Mm-hmm. (Die beiden Männer verlassen den Raum. SCULLY besieht sich skeptisch die Nackenstütze auf der Bahre. Sie beugt sich ganz nah hin, streckt behutsam einen Finger aus und trifft auf Widerstand. Entgeistert starrt Scully auf das Nichts, während ihr Finger langsam einer Linie folgt, die wie eine Schulter aussieht. In der selben gebeugten Haltung wendet sie sich ab und kramt in der Schublade eines Schreibtisches, um ein Döschen mit gelbem Puder herauszufischen. Sie taucht einen großen Pinsel hinein und betupft damit sacht die Stelle, an der sie das Gesicht vermutet. Ein geschlossenes Auge wird sichtbar. Wieder taucht sie den Pinsel in das Puder und fährt fort das Gesicht zum Vorschein zu bringen. Mit einem wirklich goldigen, dümmlichen Grinsen im Gesicht tupft sie mit wachsender Begeisterung weiter.) (Später. SCULLY hat die Leiche beinahe völlig mit dem gelben Puder bedeckt. Es ist ohne Zweifel Anson Stokes. Mittlerweile ist auch Mulder da und betrachtet sich höchst interessiert die Schulter des Körpers.) MULDER: Hier haben sie, glaub' ich ein Eckchen vergessen. Ich kann direkt bis zum Hintern durchsehen. (Sie geht zu ihm und schnippt ein wenig Puder auf den Punkt.) MULDER: Das ist Anson Stokes, häh? SCULLY: Das ist er. Die Zahnunterlagen stimmen überein. Er wurde ungefähr eine halbe Meile von seinem Haus entfernt gefunden. Wahrscheinlich ist er angefahren worden, von einem Auto oder einem Truck ...oder so was. MULDER: Und er ist unsichtbar. SCULLY: Ja, das ist er. (MULDER und SCULLY betrachten strahlend die Leiche. Sie sehen aus wie glückliche Eltern, die das erste Kunstwerk bewundern, daß ihre 4-jährigen Tochter im Kindergarten gebastelt hat.) SCULLY: Wissen Sie, Mulder, in den sieben Jahren, die wir nun zusammenarbeiten, habe ich schon einige erstaunliche Sachen zu sehen bekommen, aber das hier? Das ist wirklich die Krönung. Das ... das wird die Grenzen der Wissenschaft verändern. MULDER: Es ist wirklich erstaunlich, aber ich glaube nicht, daß es irgendwas mit Wissenschaft zu tun hat. Erinnern sie sich noch an diesen "Mr. Saturday Night Fever"? (Er halt das Bild mit dem Siebziger-Jahre-Playboy hoch, das sie im Lagerraum gefunden haben.) SCULLY: Ja. MULDER: Ich hab' ein wenig recherchiert. Sein richtiger Name ist Henry Flanken. Er hat dem Wort "Übernacht-Erfolg" eine völlig neue Bedeutung gegeben. 1977 betrug seine Barschaft ganze 36,000 Dollar, 1978 waren es 30 Million Dollar. Und dann sind da noch die interessanten Umstände unter denen Mr. Flaken starb. SCULLY: Wie denn? MULDER: Chronisch krankhafte Schwellung.. SCULLY: Sie meinen jetzt nicht das, was ich glaube, daß sie es meinen? MULDER: Scha-wing. Am 4. April 1978 wurde er ins Gateway Memorial Krankenhaus eingeliefert mit einer extremen Dauererektion. Anscheinend war er wirklich ein Prachtexemplar. Sie mußten den Türrahmen höher setzen, um ihn in sein Zimmer zu kriegen. (SCULLY zuckt zurück.) SCULLY: Und, was hat das Ganze hiermit zu tun? (Er hält ihr das vergrößerte Bild der DUNKELHAARIGEN FRAU hin.) MULDER: Nun, Ich denke unsere mysteriöse Frau ist die Verbindung. Über die ich keinerlei wie auch immer gearteten Informationen finden kann. Ich denke sie ist für all das verantwortlich. SCULLY: Aber wie? MULDER: Ich... ich weiß es nicht. Aber....wir sollten mit ihr reden. SCULLY: Oh, ich denke ich sollte hier bei der Leiche bleiben. Ich meine, ich...Sie wissen schon, ich halte es für keine gute Idee sie hier unbewacht zu lassen. Wissen sie, daß ist wirklich verblüffend. MULDER: Okay. (Er geht und Scully lächelt glücklich auf die Leiche herunter.) (Nachts in Stokes' Wohnwagen. Mulder spricht mit einem traurigen Leslie Stokes. Die Jacht steht immer noch draußen.) MULDER: Ihr Verlust tut mir sehr leid. LESLIE STOKES: Anson hat nicht gelitten, oder? MULDER: Nein, ich glaube gelitten hat er nicht. Die Sache mit seinem Unsichtbarsein-bringt sie das nicht, ähm, ein wenig aus der Fassung? LESLIE STOKES: Oh... MULDER: Leslie, hier war vorhin eine Frau. Wo ist sie jetzt?? LESLIE STOKES: Sie, ähm....sie ist weg. MULDER: Äh, ich will Ihnen sagen, worauf ich hinaus will. Ich denke diese Frau ist eine Jinnayah. Sagt Ihnen der Begriff etwas? LESLIE STOKES: Nein. MULDER: Das ist die weibliche Form von Jinni - so eine Art Dämon oder Geist im Volksglauben des Mittleren Ostens. (LESLIE STOKES versteht nicht. Mulder beginnt die Titelmelodie aus "Bezaubernde Jeannie" zu summen. Leslie Stokes fällt in das Summen mit ein und grinst. Jetzt hat er es verstanden.) MULDER: Na ja, abgesehen davon, daß Barbara Eden nie jemanden umgebracht hat. Also weiter, in der arabischen Mythologie heißt es diese Wesen bestehen aus Feuer oder Luft, können aber menschliche Gestalt annehmen. Sie können bestimmte Aufgaben ausführen oder bestimmte Wünsche erfüllen. Sie hausen in leblosen Gegenständen wie Lampen oder Ringen. Kommt Ihnen das nicht langsam bekannt vor? (LESLIE STOKES schüttelt den Kopf.) MULDER: Leslie, ich glaube, Ihr Bruder hat so ein Ding in dem Lagerraum gefunden, ist es nicht so? Er hat sich diese Jinnayah angeeignet und einige ziemlich abscheuliche Wünsche geäußert, wie Jay Gilmore's Mund zum Beispiel oder die Jacht im Vorgarten. LESLIE STOKES: Oh, Moment, Moment. Sie glauben das alles? MULDER: Das tue ich. Und, Leslie, zu Ihrer eigenen Sicherheit -damit Ihnen nicht dasselbe widerfährt wie Ihrem Bruder -sollten sie mir das Ding sofort aushändigen. (LESLIE STOKES seufzt und rollt dann zu einem Tisch hinüber. Er übergibt MULDER eine sechseckige Metalldose mit verziertem Deckel. MULDER starrt sie besitzergreifend an.) MULDER: (bestätigend) Sie tun genau das Richtige. (Kurze Zeit später öffnet Leslie Stokes das Tor zum Lagerraum 407. Er macht eine Taschenlampe an und sieht den wieder aufgerollten Teppich.) (Pathologie. SCULLY macht Bilder von der mit gelbem Puder bedeckten Leiche mit dieser riesen-großen Kamera. Mulder kommt herein.) MULDER: Hey, Scully, schau'n Sie sich das an. (SCULLY möchte nicht gehen.) MULDER: Kommen Sie schon, der geht nirgendwohin. Kommen sie. (MULDER winkt ihr zu ihm aus dem Raum zu folgen. SCULLY schiebt die Leiche wieder in die Kühleinheit in der Wand.) SCULLY: (mit glücklichem Flüstern zu der Leiche, als sie die Tür schließt) Bye. (Die Tür der Kühleinheit schließt und Scully geht zu MULDER, der in einem andern Raum am Computer sitzt. Sie ist wahnsinnig stolz, versucht aber sich bescheiden zu geben, während sie im Geist bereits überlegt was sie tragen soll, wenn sie das Titelblatt von "Pathologie Heute" im nächsten Monat ziert) SCULLY: Da kommt eine Gruppe Wissenschafter von der Medizinischen Fakultät Harvard rüber geflogen. Ich kann's nicht erwarten Ihre Gesichter zu sehen. (MULDER lächelt nachsichtig und reicht ihr die Dose, die ihm Leslie Stokes gegeben hat.) SCULLY: Was ist das? MULDER: Es ist nicht was ich erhofft habe. Nach dem Geruch zu urteilen, habe die Stokes-Brüder da ihre Joints drin aufbewahrt. MULDER: Aber das ist nicht was ich Ihnen zeigen wollte. Erkennen Sie den? (Er zeigt ihr ein Schwarz-Weiß-Foto von Mussolini auf einer Rednertribüne.) SCULLY: Benito Mussolini. MULDER: Wie steht's mit ihr? (Die DUNKELHAARIGE FRAU ist auch auf dem Bild. Sie hat diesen gelangweilten Blick.) SCULLY: Ihre mysteriöse Frau. Oder jemand der ihr sehr ähnlich sieht. MULDER: Nun, der Computer sagt sie ist es. Ich habe sie durch die Quantico Gesichtserkennungs-Software laufen lassen und konnte keinen Treffer in der Schwerverbrecher-Datenbank erzielen. Dann habe ich einen Schuß ins Blaue gewagt und es mit dem Bilderbestand der National Archive verglichen. Voila. SCULLY: Nun, selbst wenn sie es ist, Mulder, was sollte sie mit Mussolini zu tun haben? MULDER: Oder mit Richard Nixon, wenn wir schon dabei sind. (Er zeigt ihr ein Video von Richard Nixon, der sich ebenfalls auf einer Tribüne befindet. Die DUNKELHAARIGE FRAU steht mit gelangweilter Miene hinter ihm.) MULDER: Ich weiß es nicht. Abgesehen davon, daß das beides Männer waren mit soviel Macht wie man sie sich nur wünschen konnte und sie dann verloren. (In der selben Nacht in Stokes' Wohnwagen. Mit einem Tritt entrollt die DUNKELHAARIGE FRAU das letzte Stück ihres Teppichs in der Mitte des Raumes. Sie sieht nicht eben begeistert aus wieder dort zu sein.) LESLIE STOKES: Sehen Sie? Ich sagte Ihnen ja, daß der hier gut aussehen würde. Hübscher Vorleger. Wie können Sie in dem Ding atmen, hä? DUNKELHAARIGE FRAU: Können wir bitte zur Sache kommen? Drei Wünsche. Fangen Sie an! LESLIE STOKES: Okay. Drängen Sie mich nicht, okay? Ich will das richtig machen. Auf jeden Fall schlauer als Anson. (Sehnsüchtig sieht er zu einem gerahmten Bild.) LESLIE STOKES: Verdammt, Anson. DUNKELHAARIGE FRAU: Also dann, darf ich Ihnen noch mal einen Vorschlag machen? LESLIE STOKES: Hmm? (Sie deutet auf seine Beine.) LESLIE STOKES: Was? DUNKELHAARIGE FRAU: Das! Ihre Behinderung? Ich nehme mal an, daß Ihnen irgendetwas tragisches passiert ist? LESLIE STOKES: Ja, nun, ja, das war ziemlich tragisch, denk' ich. Ich und Anson haben mit Briefkästen Baseball gespielt (er kichert) Gott, wie ich das vermisse. Anson ist gefahren. Ich habe mich wohl ziemlich weit auf dem Fenster gelehnt. Ohhh. (Er lacht und zeigt auf seine Rollstuhl) Sie meinen den hier? DUNKELHAARIGE FRAU: Mm-hmm. LESLIE STOKES: (verstehend) Ja, Sie haben Recht. Ich könnte mir einen Rollstuhl aus purem Gold wünschen. Mann, das wär' putzig. (The DUNKELHAARIGE FRAU bricht beinah zusammen. Sie gibt auf.) LESLIE STOKES: Ich versteh' schon was Sie sagen, aber wissen Sie was? Es gibt was, daß ich lieber will als das. (Er starrt auf das Bild seines Bruder. Es scheint das Schulabschlußfoto von Anson zu sein.) (Am nächsten Morgen in der Pathologie. Stolz führt Scully drei Männer des Harvard Forschungsteams zu der verschlossenen Kühlkammer. Sie ist geradezu entzückt. Das ist ihr großer Augenblick. Mit dieser Entdeckung wird sie als eine der bedeutendsten Pathologinnen in die Geschichte eingehen. Selbst ihr Vater wäre in diesem Moment stolz auf sie gewesen.) SCULLY: Sie werden Ihren Augen nicht trauen. Mir ging es ganz sicher so. Sind Sie bereit? (SCULLY entriegelt und öffnet die Tür. Sie zieht die Lade heraus. Sie ist leer. Für eine Sekunde ist sie fassungslos. Nervös schaut sie zu den Wissenschaftlern hinter ihr, die sich skeptisch ansehen.) SCULLY: Ääh, er ist unsichtbar....immerhin.....Ehm.... (Sie lächelt gequält und streckt ihre Hand hinein. Nichts) SCULLY: Er ist hier drin. (Sie langt tiefer in die Kammer. Nichts. Arme Scully.) (Im Wohnwagen. LESLIE STOKES und ANSON STOKES, der immer noch über und über mit gelbem Puder bedeckt ist, sitzen sich am Eßtisch gegenüber. Die DUNKELHAARIGE FRAU ist auch im Zimmer, gelangweilt wie immer. Beide Männer haben eine Schale Cornflakes vor sich, aber nur Leslie Stokes ißt auch davon. Fliegen schwirren um den toten Körper von Anson, der lediglich wieder beweglich ist. Leslie blickt wütend zu ihm . Dann dreht er sich zu der DUNKELHAARIGEN FRAU um.) LESLIE STOKES: Okay. Wissen Sie was? Der macht mir eine Gänsehaut. So hab' ich mir das nicht gewünscht. Er ist unheimlich und total verdreckt. DUNKELHAARIGE FRAU: Er wurde von einem Truck überfahren. Was haben Sie denn erwartet? LESLIE STOKES: Ich habe Sie gebeten ihn normal zurückzubringen. DUNKELHAARIGE FRAU: Sie sagten ich soll ihn zurückbringen. LESLIE STOKES: Okay, versteh'n sie, der ...... (LESLIE STOKES hebt sein Frühstück hoch und riecht daran. Dann sieht er zu seinem Bruder.) LESLIE STOKES: Klasse, jetzt fängt er auch noch an zu stinken. Ich bitte sie.... das ist nicht was ich wollte. Seh'n sie, er sollte zumindest reden können. Okay, ich sag' Ihnen was. Das ist mein nächster Wunsch. Wunsch Nummer Zwei: Ich wünsche mir, daß Anson reden kann. DUNKELHAARIGE FRAU: Nein, das tun Sie nicht! LESLIE STOKES: Doch, tu ich und damit Ende. Ich wünsche, daß Anson sprechen kann. (The DUNKELHAARIGE FRAU seufzt verbittert.) DUNKELHAARIGE FRAU: Erledigt. (ANSON STOKES öffnet seinen Mund und beginnt lange und durchdringend zu schreien. Sein Bruder und die DUNKELHAARIGE FRAU halten sich die Ohren zu.) (Leichenschauhaus. Das Harvard Team ist längst weg. Während MULDER die Kühlkammer inspiziert, setzt sich Scully völlig deprimiert hin und schlägt den Kopf in die Hände.) SCULLY: Ach, ich könnte mich erschießen. Oh...ich war so glücklich. So aufgeregt. Was habe ich mir nur gedacht. Ein unsichtbarer Mann? MULDER: (bemüht sie moralisch aufzubauen) Sie haben Ihn gesehen. Es war real. SCULLY: Ich weiß nicht was ich gesehen habe, Mulder. Was ich aber weiß, ist, daß einen solchen Beweis in Händen zu haben, zu gut war um wahr zu sein. MULDER: Ich denke nicht, daß das der Grund für das Verschwinden der Leiche ist. SCULLY: Und warum ist die Leiche verschwunden? MULDER: Ich halte das für das Ergebnis eines erfüllten Wunsches. SCULLY: Eines Wunsches? Wessen Wunsch? MULDER: Nun, wer würde sich Anson Stokes zurückwünschen? Ich meine, wirklich, wirklich zurück? SCULLY: Sein Bruder, Leslie. (Im Wohnwagen schreit noch immer ANSON STOKES in Panik. Bis sein Schrei zu einem schwachen Gegurgel wird und verstummt.) LESLIE STOKES: Also, das ist nicht gut. ANSON STOKES: (zitternd, anklagend) Was hast Du mit mir gemacht? LESLIE STOKES: Was? Du bist von Toten zurück Mann. Soll das der Dank dafür sein? ANSON STOKES: Was hast Du mit mir gemacht? LESLIE STOKES: Ich habe zwei Wünsche auf Dich verschwendet. Das hab' ich getan. ANSON STOKES: Ich kann mein Herz nicht fühlen. (LESLIE STOKES sieht zur DUNKELHAARIGEN FRAU, die entschuldigend lächelt und mit den Schultern zuckt. ANSON STOKES: Ich...ich fühle mein Blut nicht. (er keucht) Ich bin gelb. Ich friere! I LESLIE STOKES: Scheiß drauf! (ANSON STOKES zittert erbärmlich.) ANSON STOKES: Mir ist kalt. Mir ist kalt. LESLIE STOKES: Ich habe deinetwegen zwei Wünsche verschwendet. Und eine richtig gute Schale Cornflakes. (LESLIE STOKES rollt zum Heizungsthermostat und dreht ihn wütend auf.) LESLIE STOKES: Da, ich habe die Heizung hochgedreht. Bist Du jetzt glücklich? Hä? Bist Du jetzt glücklich? Kann ich sonst noch was für Dich tun, Kumpel? (In der Küche dreht Anson Stokes mit zitternden Händen den Gasofen an und bricht den Regler ab. Schwach bemüht er sich ein Streichholz anzuzünden.) LESLIE STOKES: (kreischt) Was sagst Du? Soll ich Dir vielleicht noch Deinen kleinen gelben Hintern wischen? Aber gerne doch. DUNKELHAARIGE FRAU: Wie wär's jetzt mit Deinem dritten Wunsch, Superhirn? Ich würde gern hier raus bevor ich Wurzeln schlage. LESLIE STOKES: Ja, ich sag' Ihnen was - mein letzter Wunsch wird für mich sein, okay? Für mich, hast Du gehört, Anson? (kreischend) Ich hab' deinetwegen zwei Wünsche und Dich kümmert das einen Dreck. Also gut-mein dritter Wunsch, laß' mal sehen, ich wünsche mir, ehm ich könnte mir Geld wünschen. Nicht jeder wünscht sich Geld. ANSON STOKES: (nestelt an den Streichhölzern herum) Es ist so kalt. LESLIE STOKES: Nein, ähm... wie war das mit dem Unsichtbarsein? (schreit) Das war wohl ein ziemlicher Reinfall, häh, Anson? Unsichtbar zu sein. Das war richtig schlau, häh? (Draußen kommen gerade MULDER und SCULLY an und gehen durch den Wohnwagen-Park. ) LESLIE STOKES: Ööh... Röntgenaugen vielleicht? Nein, daß wäre... hmm, wie sie sagten, ein massive goldener Rollstuhl. (Die DUNKELHAARIGE FRAU sieht hinüber zu ANSON STOKES, der immer noch versucht ein Streichholz anzubekommen. Sie sieht jetzt ein wenig besorgt aus. ) LESLIE STOKES: Ohh... , ich hab's---Beine ! (LESLIE STOKES strahlt und ANSON STOKES schafft es endlich ein Streichholz anzubekommen. In genau dem Augenblick als MULDER und SCULLY vor dem Wohnwagen ankommen, fliegt der in einer gewaltigen Explosion in die Luft. MULDER and SCULLY stürzen zu Boden. Um sie herum regnet es Trümmer. Das letzte was herunterfällt ist ein zusammengerollter Teppich. Ein gedämpftes "Auh" ist zu hören, als er hinter Mulder und Scully auf dem Boden aufschlägt. Die zwei starren erst den Teppich, dann die Überreste des zerstörten Wohnwagens an. (Ein Büro im Wohnwagen Park. Vor dem Fenster sind Feuerwehrautos und Rettungssanitäter zu sehen. Drinnen befragt Mulder die DUNKELHAARIGE FRAU.) MULDER: Würde es Ihnen etwas ausmachen, die Brille abzunehmen, Ma'am? (Sie nimmt ihre Sonnenbrille ab und enthüllt dabei einen kleinen Edelstein im äußeren Winkel ihres rechten Auges.) MULDER: Aah. Haben sie einen Namen ? DUNKELHAARIGE FRAU: Nicht für lange. (MULDER betrachtet sie eindringlich.) MULDER: Was dagegen, wenn ich sie "Jenn" nenne? Die Kurzform für "Jinnayah". (SCULLY betritt den Raum.) SCULLY: Die, ähm... die Feuerwehr hat zwei Leichen entdeckt. MULDER: Leslie Stokes und sein Bruder, Anson. SCULLY: Sieht so aus. Und, ähm, Anson Stokes ist jetzt sichtbar. (enttäuscht) Natürlich. (SCULLY wendet sich zu der DUNKELHAARIGEN FRAU, JENN.) SCULLY: Aber was ich liebend gerne wüßte, ist wie seine Leiche aus meiner verschlossenen Leichenkammer quer durch die ganze Stadt in den "Mark Twain Wohnwagen-Park" gekommen ist. JENN: (auf Mulder deutend) Fragen sie ihn. Er hat schon alles rausgefunden. SCULLY: Ich weiß was er sagen wird. Er wird sagen, daß sie so eine Art Jinni aus Tausend und einer Nacht sind oder so was ähnliches und das sie Leuten Wünsche erfüllen. JENN: Na also, da haben Sie's. MULDER: Nun, eines habe ich noch nicht herausgefunden, nämlich ob sie eine gute Jinni sind oder eine böse. Für jeden der mit Ihnen in Kontakt kommt, scheint das übel zu enden. JENN: (aufgebracht) Das schließen sie daraus? Das ich böse bin? MULDER: Nun, möglicherweise böse. Vielleicht verflucht. Ein Fluch für andere. JENN: Das einzige womit Ihr Leute verflucht seid, ist Dummheit. Ihr alle. Jeder von Euch. Die ganze Menschheit. Jeder, den ich jemals getroffen habe. Ohne Ausnahme. Ihr bittet immer um die falschen Dinge. MULDER: Sie meinen, sie wünschen sich das Falsche. JENN: Ja. Immer dieses: "Gib' mir Geld. Gib' mir große Titten." (sie deutet Richtung Genitalbereich) "Gib' mir ein großes Ding. Mach' mich cool wie Steve McQueen --- oder wer immer zur Zeit der Größte ist. MULDER: Sie sind wirklich nicht mehr auf dem Laufenden. JENN: Na und? In 500 Jahren haben sich die Leute nicht ein bißchen geändert. SCULLY: (ungläubig) 500 Jahre. JENN: Zugegeben, sie riechen im Großen und Ganzen jetzt besser, aber die menschliche Habgier regiert immer noch... Oberflächlichkeit ... eine Neigung zur Selbstzerstörung. SCULLY: Sie sagen, daß sie direkte Augenzeugin von 500 Jahren Menschheitsgeschichte sind? JENN: Ich war einmal menschlich. Ich wurde im Frankreich des 15. Jahrhunderts geboren. Dann, eine Tages, kam ein alter Maure, der mit Teppichen hausierte, in unser Dorf und ich entrollte einen in dem ein Ifrit wohnte. SCULLY: (glaubt keine Wort) "Ein Ifrit." JENN: Ein sehr... mächtiger Jinn. Er schenkte mir drei Wünsche. Als erstes wünschte ich mir einen kräftigen Esel. Als zweites einen magischen Sack, der immer voll mit Rüben sein würde.... (MULDER und SCULLY sehen sie entgeistert an.) JENN: ... hab' ich schon erwähnt, daß das in Frankreich im 15. Jahrhundert war? MULDER: Wie lautete Ihr dritter Wunsch? JENN: Mein dritter.... ich grübelte eine ganze Weile. Ich wollte ihn nicht verschwenden. Also schließlich, ich fühlte mich sehr intelligent, machte ich den Mund auf und sagte: " Je souhaite un grand pouvoir et une longue vie". (erklärend) "Ich wünsche mir große Macht und ein langes Leben." MULDER: Und wurden auf diese Weise auch eine Jinn. JENN: Er gab' mir das Zeichen der Jinn...(sie tippt gegen den kleinen Edelstein im Augenwinkel) ...genau da. Das ist für immer. Ungefähr so wie eine Gefängnis-Tätowierung. (SCULLY reibt sich die Schläfen.) JENN: Ich hätte etwas präziser sein sollen. Also, bin ich verhaftet? SCULLY: Ich sehe nicht einen einzigen Grund sie festzuhalten. Und, nicht unbedingt überraschend, haben wir nicht die Spur eines Beweises für all das hier, ähm...ich denke, sie kann gehen. JENN: Kann ich nicht. Er hat mich ausgerollt. (Beide Frauen sehen zu Mulder, dessen Gesicht im gleichen Maß zu strahlen beginnt wie ihm klar wird was das bedeutet. Das Bild blendet über seinem Gesicht aus.) MULDER: Ich habe drei Wünsche frei. (In MULDER's Wohnung. JENN betrachtet die Fische im Aquarium. Er steht mit verschränkten Armen da und beobachtet sie.) JENN: Also Ihre Partnerin hat den Flughafen ziemlich schnell verlassen. Ich glaube nicht, daß sie mich unbedingt mag. MULDER: Ich denke, daß sie nicht weiß was sie von Ihnen halten soll. Ich bin mir da auch nicht sicher, wirklich. JENN: Nun, sie können jederzeit Ihre drei Wünsche äußere. Ich verschwinde ---- keine große Sache. (Sie sieht ihn an. Mulder lächelt ein wenig.) MULDER: Mmmm. JENN: Ich denke nicht. Also, wie lautet Ihr erster Wunsch? MULDER: Nun... (Er überlegt, dann lacht er.) MULDER: Was würden Sie sich an meiner Stelle wünschen?? JENN: Ich bin nicht sie. Es ist ohne Bedeutung. MULDER: Aber ich ... wissen Sie, ich würde es einfach gerne wissen. JENN: Ich würde.....wünschen ich hätte das Wort "Wunsch" niemals zuvor gehört. Ich würde wünschen, daß ich mein Leben Augenblick für Augenblick leben könnte...es genießen wie es ist, anstatt...anstatt zu bedauern was es nicht ist. (MULDER lächelt. Von draußen sind Straßengeräusche zu hören.) JENN: Ich würde.....mich irgendwo mit einer großen Tasse Kaffee hinsetzen und die Welt an mir vorbeiziehen lassen. Aber wie gesagt, ich bin nicht sie. Außerdem bezweifle ich, daß das Ihr Wunsch wäre. MULDER: Wissen Sie, Ich glaube ich beginne das Problem zu sehen. Sie sagen, daß sich die meisten Leute das Falsche wünschen, stimmt's? JENN: Ohne Ausnahme. Das ist als ob sie einem Schimpansen einen Revolver geben. MULDER: Das ist so, weil sie mit ihren Wünschen ausnahmslos persönliche Ziele verfolgen. JENN: Kann sein. MULDER: Demnach wäre der Trick dabei einen Wunsch zu äußern, der völlig selbstlos ist. Einen Wunsch, der für alle ist. Also, ähm...wünsche ich Frieden auf Erden. JENN: Frieden auf Erden? Das ist es? (MULDER ist jetzt unsicher.) MULDER: Was zum Teufel ist falsch daran? Können Sie das nicht tun? JENN: Nein. Ich kann. (Pause.) JENN: Ist getan. (MULDER strahlt glücklich. Dann fällt ihm auf das der Straßenlärm draußen verstummt ist. Seine Begeisterung endet schlagartig.) MULDER: Oh, Scheiße. (Er lehnt sich zum Fenster und sieht durch die Lamellen des Rollos. Er läuft hinaus auf die Straße. Überall stehen leere Autos und Busse. Er sieht in eine Bushaltestelle an der Ecke "Market Street".) MULDER: Ich nehme an, ich hätte das kommen sehen müssen. (plötzlich besorgt) Scully. (Zu Fuß rennt er zum FBI-Gebäude, in sein Büro.) MULDER: Scully? (Keine Antwort. Er läuft durch die verwaisten Gänge des Gebäudes. Umherliegende Papiere lassen ahnen, daß hier noch vor kurzem Menschen gingen.) MULDER: Hallo? Hallo? (Er geht zu SKINNER's Büro. Es ist leer.) MULDER: (applaudiert sarkastisch) Sehr gut. Jinni? Jinni, oder wie zum Teufel auch immer Ihr -Name ist.... (Sie sitzt in SKINNER's Schreibtischstuhl.) JENN: Ja? MULDER: Was zum Teufel ist das? JENN: Das ist worum Sie gebeten haben. Frieden auf Erden. Hör'n Sie? (Sie lauscht angestrengt in die Stille.) MULDER: Sie wissen verdammt gut, daß ich das so nicht gemeint haben. JENN: Sie haben es nicht präzisiert. MULDER: Das hier hat nichts Präzisieren zu tun. Sie müssen nicht die gesamte Bevölkerung dieses Planten auslöschen nur um ein wenig Frieden auf Erden und Gutes für die Menschheit zu erreichen. JENN: Sie sagten nichts von Wohlwollen gegenüber der Menschheit. Sie erwarten ernstlich von mir die Herzen von sechs Billionen Menschen zu ändern? Keine Religion in der Geschichte war dazu jemals fähig. Nicht Allah, oder Buddha oder Christus. Aber ich soll das in Ihrem Namen tun? Also....was? Damit sie sich so richtig toll fühlen können? MULDER: (verteidigt sich) Hab' ich das gesagt? Das hab' ich nicht gesagt. JENN: (schnalzt mit der Zunge) Mm, wie geradezu grotesk egoistisch von Ihnen. Ich wette, sie wünschten Sie hätten Ihren ersten Wunsch nicht geäußert. MULDER: Ja, das tue ich, und zwar seit Sie die Absicht dahinter so komplett auseinander genommen haben. Und noch was - ich denke Sie haben eine wirklich abscheuliche Einstellung. Ich nehme an, daß liegt daran, daß Sie die letzten 500 Jahre eingerollt in einem Teppich verbracht haben. (Während MULDER Jenn noch verspottet, sind hinter ihm auf einmal Skinner und einige andere Agenten zu sehen, die um den Konferenztisch sitzen.) MULDER: Aber wir sind nicht alle dumm. Wir sind nicht alle Schimpansen mit Revolvern. Ich denke es gibt hier noch eine andere Möglichkeit und die ist, daß sie das Miststück sind. (JENN bedeutet MULDER mal hinter sich zu sehen, was er auch tut. Jenn verschwindet. ) SKINNER: Agent Mulder? MULDER: Sir. SKINNER: Wie kommen sie hier rein? MULDER: (sehr peinlich berührt) Äh... (MULDER's Büro. MULDER tippt etwas in seinen Computer. Jenn liest über seine Schulter mit.) (Der Wunsch: "Nachdem ich noch einen Wunsch übrig habe und ihn bestmöglich zum Wohle der gesamten Menschheit zu stellen gedenke, und nachdem er ein großes Potential an Verbesserungen für das Leben wie wir es kennen, beinhaltet und das gleiche Potential an massiven Gefahren, Chaos und Zerstörung, das bewirken könnte, das die Welt Amok läuft und nachdem ich alle dies zu bedenken habe.... " JENN: (liest laut mit) " Nachdem ich noch einen Wunsch übrig habe und ihn bestmöglich zum Wohle der gesamten Menschheit ..." bla, bla, bla... "hier auf dieser Existenzebene..." Hmm... Hmm-hmm. Wie? Sind Sie Anwalt? MULDER: Tja, ich muß mich Ihnen anpassen. Ich werde diesen letzten Wunsch perfekt machen. Ich werde Ihnen keine Schlupflöcher lassen. Ich werde nicht zulassen, daß sie das hier als Freibrief interpretieren um das Dritte Reich zurückzubringen oder jedem Stielaugen verpassen. JENN: (sarkastisch) Oh, schade. Ich habe mich so darauf gefreut. (SCULLY betritt das Büro. Sie sieht Mulder besorgt an. SCULLY: Skinner hat mich angerufen, Mulder. Ist alles in Ordnung? MULDER: Sie erinnern sich nicht daran heute Morgen für etwa eine Stunde vom Erdboden verschwunden gewesen zu sein? SCULLY: Nein. MULDER: Nun, dann denk' ich ist alles okay. (SCULLY seufzt und geht auf Mulder zu.) SCULLY: Mul... (Sie dreht sich zu Jenn um und sieht sie feindselig an.) SCULLY: Könnten Sie uns für eine Minute entschuldigen, bitte? JENN: Sicher. (JENN bewegt sich nicht fort von der Glastrennwand an der sie lehnt. Scully macht ein paar Schritte auf Mulder zu. Als sie Jenn nicht gehen hört, dreht sie sich zu ihr um.) SCULLY: Heute noch? (JENN ist verschwunden.) SCULLY: Wo ... Wo zum Teufel ist sie hin? (MULDER verschränkt die Arme à la "Bezaubernde Jeannie" und nickt einmal kurz.) MULDER: Boink! SCULLY: Nein... Das muß Hypnose sein oder Suggestion ... oder so was. MULDER: Scully, es ist was es ist. Sie haben eine unsichtbare Leiche untersucht, erinnern Sie sich? SCULLY: Ich dachte ich hätte es. MULDER: (wackelt frustriert und genervt mit dem Kopf) Oh! SCULLY: Mulder, in Ordnung, sagen...sagen wir sie haben Recht. Sagen wir es ist was es ist. Dann ist das was sie tun außerordentlich gefährlich. Ich meine, Sie haben das eben selber gesagt. MULDER: Der Trick daran ist, präzise zu sein. Den Wunsch perfekt zu machen. Dergestalt, daß jeder etwas davon hat. Die Welt wird sicherer werden, glücklicher. Es wird Nahrung für jeden geben, Freiheit für alle, das Ende der Tyrannei der Starken gegenüber den Schwachen. Hab' ich irgendwas vergessen? SCULLY: (wehmütig) Das klingt wundervoll. MULDER: Wo ist dann das Problem? SCULLY: Vielleicht ist das der entscheidende Punkt unseres Lebens hier auf Erden, Mulder - das zu erreichen. Vielleicht ist das ein Prozeß den jeder von uns durchleben sollte anstatt ihn mit einem einzigen Wunsch zu umgehen. [CarriK: Ich liebe diese Frau.] (SCULLY zögert einen Moment, dann seufzt sie und verläßt das Büro. MULDER macht sich wieder ans Tippen. Jenn erscheint hinter ihm.) JENN: Sind sie soweit? MULDER: Ja, ich bin soweit. (MULDER schließt das Programm und schaltet den Monitor aus. Dann dreht er sich zu Jenn um. Sie lächelt.) (MULDER's Wohnung. MULDER schiebt eine Videokassette in den Recorder. Auf dem Bildschirm erscheint die FBI Warnung während Mulder eine Schüssel Popcorn nimmt und rüber zum Sofa geht, wo Scully sitzt.) MULDER: Ich kann nicht glauben, daß Sie keine Butter auf Ihr Popcorn wollen. Bääh. Das ist unamerikanisch. (SCULLY betrachtet sich die Videohülle.) SCULLY: Caddyshack," Mulder? MULDER: Das ist ein klassischer amerikanischer Film. (SCULLY läßt sich ins Sofa zurück plumpsen und öffnet ihr "Shiner Bock"-Bier.) SCULLY: Das sagen alle Kerle. Das ist ein Männer-Film. MULDER: Okay, wenn Sie mich zu sich einladen, können wir ja "Magnolien aus Stahl" schauen. (SCULLY wirft den Kronkorken ihrer Bierflasche quer durch das Zimmer und trifft mit einem "Clink" irgendein Ziel. Mulder hat sein Bier auch geöffnet und wirft in die selbe Richtung. Scully kichert in ihr Bier, als das hörbar daneben geht.) SCULLY: Also, uh... Was ist der Anlaß? MULDER: Ich weiß nicht. Ich hielt es einfach für eine gute Idee. Prost. SCULLY: Prost. Cheers. (Sie stoßen an und nehmen einen Schluck.) MULDER: Ich weiß nicht, ob Ihnen das aufgefallen ist, aber, ähm, ich habe die Welt noch nie glücklicher gemacht. SCULLY: Nun, ich bin ziemlich glücklich. Das ist doch was. (Sie lächeln sich an.) Vom Video ertönt die Stimme eines Mannes der den Film ankündigt: Und nun präsentieren wir unseren Hauptfilm. SCULLY: Was war denn nun Ihr letzter Wunsch? (MULDER betrachtet sie eine ganze Weile. Von oben bis unten. Dann lächelt er glücklich und nimmt noch einen Schluck, während der Caddyshack-Titelsong von Kenny Loggins ertönt: ) "Dup-dup-dup-dup-dup-dup-dup-dup-dup I'm all right..." (JENN sitzt in einem Cafe auf einer Straße in Washington, D.C. Der Edelstein an Ihrem Auge ist weg. Sie beobachtet die Menschen, die am Fenster vorbeigehen. Eine Bedienung stellt eine große Tasse Kaffee vor sie auf den Tisch.) BEDIENUNG: Bitte schön. (JENN nimmt einen Schluck. Sie sieht sehr glücklich aus.) ENDE Transcribed by CarriK Also Starring: Assistant Director Skinner (Mitch Pileggi) Guest Starring: Paula Sorge [ Jenn ] Will Sasso [ Leslie Stokes ] Kevin Weisman [ Anson Stokes ] Paul Hayes [ Jay Gilmore ] Co-Starring: Brett Bell [ Morgue Attendant ]