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Vermisst wird ein kleiner blonder Junge, der am 23. September 1990 auf einem Schulfest verschwand. Dessen schwangere Mutter sucht ihn seit zehn Jahren vergebens.
Im Jahre 2000 taucht er wieder auf, schaukelnd und stumm. Inzwischen ist Billys ungeborener Bruder von damals alt genug, um sich schrecklich vor ihm zu fürchten.
Doggett und Scully untersuchen in Oklahoma den Fall und sind sich über bestehende Gegebenheiten nicht einig. Während Scully auf "nicht Normales", "Merkwürdiges" und "Paranormales" zurückgreift, ist Doggett darauf versessen Täter und Gerechtigkeit hinterherzujagen, mit konventionellen Methoden wie Schnüffeln in Jugendstrafakten. Ein Typ, den der Zuschauer aus dem Teaser kennt, ist darin verzeichnet. Ronald Pernell, ein Verlierer der Wohlstandsgesellschaft (ich will gar nicht von Stereotypen sprechen). Wohnhaft auf einer Müllhalde namens Leben will er Doggett keine Antworten bzgl. Billy geben. Angst scheint ihn zu treiben. Später sehen wir ihn in einen Wald gehen, wo er einen Schädel freilegt. Klick!
Billy bemüht sich währenddessen redlich, seiner Familie weiteres Grausen zu bereiten. Weitere vermeintliche Angriffe auf Josh, seinen kleinen Bruder, veranlassen die Eltern endlich dazu, professionelle Hilfe anzufordern, eine Hellseherin. Prompt geschehen unerklärliche Dinge, Sharon Pearl spürt eine Macht, die Doggetts Karma aussendet (bei "Der Hellseher" verströmt Mulder negative Energien und plötzlich...). Ein Anfall setzt dem Treiben ein Ende, ein strange sign, das auch schon auf einem Fleischermesser und auf Billys Zeichnung ausfindig gemacht wurde, durchbricht die Stirn der Hellseherin.
Mr. Underwood ist mit seinem Sohn Josh unterwegs, an einer Tankstelle wird der Junge entführt, der alte Pferdetrick. Doggett und Scully aber haben Ronald vor dem Haus der Underwoods gesehen und, schwups, Billy ist wieder daaaa, die darauffolgende Verfolgungsjagd bringt Doggett dazu, Ronald in Gewahrsam zu nehmen.
Auf dem Revier erfahren die Agents von der Entführung Joshs. Doggett drängt Ronald dazu, die Wahrheit zu sagen, was ihn auf Cales Spur bringt, dem Ponybesitzer und Lover von Pernells Mutter. Tatsächlich bergen die Agents Josh im Anhänger von Cale, lebend. Der flüchtende Entführer sieht sich alsbald dem forschen Doggett gegenüber, Doggett aber Billy. Ihn verfolgend stößt er auf das Grab im Wald, sozusagen under the wood.
Im Schlusswort gibt Scully zu bedenken, dass Doggett einen anderen Jungen vor Unheil bewahrt und den Täter gefasst hat, Erfolgsquote erfüllt. Doggett hat wohl mit seinen eigenen Dämonen zu kämpfen.
Grusel? Spannung? Freude? Eindeutig hat der Autor zuviel Blair Witch Project auf dem Lande in sein Skript einbinden wollen. Doggett erweist sich mit seiner rationalen Art, im Gegensatz zu Scullys paranormalen Ansätzen, hilfreich bei der Aufklärung des Falls, ihm widerstrebt das "nicht Normale" an diesem Fall, aber na, ja, das scheint wohl als Hilfskraft bei den X Akten des FBI unter Nebenwirkungen zu laufen. Ich war immer der Ansicht, dass Scully mehr Sensibilität und mehr Zugang zu den Kindern mit böser Vergangenheit empfindet bzw. bekommt (siehe Emily, Gibson u. a.), aber ihre beiden male companions neigen dazu, diese Kinder als Mittel zum Zweck zu benutzen, zumeist als Selbsthilfe für nicht verarbeitete Krisen. Mulder war wirklich unschlagbar in solchen Dingen. Nichtsdestotrotz rettet Doggett mit seiner Skepsis ein Kind und schafft somit ein Novum: der Ungläubige gewinnt. Aber was für ein Sieg. Man mag die Traurigkeit und Ernsthaftigkeit, die Doggett dicht umschweben, zum ersten Mal wirklich mitempfinden.
Scully bleibt in diesem Fall merkwürdig unberührt, sie pocht zwar auf ihre medizinische Befunde, mag aber nicht konsequent die Wahrheit ihrer Vermutungen verfolgen. Ein es-ist-halt-so-Gefühl macht sich breit. Warum sie Doggett nicht nach seinen Erfahrungen/Erlebnissen befragt, die die Hellseherin deklariert hat, bleibt ein weiteres Rätsel... eine unbeteiligte Scully aber kann dem neuen Duo nur schaden, Doggett wandelt auf Solopfaden, während Scully zur Stichwortgeberin verkommt. Dieser Entwicklung wird hoffentlich Einhalt geboten.
Auch wenn 'Billy' nur ein Geist (mit Blut zum Untersuchen) gewesen ist und in dieser Funktion seinen Bruder geschützt hat (durch Angriffe, böse Blicke etc.), irgendwie war er fehl am Platz. Zum einen hat er das wahre Drama, dass Ronald und auch Billys Familie durchlitten hatte, verhehlt und zum anderen sollte er wohl zu Doggetts Familiensache hinüberleiten. Aber doch nicht so!
Also, warum zu guter Letzt noch Josh dran glauben musste, mag ein dramaturgischer Kniff gewesen sein, auf welche wundersame Weise aber der Ponytyp, ein widerwärtiger Zeitgenosse im Übrigen (also doch Stereotypie), zu der Tankstelle kam und überhaupt, zehn Jahre sind eine lange Zeit, dass Billys Geist solcher Art auf sich hat warten lassen, überspannt den Bogen schon derbe.
Mir scheint, ich habe mich zu sehr an die komödiantischen Einlagen aus den vergangenen Staffeln gewöhnt, so dass mich die nasstriefende Missstimmung in dieser Folge glatt weggehauen hat.
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