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Akte X im TV:
11.04.: K1, Der Teufel von Jersey
25.04.: K1, Schatten
Reviews

Klauen und Zähne / Patience

Kritik von Anil Kunnel

SCULLY: "Look, I, uh... I wanted to apologize. I ... I left you out of this case, and that was a mistake on my part. It was almost a fatal mistake."

Ein Tramper steht in einer Telefonzelle an einer verlassenen Straße irgendwo in der Wüste. Er wartet, wartet auf ein Auto, auf irgendjemanden der ihn mitnimmt. Dann fährt ein mit Menschen voller Bus an ihm vorbei. Verzweifelt schreit er ihm hinterher. Der Bus stoppt, er steigt ein. Die Menschen sehen merkwürdig aus, sehr merkwürdig. Unter ihnen ein seltsamer kleiner Mann. Ist er vielleicht geistig behindert, oder doch nur verwirrt? Inzwischen ist es dunkel geworden. Der Bus hält auf einmal, irgendwo in der Einöde. Alle steigen aus, der Tramper fragt sich was los ist. Sie helfen dem kleinen Mann aus dem Bus, stellen sich um ihn, greifen sich Steine, und schmettern sie auf ihn, töten ihn. Dann stürtzen sie sich auf den Tramper.

So beginnt die Folge "Gesteinigt". Ziemlich unheimlich, wir sind es ja bei Akte X gewohnt. Unklar sind die Motive der Leute, vielleicht ist es eine Sekte? Schnitt. Scully steht allein in der Wüste und untersucht einen leeren Platz. Sie findet nur ein wenig Schleim. Schleim haben wir in dieser Serie ja auch schon zur Genüge gesehen- also auch nichts besonderes. Ihr Handy funktioniert nicht. Sie telefoniert mit Doggett aus der selben Telefonzelle, die der Tramper benutzt hat. Der Bus fährt vorbei. Will sie Doggett nicht dabei haben oder warum sitzt er im Büro während sie einen mysteriösen Mord in der Wüste untersucht? Er soll in den X-Akten nach dem Schleim suchen - wirklich begeistert ist Doggett nicht.

Scully fährt wieder los, landet an einer vereinsamten Tankstelle. Der seltsame Tankwärter hat eine verletzte Hand. Scully hilft ihm, sie sei ja Ärztin, und will dann auch noch auftanken. Der Mann holt einen Kanister und füllt den Tank auf. Scully fährt los, der Motor versagt, sie geht zu Fuß zurück um den Mann zur Rechenschaft zu ziehen.

Es stellt sich raus, dass im Kanister nur Wasser war. Scully will telefonieren, niemand in diesem 20 Seelen-Dorf, dass gar nicht auf der Landkarte existiert, will ihr helfen. Keiner öffnet ihr die Tür. Nur ein seltsamer Hotelbesitzer hilft ihr, sein Telefon funktioniert aber nicht. Dieser Mann war auch am Mord beteiligt, aber davon weiß Scully ja nichts. Sie ist gezwungen dort zu übernachten.

Bis zu diesem Zeitpunkt passiert nicht viel, und doch ist die Folge unheimlich spannend. Sie erinnert dabei an Filme wie "Dorf der Verdammten" oder auch Oliver Stone's "U-Turn". Die Spannung bleibt subtil, der Horror kommt ganz langsam. Wir als Zuschauer wissen nicht was dort in diese, "Kaff" vor sich geht. Die Leute sind unheimlich, und Scully ist auch noch allein, eine Situation an die man sich gewöhnen muß. Scully hat nicht geschlafen. Auf einmal bittet der Hotelbesitzer sie, ihm zu helfen, sie sei ja Ärztin. Scully stimmt zu und trifft auf den Tramper der grade einen seltsamen Schüttelanfall hat. Sie tut alles um ihn zu beruhigen. Anscheinend wird er genauso wie sie hier festgehalten, vielleicht lassen die Leute sie hier nicht weg weil sie Ärztin ist und dem Tramper helfen soll.

Sie redet mit ihm unter vier Augen, er kann sich an nichts erinnern. Scully entdeckt eine Eintrittswunde und schließlich einen Parasiten, der sich durch den Rücken bohrt. Während dessen hat Dogget die X-Akten gefunden, die was mit diesem Fall zu tun haben und mit der ortsansässigen Polizei gesprochen. Scully sei dortnoch nicht aufgetaucht. Er macht sich auf um Scully dort zu suchen. Diese steigt aud dem Fenster um ein Auto zu suchen, vorher gibt sie dem Tramper ihre Waffe, da sie um seine Sicherheit besorgt ist. Als sie weg ist, erfahren wir, dass der Tramper sich mit den Leuten verbündet hat und Scully ausgetrickst hat.

Gillian Anderson macht hier zum ersten Mal wirklich deutlich, dass sie dass Zeug dazu hat, die Serie (wenigstens für ein paar Folgen) alleine zu tragen. Ihre Schauspielleistung überzeugt, und durch die Schwangerschaft wirkt sie interessanter. Durch diese wird die Folge besonders spannend, da der Zuschauer ja immer um das Wohl des Babys besorgt ist. Wie soll die schwangere Scully gegen ein ganzen Dorf kämpfen?!:

Scully hat den Bus in einer Scheune gefunden. Auf einmal tritt der Tramper ein, hinter ihm weitere Bewohner des Dorfes. Scully begreift, dass dies eine Falle war. Sie versucht zu fliehen, doch sie wird gepackt. Jetzt steinigen sie den Tramper, holen den Parasiten aus seinen Eingeweiden, und pflanzen ihn ein. Obwohl sich Scully mit Tritten und Schreien wehrt, und verzweifelt bekannt gibt dass sie schwanger ist, hat sie keine Chance. Doggett hat das Dorf erreicht. Sie haben Scully an ein Bett gefesselt, doch davon weiß er nichts. Obwohl er einige Menschen dort befragt, und sie ihm versichern dass sie Scully noch nie gesehen haben, kehrt er zurück und es gelingt ihm Scully zu retten. Sie werden verfolgt und flüchten in den Bus. Doggett muß ihr das Ding aus dem Rücken schneiden, da es sonst ins Gehirn gekommen wär. Er erschießt es, die Leute sind bestürtzt, es wäre doch die Inkarnation Jesu gewesen. Sie sind traurig,wirken unschuldig nicht mehr agressiv, die beiden entkommen während die Polizei eintrifft.

Schnitt. Zwei Wochen später. Scully wird aus dem Krankenhaus entlassen, sie entschuldigt sich bei Doggett, da sie ihn die ganze Zeit nicht bei ihm haben wollte, was ihr beinahe das Leben gekostet hätte. Wahrscheinlich werden die Bewohner nicht bestraft, sie hätten ja nur nach ihrem Glauben gehandelt.

So endet nun die Folge, die mal wieder zeigt, dass die achte Staffel es in sich hat. "Gesteinigt" ist eine absolut gelungene Horror-Folge. Denn obwohl die Auflösung, dass das Ding Jesus sein soll, nicht 100%ig überzeugend ist, so begibt sich die Spannung beinahe an die Schmerzgrenze des Erträglichen.

Die Folge überzeugt auf zwei Wegen, einmal ist sie faszinierend subtil aufgebaut, wie ein klassischer Horrorfilm, die Spannung kommt langsam aber heftig, andererseits ist hier der Ekelfaktor auch sehr groß. Das sind beides Qualitäten, die die Serie zu ihren Anfängen hatte. "Gesteinigt" könnte absolut eine Folge aus den ersten beiden Staffeln sein. Die letzte Folge die solche Qualitäten hatte, war für mich "Blutschande" aus der vierten Staffel.

Mir fehlte diese Art von Episoden in den letzten Staffeln, die knallharten Folgen, die für Außenstehnden vielleicht absurd wirken (Jesus-Inkarnation), die aber jeder AkteX-Fan liebt. Außerdem muß man Gillian Anderson loben, die hier vollends überzeugt. Ich hab Mulder in dieser Folge eigentlich überhaupt nicht vermisst. Doggett hat hier zwar keine große Rolle, aber ohne ich wäre Scully gestorben. Das gute an den neuen Folgen ist auch, dass es endlich wieder mal Entwicklungen in der Beziehung der beiden Haupcharaktere gibt. Es passiert etwas. Scully muß sich am Ende der Folge bei Doggett entschuldigen, sie muß ihn akzeptieren. ps: wenn man an dieser folge etwas kritisieren kann, dann ist es pro sieben. ich habe die folge in der wiederholung gesehen, aber es ist eine unverschämtheit dass die den "schwangerschafts"satz rausgeschnitten haben!