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Seraph (hebräisch: der Brennende; Plural: Seraphim), in der Vision des jüdischen Propheten Jesaja des Alten Testaments ein himmlisches Wesen mit sechs Flügeln; einer der höchsten in der neunfachen Hierarchie der Engel. Die Seraphim werden mit Liebe, Licht, Leidenschaft und Reinheit in Verbindung gebracht. 1
"Die Berufung des Propheten" aus Jesaja 6, 1-7
Im Todesjahr des Königs Usija sah ich den Herrn. Er saß auf einem hohen und erhabenen Thron. Der Saum seines Gewandes füllte den Tempel aus. Serafim standen über ihm. Jeder hatte sechs Flügel: Mit zwei Flügeln bedeckten sie ihr Gesicht, mit zwei bedeckten sie ihre Füße, und mit zwei flogen sie. Sie riefen einander zu: 'Heilig, heilig, heilig ist der Herr der Heere. Von seiner Herrlichkeit ist die ganze Erde erfüllt'. Die Türschwellen bebten bei ihrem lauten Ruf, und der Tempel füllte sich mit Rauch. Da sagte ich: Weh mir, ich bin verloren. Denn ich bin ein Mann mit unreinen Lippen und lebe mitten in einem Volk mit unreinen Lippen, und meine Augen haben den König, den Herr der Heere, gesehen. Da flog einer der Serafim zu mir; er trug in seiner Hand eine glühende Kohle, die er mit einer Zange vom Altar genommen hatte. Er berührte damit meinen Mund und sagte: Das hier hat deine Lippen berührt: Deine Schuld ist getilgt, deine Sünde gesühnt [...].
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"Alle Seelen" [5x17], nach einer Idee von Dan Angel [Nomen est omen] und Billy [Mike?] Brown, weiterentwickelt von John Shiban und Frank Spotnitz, on air. Doch bevor man die Anfangscredits zu Gesicht bekommt, steht ja immer noch der Teaser aus: Father McCue tauft ein älteres Mädchen, das schwer körperlich behindert ist. Nachts geschieht es dann, das Mädchen rafft sich auf und folgt einem unbekannten Ruf, man sieht sie niederknien und die Arme erheben und schwarze Schuhe und schwarze Hosenbeine und ein fluoreszierendes Licht empfangen sie. Der Vater des Mädchens findet sie in der knienden Haltung vor, ihre Augen sind ausgebrannt. Pläng! Das Drama nimmt seinen Lauf. Bis jetzt geht man von einer nicht Alien [Obwohl... außer-irdisch?], nicht Mulder und von einer nicht seelenlosen Folge aus, denn die mystischen Aspekte rücken geradezu blitzlichtgleich ins Blickfeld. [Ich kann mir nicht helfen, die namentlichen sowie begrifflichen Analogien sind ziemlich aufdringlich!] Die nächste Szene verschafft dann Klarheit über den Gehalt der Geschichte, denn Scully will beichten gehen. Ihre 'Sünde' offenbart sich wie folgt: sie glaubt, schuld am Tod eines Menschen zu sein, sie hadert mit ihrem Glauben an die Güte Gottes.
Eine tief-religiöse Story entfaltet ihre Flügel [Da, schon wieder!] und während man Scully auf ihren Irrwegen begleitet, sehen wir weitere behinderte Mädchen sterben [präzise zwei] und einen unausstehlichen, weil skeptischen Mulder sowie diverse Priester [dergleichen drei], welche auf mehr oder minder sensible Weise versuchen, die Nöte von Scully [der Pater im Beichtstuhl und Father McCue] und die der Mädchen [Father Gregory] zu lindern. Man mag das Verwirrspiel um den aufbrausenden Priester mit dem umgedrehten Kreuz, das penetrant in Nahaufnahme gezeigt wird, verzeihen und auch die plötzlich aufziehende Gestalt des Sozialarbeiters, der rothaarig das Böse bringt [fünfzehn Minuten für Satan, dreiviertel Stunde für Suchen, Finden, Verlieren, Erkennen und Emily]. Und überhaupt Vergebung: Mulder benimmt sich als FBI-Agent korrekt [hä?], indem er seiner Partnerin Informationen über die Mädchen [Dara, Paula, Roberta und Angel #4] besorgt, als Mensch hat er anscheinend wichtige Bedürfnisse und als Scullys bester Freund, als der Glaubende schlechthin [Redux-Heilkur?!], ist er unglaublich borniert. Ob das der Geschichte schadet, nein, es ist nur betrüblich; hier ist Scullys Revier und selbst wenn sie anfangs an keinen übersinnlichen Einfluss glauben will, ist das spätestens mit der Vision von Emily Vergangenheit. Tja, da wären wir also: Emily Sim und Dana Scully nach elf Folgen wieder Mutter und Tochter. Ich fand Emilys Auftauchen während der Autopsie beim ersten Schauen der Folge erschütternd und auch jetzt war es ungeheuer creepy! Wenn der ganze religiöse Klimbim also dazu diente, Scully von ihrer unterdrückten Trauer um den Verlust ihres Kindes zu befreien, dann herzlichen Glückwunsch, dafür musste sie wirklich einiges ertragen.
Möchte man der Geschichte nun einen Hang zum Kitsch unterstellen, bitte, das einzige, was ein wenig überzogen daherkam, waren vielleicht die Bedingungen, unter denen drei der Mädchen in dieser Sphäre sehr lange zu leben hatten: Anstalten, Kellerräume, die Straße. Wenn man bedenkt, dass es nur eines Seraph bedarf, um die Nephalim [Nephilim?] zu holen, dann hätte man dergleichen auch vermeiden können. Hä, Plausibilität? Akte X erhebt nicht den Bildungsanspruch von arte oder die Unvoreingenommenheit von Marcel Reich-Ranicki, es ist bloß eine Serie, die unterhalten will. Was die vielen Wendungen in der Geschichte betrifft, sie sind einfach keine Frage der Plausibilität, El Chupacabra! Scully erfragt für sich selber rationale Gründe, aber letztlich folgt sie ihrem Gefühl. Ihr Nachgeben auf Emilys Bitte, "lass mich gehen, Mammi", mag den Tod des vierten Mädchens nicht verhindert haben, als sie jedoch realisiert, dass Verlust zum Glauben gehört, gereicht ihr diese Erkenntnis zum Trost.
So, die religiös-ethischen Aspekte sind wohl fragmentarisch abgearbeitet, jetzt zu den SFX. Die ausgebrannten Augen waren eindeutig realistisch und auch die zusätzlichen Finger und Zehen sahen sehr natürlich aus. Was ich aber zum Schreien komisch fand war der SMT [Seraphmorphingtrick]... was für Tiere sollten das sein: Adler, Löwe, Stier? Irgendwie habe ich da was anderes gesehen! Den selben Effekt fand ich bei Millennium eindrucksvoller, vermutlich weil es dort das Böse zeigen/verbergen sollte.
Übrigens, der Regisseur dieser Folge, Allan Coulter, hatte zuvor bei Millennium schon ein paar Folgen abgedreht, nämlich "Die Hunde" [Beware of the dog, ML 2x2], "Meins, nicht ich" [The Pest House, ML 2x15] und "Die Stimme der Verführung" [Siren, ML 2x17]. Ob da wohl einiges an Atmosphäre herübergeweht ist, yep, der Teaser zeugt davon oder auch das verlassene Gebäude, in dem Mulder das dritte Mädchen wähnt. Der Moment des Auffindens und Mulders darauffolgendes Hinaufschauen zum Himmel durch ein Loch im Dach ist hervorragend gefilmt.
Gillian Anderson, lobpreiset sie für ihre schauspielerischen Leistungen! Sieben Jahre dieselbe Rolle und et voilà, elle est incroyable! Auch der Darstellung des Father Gregory durch Jody Racicot entspringt Enthusiasmus [Religiöser Fanatismus, Sendungsbewusstsein...?], den so manch anderer leider vermissen lässt.
Okay, das wars für diese Folge! Ach, ja, wirklich beruhigend ist, dass der Teufel [im Staatspelz] nicht die Türschwelle einer Kirche überschreiten kann, selbst wenn in dieser lediglich einige Klappstühle, ein umgedrehtes Kreuz und ein Pendant zur christlichen Bibel zu finden sind.
Das Allerletzte
Ob das Thema Religion jetzt wohl zu genüge abgegrast wurde, man weiß es nicht. But we all want to believe. Amen.
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Bemerkung: Serafim (= die Brennenden) bilden als himmlische Wesen den Hofstaat Gottes; sie werden als Mischwesen mit Schlangengestalt, Gesicht, Händen und Flügeln vorgestellt. Mit ihrem Ruf bezeugen sie, dass der "Herr der Heere" der absolut Heilige ist, der in seiner Herrlichkeit seine Größe und Macht kundtut. Quelle: Die Bibel, Einheitsübersetzung, Herder Verlag, 1980
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