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Akte X im TV:
11.04.: K1, Der Teufel von Jersey
25.04.: K1, Schatten
Reviews

Täuschungsmanöver

Kritik von Rosalyn Hoppe

Nichts ist nur das, was es zu sein scheint in diesem Gewerbe... Deep Throat in Täuschungsmanöver, 1 x 16
 
Beam me up Scotty! There's no intelligent live down here! Autosticker

Ich hatte bereits erwähnt, dass James Wong und Glen Morgen grandios, innovativ, überraschend, erschreckend schreiben können? Sie sind wieder daaaaa...

Zugegeben, ich fluche auf das Verschwörungsthema, das in Täuschungsmanöver die ersten Spuren hinterlässt und für Menschen, die wirklich glauben wollen, überzeugend genug klingt, aber ich möchte doch lieber von was anderem reden. (Keine Sorge ich verbleibe schon noch im CC-Universum.)

Zum einen fand ich den ersten Auftritt der Lone Gunmen, der Einsamen Schützen, der paranoidesten Gruppierung seit den Inquisitoren des Mittelalters, interessant... interessant, dass die Drei sich tatsächlich zum Positiven haben bessern können, Langly in der Wahl seiner T-Shirts (nicht wirklich), Byers in der Wahl seiner großen Liebe, Frohike in der Wahl seiner Anzüglichkeiten (also wirklich!), wenn vordem kein reeller schräger Humor die Serie gestreift hat, dann hat er mit Mulders Geheimkontakt schlussendlich seine Premiere zu feiern. Zusätzlich, danke Wong/Morgen, hat sich die Mulder/Scully-Dynamik ein weiteres Mal gezeigt: Scully bietet tausende rationale Gründe im bezug auf die UFO-Sichtungen, Mulder entgegnet mit "möglicherweise", "vermutlich", "ich habe natürlich eine gaaanz andere Theorie"; dann die Sache mit dem DT-Foto, Mulder inbrünstig verkündend, dass 'er' ihn niemals belogen habe, was natürlich eine sofortige Widerlegung fordert, Scully, die erneut den Fehler an der ganzen Informationsmaschinerie erkennt und eindeutige Bekenntnisse ablegt, die wiederum Zweifel in Mulder aufkommen lassen, ich will es sagen, Sie haben recht, Scully!!! Dann die abgelegene (von wg.: UFO-Freaks bleibt nichts verborgen) Firma mit ihrem Level 6 Zugangsberechtigungskram, Mulder, der tollste Partner der Welt macht sich aus dem Staub, während Scully notgedrungen den Wachmann abhalten muss, das coole Undercover-Unternehmen aufzuhalten. Ja, die Regierung oder wer auch immer mag komplizierte-verschachtelte Grausamkeiten aushecken, aber die beiden Agenten wissen gekonnt ihre Verfolger abzuschütteln, Spuren zu verwischen, verschwörerisch auszusehen. Was sagte ein verschollener Sternenkapitän vor einiger Zeit so ungefähr: wenn du nicht gewinnen kannst, dann betrüge... Scully und Mulder haben Gefallen daran gefunden, die Wahrheit auszubuddeln und bedienen sich dabei ausgesprochen non-konformer Methoden, um an ihr Ziel zu kommen. So geht's! Aber zurück zur Linie, ein harmloser Truck, der Amerika durchquert, hat ein Wesen an Bord, das sich durch sträfliches Fehlen bemerkbar macht, die berühmten paar Minuten (neun???) sind Mulders Beweise für "Vorsicht, Lügen!" und der kollektive Aufschrei der UFO-Anhänger verhallt bei jenem Agenten sicherlich nicht ungehört. Der Quieker bei Deep Throats Story galt der neuen Lüge (Gethsemane Visionen), die sich da aufbauschte, aber oh, Graus, ich habe schon Schwierigkeiten, die Bedingungen bei Java Scripts auszuloten, wie soll mir da ein nebulöser Informant Aufklärung verschaffen?!

Gegen das gute Teamwork der beiden Agenten hat keine extraterrestrisches biologisches Lebensform eine Chance geschweige denn Carters Vorstellung vom großen Plan...

Dass die Zeit nahe ist, konnte ich schon bei den letztwöchigen Schatten verkünden, für Millennium war also das Staffelende am heutigen Montag gekommen und es hatte so Endgültigkeit in sich, dass mir richtig schockgefrostet zumute wurde. Glen Morgan und James Wong verliehen den Charakteren beider Serien einfach mehr Tiefe, mehr Selbstironie, Menschlichkeit und machten es dem Zuschauer durch das Konfliktpotential ihrer Drehbücher niemals einfach. Es hat verdammt viel Spaß gemacht, Paranormales auf die alternative Art (Verdopplung mit Absicht) zu erforschen und für dieses vielschichtige Ende der zweiten Staffel fallen mir einfach keine Übertreibungen mehr ein... nur die Moraaaal (würg!!): wir leben noch, die Zeit hat uns noch nicht zu fassen gekriegt!!!

So langsam glaube ich, dass die Pro Sieben Aktion doch nicht so übel ist und uns Zuschauern, also explizit mir, ein wenig Gedächtnistraining verschafft: wer hat da einen bedeutenden Auftritt hingelegt, wer sagte da ein Wort, wer hat da recht gehabt, was hat sich da verabschiedet... all die kleinen Dinge, die einen bei späteren Mythologiefolgen spontan hätten einfallen müssen! (Ah ha, Deep Throat war doch einer von drei Männern, ah, die weißen Züge in Fight the Future erinnern doch sachte an den anonymen LKW-Transport in etc. usw. und so fort... )