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Akte X im TV:
11.04.: K1, Der Teufel von Jersey
25.04.: K1, Schatten
Reviews

Schatten

Kritik von Rosalyn Hoppe
Shadows XF 1 x 06 "Der unsichtbare Zweite"
The Fourth Horseman MLM 2 x 22 "Virusalarm"

Abgesehen vom kapitalistischen Hintergrund obiger Weisheit von Benjamin Franklin drückt sie doch eines gleich mit aus: die Zeit ist jetzt...

...für... weshalb ich schon wieder eine Akte X - Millennium Sequenz einfüge? Beide Folgen wurden von zwei Männern geschrieben, denen man Das Nest [XF 1 x 03], die irrealen Schatten [XF 1 x 06], das shocking Eis [XF 1 x 08], die transzendente Botschaft [XF 1 x 13], das außerirdische Täuschungsmanöver [XF 1 x 17], Ein neues Nest [XF 1 x 21], den Opener Kontakt [XF 2 x 01], Blut (Idee: der Bruder) [XF 2 x 03], Scullys und Gillians Rückkehr mittels eines Kampfes An der Grenze [XF 2 x 08], den höllischen Satan [XF 2 x 14], die splatternette Blutschande [XF 4 x 03], Rückkehr der Seelen [XF 4 x 05], die wirklich ernstzunehmenden Gedanken des geheimnisvollen Rauchers (Regie: der eine, Drehbuch: der andere) [XF 4 x 07], ein Tattoo versetzt mit Mutterkorn [XF 4 x 13] zu verdanken hat sowie eine Staffel aus dem Space 2063 und während ihrer gewöhnlichen [nett gemeint] Autorenzeit bei Millennium (Staffel 1) kamen Folgen wie Heute hier, morgen tot [MLM 1 x 02], Einmal ein Star [MLM 1 x 05], The Thin White Line [MLM 1 x 13] heraus, ihre Tätigkeit als ausführende Produzenten und Autoren für die zweite Millenniumsstaffel bescherte uns dann Mystisch-Grausiges wie Der Komet des Bösen [MLM 2 x 01], Die Hunde [MLM 2 x 02], Monster [MLM 2 x 04], Die Kinder von Broken Bow [MLM 2 x 06], Zwei-Sechs-Acht [MLM 2 x 07], Der Mann im Moor [MLM 2 x 08], Meins, nicht ich [MLM 2 x 15], Eulen und Hähne [MLM 2 x 14/16? nicht meine Nummerierung], Die Stimme der Verführung [MLM 2 x 17], das surreale 13 nach 4 [MLM 2 x 22] und natürlich The time is now [MLM 2 x 23]... von wem ist die Rede???

Pro Sieben Spezial
Kurzkommentar zu der Hauptgeschichte in Schatten: mäßig spannend
Kurzkommentar zu den SFX: sie haben Mulder zum Staunen gebracht, Scully nicht, mich auch nicht
Kurzkommentar zur stilisierten Hauptdarstellerin: quälend langsam in ihrer Auffassungsgabe
Kurzkommentar zum Schatten/Geist/ehemaligen Chef: gut gespielt!
Kurzkommentar zu den vier Killern: überzeugend schlecht
Kurzkommentar zu den geheimnisvollen Agenten: schräg nichtssagend
Kurzkommentar zur zuständigen Gerichtsmedizinerin im Falle Howard Graves: eiskalt
Kurzkommentar zu meinem Kommentaren: irrelevant...

Nachdem ich meine ersten Vorbehalte gegen die Folge beiseite gelacht habe [wer hat diese Folge gewählt???], konnte ich die ersten entspannten Züge in der Beziehung von Mulder und Scully entdecken. Während vordem Mulders alptraumartige Kindheit durchgekaut wurde und Scullys Spionagetätigkeit ein nicht sehr angenehmes Licht auf sie warf, übertrumpften sich die Agenten hier mit Witzen über Poltergeister, Regierungsgeheimnisse, elektrostatische Aufladungen, Sehenswürdigkeiten. Ein außerordentlicher Kontrast zu den Schatten ihrer beider Vergangenheit! Mulders Methode der Identifizierung war intelligent und vorausschauend und verlieh der ganzen quid pro nada Aktion in der Leichenhalle einen echten Humorfaktor und erst Scullys hämisches Grinsen, als Mulder seine Theorien ausbreitet... klassisch! Am besten war noch das Geplänkel über den Schatten himself:

"Sie haben recht, Scully."
"Sie geben mir recht?"
"Ja, Sie müssen nur beweisen, dass Howard Graves noch lebt."

Oder der Abschlussdialog, welcher blödsinnig unsinnig war, aber das gute Verhältnis der beiden Agenten zueinander heraussragend aufzeigte. Glen Morgen und James Wong (ach, so, die!) haben Mulder und Scully somit einige sympathische Charakterzüge angedichtet, die den Zuschauern der ersten Stunde bestimmt nicht verborgen geblieben sind. Ihr Talent haben sie auch bei Millennium einzusetzen gewusst: ab der zweiten Staffel haben Übersinnliches und Weltverschwörerisches die Serienkillerplage abgelöst und Frank Black als verzweifelten Seher und Lara Means als dessen starke Partnerin vorgeführt, auch Katherine hat dem Universum ohne Licht Leben einhauchen dürfen. Manchmal mutmaße ich, dass Morgan/Wong Mulder & Scully mehr zu ihrem heutigen Profil verholfen haben, als CC, der Boss selbst, es eigentlich hätte haben wollen. Manchmal bedaure ich auch, dass den X Akten nicht mehr Wong/Morgan Touch, d. h. in Richtung charakterstark mit Comedyelementen, zuteil wurde anstatt eines spotnitzschen Übermaßes böser Aliens und carterischer Verzögerungstaktiken. Manchmal... dagegen spricht an dieser Stelle, zu diesen Zeiten, die psychokinetisch, luft- und logiklose Story, die schlechterdings dahertuckert. Aber was solls, den beiden hat letztendlich noch die Freiheitsglocke der Kreativität geschlagen und der Witz der Folge, das legere 'okay, da muss jemandem geholfen werden, dem auch geholfen wird, aber man kann ja trotzdem seinen Spaß haben' bleibt uns ja!

Natürlich! Beim zweiten Besuch bei Lauren Kyte wird Mulder Zeuge eines paranormalen Ereignisses und steht dumm wie Brot (sorry!) da und wo ist Scully?! Bei der Skeptikerin klemmt der Sicherheitsgurt, also... nein! Als sie Minuten später ins Haus stürmt, liegt der Auftragskiller am Boden und jedwedes Indiz für Mulders 'The truth is out there' ist per Luftpost entschwunden. Natürlich! Was kommt mir da in den Sinn: Fight the future! Nach einer Staffel (vier Jahre später), die uns einen ungläubigen Mulder beschert hatte und Scully allmächlich den spirituellen Wegen näherbrachte, gab es im Spielfilm eigentlich genügend Beweise für Außirdische etc., aber im entscheidenden Moment ist Scully bewusstlos in grünem Schleim gefangen und nach ihrer Befreiung durch Mulder immer noch semi-betäubt, so dass sie weder das Raumschiff noch den Alien-Mutanten zu Gesicht bekommt, im Gegensatz zu ihrem Partner. Nein!!! Das wäre auch viel zu einfach, viel zu billig, Scully glauben zu machen, dass es noch andere Welten gibt, als die des Reellen, physisch zu Erfassenden: das System des Aristoteles gegen die tiefe Überzeugung eines Fox Mulders, ersteres steht da wohl auf verlorenem Posten. Man wird sehen, ob die neue Staffel, ohne Mulder, die Agentin nun zur Spooky Scully macht oder andere schwerwiegende Veränderungen bevorstehen.

Derweil genieße ich die einzigartige Mulder-Scully-Interaktion, deren momentane Leichtigkeit des Seins durch einigermaßen lückenloses Vorhandensein von Geschwistern (Melissa), Vätern (Bill Mulder und William Scully) und Hunden (Queequeq) leidlos unterstützt wird... One X - File is worth billions of UMTS licences...